Reiter-Gold: Brenner und ARD haben Blackouts

Die ARD hat es nicht gezeigt: Die 51 Jahre alte Hannelore Brenner aus Wachenheim in Rheinland-Pfalz hat die Goldmedaille im Dressurreiten bei den Paralympics gewonnen. Aber auch die Sportlerin war ziemlich durcheinander.

Hannelore Brenner (2008 in Hongkong, Archivfoto:Privat)

Die nach einem Reitunfall querschnittsgelähmte Hannelore Benner (Motto: „Behindert ist nur der, der sich selbst behindert“) setzte sich am Sonntag trotz eines Punktabzuges mit „Women of the World“ im Greenwich Park von London souverän durch. Während des Rittes hatte Brenner, die schon vor vier Jahren in Peking zweimal triumphiert hatte, einen Blackout. Sie musste das Schiedsgericht fragen, welche Schrittfolge als Nächstes dran kommt.

Auch das ARD hatte ein Blackout: Bei der Paralympics-Sendung am Nachmittag reichte es nur zu einer Kurzmeldung ohne Bilder, Brenner wurde mit zwei Sätzen erwähnt. Ähnliches war der Schützin Manuela Schmermund widerfahren, als sie am Donnerstag Deutschlands symbolträchtige erste Medaille (Silber) holte. Das ZDF zeigte vorbereitete TV-Konserven über die Spielregeln des Rollstuhlbasketballs, um mit 81-minütiger Verspätung den Erfolg von Schmermund nachzureichen, ohne jedoch die Sportlerin zu Wort kommen zu lassen.

1988 erstmals Weltmeisterin

Hannelore Brenner ist seit einem Reitunfall im Jahre 1986 inkomplett querschnittgelähmt. 1999 wurde sie erstmals Weltmeisterin. Sie sagt: „Die Pferde und natürlich auch die Erfolge haben mir soviel Selbstvertrauen und Glück geschenkt, dass ich heute sehr dankbar bin, dass alles so passiert ist, wie es eben war. Für mich ist das Reiten eine der wenigen Sportarten, bei der Nichtbehinderte die Leistungen der Behinderten wirklich beurteilen können, weil das Reiten für alle ein sehr schwer zu erlernender Sport ist. Ich glaube, dass durch diese Sportart die Integration zwischen Nichtbehinderten und Behinderten ein ganzes Stückchen voran kommen kann und möchte gern hierzu beitragen.“

(RP/dpa)


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