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Rechte von Menschen mit Behinderung – UN kritisiert Deutschland

Inklusion: Die Vereinten Nationen zeigen sich besorgt über mangelnde Koordination zwischen Bund und Ländern.

Flagge der Vereinten Nationen (UN)

Flagge der Vereinten Nationen (UN)

Die Rechte von Behinderten in Deutschland müssen nach Ansicht der UN noch deutlich gestärkt werden. Nicht zuletzt in Fragen des gemeinsamen Lernens von Behinderten und Nicht-Behinderten in den Schulen gebe es noch viel zu tun, stellte ein UN-Fachausschuss am Donnerstag in Genf fest.

„Ich bin besorgt über den Mangel an Koordination zwischen Bund und Ländern“, sagte die UN-Berichterstatterin, Diane Kingston. Die Bundesregierung wies in der Anhörung auf die 200 Maßnahmen des Nationalen Aktionsplans hin, die bis 2021 umgesetzt werden sollen. „Wir wollen mehr Teilhabe für alle. Wir wollen ein inklusives Land sein“, so die Parlamentarische Staatssekretärin im Arbeitsministerium, Gabriele Löschkrug-Möller.

Die Bundesregierung musste sich sechs Jahre nach Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention erstmals vor einem Ausschuss der Vereinten Nationen zur Lage der Behinderten in Deutschland äußern. Es geht darum, wie wirksam in Schulen, im öffentlichen Leben, auf dem Arbeitsmarkt und in der Gesetzgebung Rücksicht auf die mindestens 7,5 Millionen Behinderten genommen wird.

„UN-Druck notwendig“

Die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Verena Bentele, wies darauf hin, dass mehr als 300.000 Menschen mit Behinderungen in speziellen Werkstätten tätig seien. Es wäre viel wünschenswerter, dass viele dieser Menschen im regulären Arbeitsmarkt einen Job fänden. Hier müssten sich Arbeitgeber und Behörden mehr engagieren.

Der Druck durch die UN sei nötig, damit die Rechte von Behinderten ernster genommen würden, sagte Valentin Aichele vom Deutschen Menschenrechtsinstitut. Bei Bildung, Wohnen und auf dem Arbeitsmarkt gebe es noch längst keine den UN-Vorgaben entsprechenden Strukturen.

(dpa)


Was die Bundesregierung zur Kritik sagt
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4 Kommentare

  • Sabine Schaetzle

    Was muss man in diesem Land denn NICHT kritisieren?

    26. März 2015 at 17:15
  • Silke König-Bär

    ..Frau Merkel! Die kann man jederzeit kritisieren, aber ihrer Meinung nach muss man nicht 😛

    26. März 2015 at 20:28
  • Tobias Boxleitner

    Sabine Schaetzle es ist in der Tat so, dass man als Rollstuhlfahrer in Deutschland ziemlich schlecht dran ist (von den örtlichen Gegebenheiten). Da lobe ich mir meine zweite Heimat Italien, da ist das ganz anders, da kommt man noch in den kleinsten Tante Emmaladen rein

    26. März 2015 at 23:40
  • Heiko Metzner

    Es darf nicht sein, das wir uns nur beschweren. Wir müssen als Betroffene auch handeln und in entsprechenden Organisationen mitarbeiten. Davon gibt es genügend und sie sind auf unsere Mitarbeit angewiesen. Ich bin in einer politischen Gruppe aktiv, es gibt aber auch den Sozialverband Deutschlands und andere Gruppen. Ich meine allerdings keine Selbsthilfegruppen.

    27. März 2015 at 10:36

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