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Robotik für Menschen mit Behinderung: Ist das die Zukunft?

Was die möglichen Folgen von Haushalts-Robotern, Prothesen aus dem 3-D-Drucker oder in den Körper integrierten Nanobots sind.

Titelillustration der Studie „Robotik und Behinderungen – Wie Maschinen morgen Menschen helfen“ (Illu: Stiftung Cerebral, Alain Schibli, www.biggerthannewyork.com)

Titelillustration der Studie „Robotik und Behinderungen – Wie Maschinen morgen Menschen helfen“ (Illu: Stiftung Cerebral/Alain Schibli, www.biggerthannewyork.com)

In Zukunft wird dank digitalisierter Technik alles ganz einfach für Menschen mit Behinderung – so ließ ROLLINGPLANET vor einigen Tagen Christian Baudis, Ex-Deutschlandchef von Google, Digitalunternehmer und Futurist, von der erwarteten Revolution im Gesundheitsmarkt schwärmen.

Tatsächlich betrifft die anstehende Robotisierung des Lebens uns ganz besonders. Haushalts-Roboter, Prothesen aus dem 3-D-Drucker oder in den Körper integrierte Nanobots (das sind autonome Maschinen im Kleinstformat) werden das Leben mit Behinderung tiefgreifend verändern – so prophezeien Experten. Technologie wird eine immer wichtigere Rolle spielen – und neue Fragen aufwerfen.

Gesellschaftliche, technische und ethische Probleme

Die soeben erschienene Studie „Robotik und Behinderungen – Wie Maschinen morgen Menschen helfen“ beschäftigt sich mit diesen Fragen. Die Studie wurde von der Schweizer Stiftung Cerebral in Auftrag gegeben und vom GDI Gottlieb Duttweiler Institute in Zusammenarbeit mit der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich durchgeführt. Sie will neue Ideen entwickeln und zeigen, wie Technologien das Leben von Menschen mit Behinderung in Zukunft prägen könnten und welche gesellschaftlichen, technischen und ethischen Probleme durch die vermehrte Nutzung von Robotik auftauchen. Die Studie gliedert sich in drei Teile:

Teil 1 präsentiert eine Übersicht aktueller Technologien
Teil 2 diskutiert, wie Umweltbarrieren durch Technologie abgebaut werden können
Teil 3 zeigt, wie sich technologische Neuerungen auf die Gesellschaft auswirken

In ihrem Fazit warnen die Autoren vor dem Irrglauben, dass Technik alle Probleme löst:

„Um das Leben von Menschen mit (schweren) Behinderungen zu vereinfachen, müssen wir nicht auf Gehirn-Nanoroboter und unsichtbare Exoskelette warten. Es gibt schon heute eine Vielzahl von Technologien, deren Potenziale bei Weitem nicht ausgeschaut sind. Außerdem ist das Abbauen von Barrieren nicht nur eine technologische Frage. Es ist auch eine Frage der Bereitschaft. Wenn Technologie uns anstrengende Arbeiten abnimmt, erlaubt sie uns, mehr Zeit mit dem Menschen und weniger Zeit mit der Behinderung zu verbringen. Diese Zeit nutzen müssen wir aber selber.“

Die Studie „Robotik und Behinderungen“ ist als kostenloser Download erhältlich unter: gdi.ch/robotik2017

(RP/PM)

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