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Rekordverdächtig: Wie der DBS ganz schnell seine Meinung änderte

Dopingfund bei Oscar Pistorius? Unsere deutschen Behindertensport-Funktionäre sind in der Realität angekommen und befürchten nun doch plötzlich einen „Beigeschmack“.

ROLLINGPLANET empfiehlt: Verwechseln Sie nie Unterhosen mit Meinungen, wenn Ihnen mal wieder jemand das Mikrofon hinhält.

ROLLINGPLANET empfiehlt: Verwechseln Sie nie Unterhosen mit Meinungen, wenn Ihnen mal wieder jemand ein Mikrofon hinhält.

So schnell kann es gehen. Noch gestern beteuerte der Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS), Friedhelm Julius Beucher, dass er keinen Imageschaden für die paralympische Bewegung befürchtet: „Ich sehe keine Auswirkungen auf den nationalen oder internationalen Behindertensport“. Das könnte sich sehr rasch ändern, befürchtete ROLLINGPLANET aus diesem Anlass: Oscar Pistorius: Wie reagiert der Behindertensport?

Leider behalten wir möglicherweise Recht. Denn schon heute hört sich das beim DBS plötzlich ganz anders an. Der Fachverband – dem wir vor einiger Zeit wünschten, dass er so schnell sein möge wie Oscar Pistorius – befürchtet im Falle eines tatsächlichen Doping-Fundes beim sechsfachen Paralympics-Sieger einen erheblichen „Beigeschmack“ für den gesamten Behindertensport.

Dann die übliche Vorsichtsbemerkung, um nicht in den Verdacht der Vorverurteilung zu kommen: „Eines muss man festhalten: Der Fund von Dopingmitteln ist keine positive Dopingprobe. Er ist vielleicht ein Indiz, kann aber noch nicht gegen ihn vorgebracht werden“, sagte der Sportdirektor des DBS, Frank-Thomas Hartleb, vor einigen Stunden der Nachrichtenagentur dpa.

Der Behindertensport in der Realität

Frank-Thomas Hartleb (Foto: DBS)

Frank-Thomas Hartleb (Foto: DBS)

Hartleb betonte aber auch, dass ein Doping-Beweis gegen den unter Mordanklage stehenden Pistorius „den Hero des Behindertensports vom Sockel stoßen würde“. Die südafrikanische Polizei hatte am Mittwoch vor Gericht in Pretoria bekanntgegeben, bei ihren Ermittlungen in Pistorius‘ Haus das Dopingmittel Testosteron und mehrere Spritzen gefunden zu haben.

Der Verteidiger des 26-Jährigen erklärte, dass es sich dabei um pflanzliche Heilmittel und nicht um verbotene Steroide gehandelt habe. Im schlimmsten Fall droht der paralympischen Bewegung nun neben dem Kriminalfall Pistorius auch noch der größte Dopingfall ihrer Geschichte. „Man müsste dann sagen: Der Behindertensport ist in der Realität angekommen“, meinte Hartleb. Realität? Jetzt erst? Hatte uns DBS-Chef Beucher nicht erst kürzlich erzählt, dass wir schon in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind?

Und unsere bescheidene Meinung zur Realität? Falls es Mord gewesen wäre, würde ein möglicher Dopingskandal den Kohl auch nicht fett machen. Aber fragen Sie uns morgen vorsichtshalber noch mal.

(RP/dpa)


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