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Rheuma-Liga: Auf die neue Bundesregierung warten viele Aufgaben

17 Millionen Menschen hierzulande haben eine chronische rheumatische Erkrankung – die größte deutsche Selbsthilfeorganisation im Gesundheitsbereich stellt vier Kernforderungen.

Rotraut Schmale-Grede ist seit März Präsidentin der Deutschen Rheuma-Liga. (Pressefoto)

Rotraut Schmale-Grede ist seit März Präsidentin der Deutschen Rheuma-Liga. (Pressefoto)

Flächendeckende medizinische Versorgung, mehr Solidarität bei den Krankenkassenbeiträgen, eine Reform der Erwerbsminderungsrente, einen Runden Tisch zur Arbeitswelt: Das sind vier Kernforderungen der Deutschen Rheuma-Liga zur Bundestagswahl.

In Deutschland haben 17 Millionen Menschen eine chronische rheumatische Erkrankung. „Wir erwarten von der Bundesregierung, dass sie die Probleme dieser Menschen ernst nimmt. Dazu gehören deutliche Verbesserungen in der Gesundheits-, Sozial- und Arbeitsmarktpolitik“, sagt Rotraut Schmale-Grede, Präsidentin der Rheuma-Liga, die rund 300.000 Mitglieder hat und damit eigenen Aussagen zufolge Deutschlands größte Selbsthilfeorganisation im Gesundheitsbereich ist. Die vier Forderungen im Detail:

1. Medizinische Versorgung

Es ist keine Seltenheit, dass Betroffene mehr als drei Monate auf einen Termin beim Rheumatologen warten müssen. Eine verspätete medikamentöse Therapie kann zu Funktionseinschränkungen und sogar Behinderungen führen. Die Deutsche Rheuma-Liga fordert mehr niedergelassene internistische Rheumatologen. Auf 50.000 Einwohner muss ein Rheumatologe kommen.

2. Krankenkassen

Menschen mit rheumatischen Erkrankungen müssen zahlreiche zusätzliche Kosten stemmen – zum Beispiel den Kauf nicht verordnungsfähiger Medikamente und Fahrten zu Therapien und Ärzten. Die Forderung der Rheuma-Liga: Solche zusätzlichen Ausgaben sollten auf die Belastungsgrenze für Zuzahlungen angerechnet werden.

3. Rente

Viele rheumakranke Menschen müssen aus gesundheitlichen Gründen früher in Erwerbsminderungsrente gehen. Durch die hohen Abschläge rutschen sie häufig in die Altersarmut. „Die Abschläge von bis zu 10,8 Prozent müssen endlich abgeschafft werden“, so Schmale-Grede.

4. Arbeitswelt

Unternehmen ist oft nicht bekannt, wie Arbeitsplätze für chronisch kranke Menschen am besten gestaltet werden können. Auch Fördermöglichkeiten zum Erhalt der Jobs oder zur Wiedereingliederung – etwa nach einer Reha – sind kaum bekannt. Hier würde ein „Runder Tisch“ mit allen Akteuren helfen.

Weitere Forderungen der Rheuma-Liga an die neue Bundesregierung: www.rheuma-liga.de/bundestagswahl/kernforderungen

(RP/PM)

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