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Rehasport Berlin e.V. ist pleite

Die SPORTME GmbH übernimmt Rehasport Berlin e.V.

Dramatische Entwicklung bei dem Hauptstadt-Verein: Rund 1 Millionen Euro Schulden – aber es soll weitergehen.

Der als Verein organisierte Dienstleister hat sich übernommen und ist pleite. Bisher bot man an drei Standorten in Berlin (Lichtenberg, Schöneberg und Westend) Veranstaltungen, Kurse und Therapien in den Bereichen Rehasport, Herzsport, Funktionstraining, Prävention und Gesundheitssport an. Das Team besteht aus Physiotherapeuten, Diplom-Sportwissenschaftler sowie Sport- und Gymnastiklehrern.

Zwischen Weihnachten und Neujahr kam es am 29. Dezember 2011 zum großen Knall – der ehemalige 1. Vorstand, Thomas Roth, und seine Stellvertreterin, Sabine Lindert, traten von ihren Ämtern zurück. Sie hinterließen Schulden in Millionenhöhe, die Mitgliederversammlung verweigerte beiden die Entlastung.

Roland Brinkhoff (1. Vorstand) und Claudia Sellschopp (2. Vorstand) wurden Nachfolger. Neue kaufmännische Geschäftsführerin wurde Sandra Bohrisch, die rasch öffentlich machte, was bereits hinter vorgehaltener Hand lange bekannt war: Der Verein ist zahlungsunfähig und überschuldet. Eine ROLLINGPLANET-Anfrage nach den Gründen für die Misswirtschaft wollte man nicht beantworten.

Wie brenzlig die Situation war, zeigt die rasche Entscheidung des neuen Vorstands, am 4. Januar 2012 einen Antrag auf Insolvenz zu stellen. Die Nichtantragstellung durch den Vorstand wäre eine Insolvenzverschleppung gewesen, die auch strafrechtliche Konsequenz gehabt hätte. Vom Insolvenzgericht wurde der Rechtsanwalt Köhler-Ma von der Kanzlei Leonhardt als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt.

Buchhaltung nicht ordnungsgemäß

Derzeit wird noch die Buchhaltung des Vereins gesichtet, um die Vermögenssituation aufzuklären. Gegenwärtig geht der Insolvenzverwalter davon aus, dass die Buchhaltung nicht ordnungsgemäß erfolgte – dies sei „allerdings nicht das Verschulden der in der Buchhaltung beschäftigten Personen.“ Ob dies strafrechtliche Konsequenzen für bisher Verantwortliche bedeutet, wird derzeit geprüft.

Der Insolvenzverwalter geht davon aus, dass der Verein über eine Insolvenzmasse zwischen 100.000 Euro und 120.000 Euro verfügt – dem gegenüber stehen mindestens 1,2 Mio. Euro Verbindlichkeiten. Größter Gläubiger des Vereins ist der Vermieter des Vereins im Epiphanienweg (Westend).

Das Insolvenzverfahren wird am 1. März eröffnet. Damit erlischt der Verein als eigenständige juristische Person.

SPORTME übernimmt Rehasport Berlin

Dennoch soll es unter neue Flagge weitergehen. Rehasport wird, wie der Insolvenzverwalter mitteilte, von der Berliner SPORTME GmbH übernommen und soll dort als Marke bestehen bleiben. Die Altlasten des Vereins muss der neue Inhaber nicht übernehmen.

SPORTME GmbH ist laut Eigenbeschreibung „Deutschlands erster Freizeitallrounder. Wer an Freizeit denkt, denkt an Spaß und Sport, aber auch an Familie, Freunde und Nachbarn. Das gemeinsame Erlebnis steht daher bei SPORTME immer im Fokus. In zahlreichen Events – egal ob groß oder klein – ermöglicht die SPORTME eine bunte Mischung an Freizeitaktivitäten für unterschiedlichste Anspruchsgruppen: Firmenevents, wie die Company Challenge und Großveranstaltungen, wie den Sparkassen Teamtriathlon befinden sich daher ebenso im Portfolio der SPORTME wie gemeinsame Radtouren und Kindergeburtstage.“

Der Sportbetrieb von Rehasport Berlin wird derzeit an allen Standorten ohne Unterbrechungen fortgeführt. So wird auch das für 3. März 2012 angekündigte Hallenbeachvolleyballturnier stattfinden.

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