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Niedersachsen: Kommunen ziehen Inklusionsklage gegen das Land zurück

Mittwoch, 10. Dezember 2014 Knapp vier Wochen nach der Einigung über die Finanzierung der Inklusionskosten an den Schulen will der Landkreistag die Klagen dazu am Staatsgerichtshof zurückziehen. Die Gespräche seien zu einem guten Ende gekommen, deshalb seien die Klagen nicht mehr notwendig, erklärte der Präsident des Städtetages, Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge (SPD), am Mittwoch in Hannover. Die Verfassung verpflichte das Land, den Kommunen die Kosten zu erstatten, die ihnen durch die Einführung der inklusiven Schule entstehen. 13 Kommunen hatten aus Angst davor, auf den Kosten sitzen zu bleiben, Klage in Bückeburg eingereicht.

Für bauliche Maßnahmen zahlt Niedersachsen deshalb ab dem Jahr 2015 jährlich 11,7 Millionen Euro an die Schulträger. Ab 2016 erhöht sich die Summe auf 20 Millionen Euro. Zusätzlich erhalten Schulträger, die gleichzeitig Träger der Jugendhilfe sind, freiwillige Leistungen in Höhe von 5,8 Millionen Euro für das Jahr 2015 und zehn Millionen Euro ab 2016. Diese Inklusionspauschale ist zunächst bis 2018 befristet. (dpa/lni)

Hoffnung für Menschen mit Flussblindheit kommt aus der Tiermedizin

Dienstag, 9. Dezember 2014 Ein Mittel aus der Tiermedizin soll Millionen von Menschen Hoffnung bringen, die unter Flussblindheit (Onchozerkose) leiden. Die Wurmkrankheit, die durch Kriebelmücken übertragen wird, betrifft weltweit rund 20 Millionen Menschen.

Die Hilfsorganisation Initiative Medikamente für Vernachlässigte Krankheiten (DNDI) und der Pharmakonzern Bayer unterzeichneten am Dienstag in Berlin einen Kooperationsvertrag über die Entwicklung eines Medikaments, das die Krankheit vollständig heilen soll. Die Forscher wollen dafür ein Mittel weiterentwickeln, das der Konzern bereits für die Behandlung von Hunden und Katzen produziert. Die Flussblindheit kommt unter anderem in Afrika vor. (dpa)

Umfrage: Mehrheit der Berliner für Erhalt von Förderschulen

Freitag, 5. Dezember 2914 Die Mehrheit der Berliner befürwortet einer Umfrage zufolge den Erhalt von Förderschulen für Kinder mit Behinderungen. 90 Prozent der Befragten antworteten in einer Forsa-Erhebung für die CDU-Fraktion, diese Schulen seien wichtig oder sehr wichtig – trotz aller Inklusions-Bemühungen in Regelschulen. Besonders Anhänger der Regierungsfraktionen von CDU und SPD wollen die Sonderschulen behalten.

Derzeit gibt es in Berlin 89 öffentliche Schulen mit sonderpädagogischen Förderschwerpunkten, die meisten für lernbehinderte Kinder. 56 Prozent der Schüler mit besonderem Förderbedarf lernen allerdings schon in normalen Schulen zusammen mit Nicht-Behinderten. Für die Umfrage wurden 1008 Berliner befragt. (dpa/bb)

Stiftung Warentest räumt Fehler bei Rollstuhl-Bewertungen ein

Donnerstag, 4. Dezember 2014 Die Stiftung Warentest hat aus Anlass ihres 50. Gründungstags eingeräumt, dass es in der Vergangenheit zwar nicht viele, doch auch einige Fehler in den Bewertungen gegeben habe. Kürzlich sei die negative Bewertung einer Schokolade nicht zutreffend gewesen. 1998 wurden Rollstühle nicht gründlich genug getestet. ROLLINGPLANET erinnert sich: Damals besonders empfindlich vom negativen Fehlurteil getroffen war Sopur. (mj)

Mecklenburg-Vorpommern will Menschen mit Handicap besser in Arbeitsmarkt integrieren

Ministerin Birgit Hesse (SPD) (Foto: dpa)

Ministerin Birgit Hesse (SPD) (Foto: dpa)

Mittwoch, 3. Dezember 2014 Sozial- und Arbeitsministerin Birgit Hesse (SPD) will behinderte Menschen besser in den Arbeitsmarkt integrieren. Am Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen am Mittwoch sagte Hesse, sie habe mit der Regionaldirektion Nord der Bundesarbeitsagentur Kooperationsvereinbarungen geschlossen, die zu einer altersunabhängigen Beschäftigung von behinderten Menschen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt führen sollen.

„Menschen mit Behinderungen wollen und sollen wie alle anderen in der Mitte unserer Gesellschaft leben,“ sagte sie. Die UN-Behindertenrechtskonvention enthalte klare Vorgaben, das Gemeinwesen so gestalten, dass alle Zugang zu den vorhandenen Angeboten haben.

Nach Angaben des Statistischen Amtes Mecklenburg-Vorpommern lebten Ende 2013 im Land 173.240 schwerbehinderte Menschen. Das seien 7240 oder 4,4 Prozent mehr als bei der statistischen Erhebung zwei Jahre zuvor. (dpa/mv)

Berlins Behindertenbeauftragter setzt auf Olympia

Mittwoch, 3. Dezember 2014 Berlins Behindertenbeauftragter Jürgen Schneider sieht Behinderte in der Hauptstadt immer noch diskriminiert. „Die Bezeichnung Berlins als inklusive Stadt ist überstrapaziert“, sagte er dem „Tagesspiegel“.

Bei der Gestaltung vieler öffentlicher Gebäude und Museen seien Menschen mit Behinderung vergessen worden. „Wir haben in manchen Museen eine zweite Sprache wie etwa türkisch, aber für Gehörlose haben wir nichts.“

Besserung erhofft sich Schneider durch eine Olympiabewerbung. Verwaltung und Öffentlichkeit müssten sich dann den Problemen und Forderungen von Menschen mit Behinderung stellen. (dpa/bb)

3. Dezember: Heute ist unser Tag

Mittwoch, 3. Dezember 2014 Unser Club ist verdammt groß: Weltweit kann jeder siebte Mensch wegen eines Handicaps sein Alltagsleben nur mit Einschränkungen bewältigen. Bis zu 190 Millionen von uns sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO wegen besonders schwerer körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung dringend auf Hilfe von anderen angewiesen. Allerdings gehen laut UN nur wenige Staaten angemessen auf unsere Bedürfnisse ein.

Der 1992 von den Vereinten Nationen ausgerufene Tag der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember soll auf unsere Probleme aufmerksam machen sowie den Einsatz für unsere Rechte und Würde fördern. So weit die Theorie. Für die Praxis: Siehe die tägliche ROLLINGPLANET-Berichterstattung. (RP/dpa)

Neuer Aktionsplan: Alltag für Behinderte soll in Bremen leichter werden

Schnellstraße in Bremen – demnächst auch für die UN-Behindertenrechtskonvention (Foto: Melling Rondell/pixelio.de)

Schnellstraße in Bremen – demnächst auch für die UN-Behindertenrechtskonvention (Foto: Melling Rondell/pixelio.de)

Dienstag, 2. Dezember 2014 Der Bremer Senat will das Leben für Menschen mit Behinderungen im kleinsten Bundesland leichter machen. Ein Aktionsplan sieht mehr als 200 Einzelmaßnahmen vor, die vom Umbau der Bahnhöfe bis zu barrierefreien Hotelzimmern, Wohnungen und Ämtern reichen. So soll auch geprüft werden, ob der Haupteingang des Rathauses entsprechend ausgestattet werden kann.

Grundlage für den Aktionsplan ist die UN-Behindertenrechtskonvention, teilte Sozialministerin Anja Stahmann (Grüne) nach einer Senatssitzung am Dienstag mit. Verbesserungen sind auch in den Bereichen Mobilität, Kultur, Freizeit, Sport und Kommunikation geplant. Der Aktionsplan ist zunächst auf vier Jahre ausgelegt. (dpa/lni)

Baden-Württemberg startet Kampagne für Teilhabe Behinderter

Dienstag, 2. Dezember 2014 Inklusionsfeste, Straßenaktionen, Pressekonferenzen und Postkartenaktionen sollen den Gedanken der Teilhabe behinderter Menschen im ganzen Südwesten verankern. Schwerpunkte einer mit einer Million Euro vom Land bezuschussten Kampagne sind die Bereiche Wohnen und Nachbarschaft, Freizeit, Kultur und Sport sowie Mitbestimmen, wie Baden-Württembergs Sozialministerin Katrin Altpeter (SPD) in Stuttgart mitteilte. Ein Büro für die Aktion „DU ICH WIR Alle inklusive“ berät und unterstützt Kommunen und Initiativen, die sich engagieren wollen. Die Kampagne startet am Mittwoch, dem Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen. (dpa/lsw)

COAD: Senioren mit Asthma macht Kälte häufig zu schaffen

(Symbolfoto: Andreas Hermsdorf/pixelio.de)

(Symbolfoto: Andreas Hermsdorf/pixelio.de)

Dienstag, 2. Dezember 2014 Haben Senioren Asthma oder eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COAD), können sich ihre Symptome bei Kälte verstärken. Das berichtet die „Neue Apotheken Illustrierte“ (Ausgabe Dezember/2014). Der Grund sei, dass die Bronchien sich durch kalte Luft verengen oder sogar verkrampfen. Die Folge können Husten, keuchende Atmung oder Luftnot sein. Wichtig sei deshalb, in der kalten Jahreszeit stets ein Asthmaspray mit sich zu führen und viel zu trinken. Wer Sport macht, betreibt ihn am besten drinnen. (dpa/tmn)


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5 Kommentare

  • Man N. Fred

    Berlin ist im Vergleich zu Mainz eine rückständige Provinz.

    5. Dezember 2014 at 12:55
  • Mrhansa CG

    ich bin froh auf eine Körperbehindertenschule gewechelt zu habe . In der Grundschule haben sie sich doch schon in die Hose gemacht , wenn ich mal auf´s Klo musste. Ich bezweifle auch , dass ich in einer “ normalen“ Schule meine mittlere Reife gemacht hätte.

    5. Dezember 2014 at 15:46
  • Martina Bode

    Die Frage ist unter welche Personen diese Umfrage gestellt wurde!??? Und heute ist es nicht mehr so – Mrhasa CG, dass dies der Grundschulleher macht sonder der Schulbegleiter oder Förderlerher der immer am Kind ist …. !! Es gibt viele Beweise, dass es klappen kann siehe auch Carina Kühne!

    5. Dezember 2014 at 16:05
  • Dani

    Ich erlebe es im Kollegenkreis. Die ach so toleranten Menschen sind selbstverständlich für Inklusion.
    Aber wenn man sie fragt, ob sie möchten, dass ihre Kinder mit „Inklusionskindern“ zusammen unterrichtet werden sollen: Nein, bitte nicht. Die halten doch nur auf und lenken ab. Sollen unsere Kinder darunter leiden?

    Solange diese Trennung in der Schule noch stattfindet, wird eine neue Erwachsenengeneration heranreifen, der man Inklusion mühsam beibringen muss, statt dass sie sie von klein auf einfach erleben und für völlig selbstverständlich halten.

    6. Dezember 2014 at 01:32
  • Nina

    Ich bin selber Rollstuhlfahrerin und seit dem Kleinkindalter behindert.

    Förderschulen sollten erhalten bleiben.

    Es sprechen eben auch viele Gründe gegen eine gemeinsame Beschulung von geistig behinderten Kindern und geistig normalen Kindern.
    Der Unterschied ist einfach gewaltig.

    Als körperlich behindertes Kind ist man mit baulichen Veränderungen und Arbeitszeitverlängerung und möglichen Pausen ganz gut dabei.
    Blinde und gehörlose Kinder brauchen natürlich extra Ausgleiche für den fehlenden Sinn.

    7. Dezember 2014 at 08:57

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