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Roboter sollen sich menschlich bewegen

Warum das Gehirn immer die gleichen Bewegungen bevorzugt, haben jetzt Forscher der Ludwig-Maximilians-Universität München und des Bernstein Zentrums ermittelt. Ob der Handgriff zur Computermaus oder der Rückblick in den Spiegel – Menschen führen immer gleiche, stereotype Bewegungen aus. Die Forscher haben ein mathematisches Modell entwickelt, mit dem sich horizontale Blickbewegungen vorhersagen lassen.

München (pte) – „Die Bewegungen der Menschen sind überraschend wenig unterschiedlich“, sagt Studienleiter Stefan Glasauer. Zunächst ging es Glasauer darum, mehr über den Menschen zu erfahren. In einem Excellenzcluster werden diese Erkenntnisse künftig dazu genutzt, Roboter zu bauen, die sich „natürlicher“ bewegen können, damit sich Prothesen besser an die menschliche Bewegung anpassen.

Durch die menschenähliche Vorgehensweisen der Roboter soll die Zusammenarbeit mit sogenannten Service-Robotern erleichtert werden. „Je ähnlicher sich Roboter wie Menschen bewegen, umso intuitiver können sie von Menschen verstanden werden“, sagt Glasauer. Der Forscher glaubt aber nicht, dass wir in den kommenden zehn Jahren eine Invasion von Robotern auf der Straße haben werden.

Roboterethik im Gespräch

Dass Menschen aber auch Angst vor solchen Robotern haben könnten, erklärt Glasauer nicht aus der Tatsache heraus, dass sie zu sehr den Menschen ähneln, sondern dass sich Roboter künftig autonom verhalten könnten. Die Forschung befasse sich bereits mit Roboterethik. Alles könne von Menschen missbraucht werden, sagt der Forscher.

Aber auch für die Konstruktion „intelligenter“ Prothesen ist die Studie möglicherweise hilfreich. Die Prothese könnte dem Träger die Bewegungsmöglichkeiten anbieten, die den menschlichen am nächsten kommen. Im nächsten Schritt möchten Glasauer und Kollegen dreidimensionale Augen-Kopf-Bewegungen untersuchen und das Erlernen und Anpassen einfacher Bewegungen besser verstehen. Das Bernstein Zentrum München ist Teil des Nationalen Bernstein Netzwerks Computational Neuroscience.

Roboter: Ähnlichkeit kommt nicht von ungefähr (Foto: pixelio.de, Dieter Schütz)

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