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Reden über Erektionsstörungen? Aber wie?

Experten empfehlen: Frauen sollten auf Vorwürfe verzichten, sonst kriegt er erst recht keinen hoch. Und dann mit ihrem Mann ganz lieb sprechen. Wenn der überhaupt mit sich reden lässt.

Schweigen bringt ihn auch nicht wieder hoch (Foto: Kawa)

Schweigen bringt ihn auch nicht wieder hoch (Foto: Kawa)

Mangelnde Standfestigkeit im Bett belastet rund jeden fünften deutschen Mann zwischen 35 und 70 Jahren, so die Deutsche Gesellschaft für Mann und Gesundheit e. V. (DGMG). Von einer echten Erektionsstörung sprechen Experten jedoch erst, wenn die Probleme mit der Standfestigkeit mehr als drei Monate auftreten und einen zufriedenstellenden Geschlechtsverkehr verhindern.

Viele betroffene Männer gehen nicht zum Arzt. Bisher lautete die Lehrmeinung, dass Erektionsstörungen meist im Kopf beginnen, also ein Gedankenkarussell aus Angst und Hemmung die wichtigste Rolle spielt. Die neuere Forschung hat jedoch andere Gründe aufgedeckt. „70 Prozent der Erektionsstörungen sind organisch und nur 30 Prozent psychisch bedingt“, erklärt Michael J. Mathers von der DGMG. Während erstere vor allem ältere Männer betrifft, handelt es sich bei den zweiten meist um Probleme der jungen Generation.

Schwierige Situation für die Partnerin

Oft ist es auch für die Partnerin schwierig, das Problem anzusprechen und ihren Mann von einer Behandlung zu überzeugen. Das Problem totzuschweigen, mache die Situation aber nicht besser. Frauen sollten daher versuchen, mit ihrem Mann in einem ruhigen Moment über das Thema zu reden, rät das Informationszentrum für Sexualität und Gesundheit an der Uniklinik Freiburg.

Folgende Strategie empfehlen die Freiburger Experten: „Am besten fragen Sie zunächst, ob der andere darüber reden möchte. Außerdem können Sie sagen, dass sie sich von dem Gespräch eine Verbesserung für die Beziehung erhoffen.“

Gemeinsam das Problem lösen

Hilfreich sei es, wenn Frauen im Gespräch auf Vorwürfe verzichten und ihrem Partner die eigenen Gefühle schildern. Wichtig sei, dem anderen zu zeigen, dass man die Potenzprobleme als gemeinsame Schwierigkeit sieht. Dadurch geben sie dem Partner das Gefühl, er stehe nicht alleine da.

Einigen Männern kann es dem ISG zufolge helfen, wenn die Partnerin auf einen Arztbesuch drängt. Andere machten vielleicht genau dann dicht. Deshalb sollten Frauen vorsichtig versuchen herauszufinden, mit welchem Verhalten ihr Partner besser klarkomme.

(RP/dpa)

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1 Kommentar

  • Gitti Götz

    Mann hat ein Problem, und Frau soll ganz lieb sein und aufpassen dass sie jetzt nichts falsch macht? Ich finde, erstmal sollte Mann sein Problem ernst nehmen und zum Arzt gehen, egal ob es psychisch oder physisch bedingt ist.

    1. März 2013 at 10:44

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