Rollstühle, Inkontinenzprodukte, Prothesen: Menschen mit Behinderung sollen bessere Hilfsmittel bekommen

Ende des Windel-Skandals? Regierung verabschiedet Gesetzentwurf zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU). (Foto: Soeren Stache/dpa)

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU). (Foto: Soeren Stache/dpa)

Es ist ein Windel-Skandal, über den ROLLINGPLANET vor knapp einem Jahr berichtete: Krankenkassen zwingen inkontinente Menschen zu schlechten Produkten, um Geld zu sparen. Das gilt auch für viele andere Hilfsmittel wie Rollstühle. Wird es nun besser?

Patienten sollen künftig bessere Qualität bei Hilfsmitteln wie Windeln, Kompressionsstrümpfen, Schuheinlagen, Prothesen, Hörgeräten oder Rollstühlen bekommen. Zudem soll Therapeuten bei medizinischen Behandlungen wie Krankengymnastik oder Massagen sowie bei der Behandlung von Sprech- und Sprachstörungen mehr Verantwortung übertragen werden.

Das Kabinett verabschiedete am Mittwoch einen Gesetzentwurf von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung. Viele Menschen in Deutschland sind nach einem Unfall oder einem Schlaganfall auf Gehhilfen oder auf Krankengymnastik und Motorikübungen angewiesen. Diese Hilfen sind bisher nicht immer auf dem aktuellen Stand gewesen. Das soll sich ändern.

„Stärker auf Prävention und Rehabilitation setzen“

Heilmittel sind medizinische Behandlungen, die von Vertragsärzten verordnet und von speziell ausgebildeten Therapeuten erbracht werden. Zu den Heilmitteln zählen die Anwendungen der Physiotherapie wie Krankengymnastik oder Wärmebehandlungen sowie der Logopädie bei Stimm-, Sprech-, und Sprachstörungen, der Ergotherapie bei Störungen der Motorik oder der Sinnesorgane und der podologischen Therapie bei Störungen an Füßen aufgrund einer Zuckererkrankung.

Hilfsmittel sind (technische) Gegenstände, mit denen gesundheitliche Defizite ausgeglichen werden sollen – von der Inkontinenzhilfe (Windeln, Katheder) über Prothesen bis hin zu Rollatoren und Rollstühlen. Gröhe erklärte: „Angesichts der steigenden Zahl älterer, chronisch und mehrfach erkrankter Patientinnen und Patienten müssen wir stärker auf Prävention und Rehabilitation setzen.“

(RP/dpa)

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5 Kommentare

  • Reinhard Müller

    Das wurd auch mal zeit Behinderte sind in Deutschland das fünfte Rad am Wagen… Ob bei Hilfsmittel oder bei der Rente wird gespart… Lächerlich

    1. September 2016 at 13:56
  • Daniela Piehl

    Auch in Deutschland muß jeder seine Rechte kennen und dann dafür kämpfen, dass er/sie sein/e Recht kriegt. LEIDER >:(

    1. September 2016 at 15:11
    • Klinge Borgt

      Erst mal kennen – oft ein Problem und dann noch darum kämpfen müssen – kann ein langes Lied darüber singen 🙁

      2. September 2016 at 12:58
  • Heiko Stapel

    dann sieht man „jetzt“also in der Politik, das unser aller Hilfsmittel ziemlicher Müll waren.Na gucke mal an. 😉

    1. September 2016 at 17:30
  • Tina Crimmann

    Müssen wir also nur noch bis März 2017 den Anwalt im unendlichen Kampf um die Inkoversorgung finanzieren 😉

    1. September 2016 at 18:31

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