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Rollstuhlbasketball-Bundesliga 2013/14: So stark wie noch nie – aber ohne Bumsen

Heute geht die neue Saison los – mit so vielen Stars wie in keinem anderen Land. Ein bekannter Name allerdings fehlt.

In der neuen Bundesliga-Saison wird es krachen: Mit diesem Bild wirbt der RBC Köln 99ers für die Meisterschaft (Foto: RBC Köln 99ers)

In der neuen Bundesliga-Saison wird es krachen: Mit diesem Bild wirbt der RBC Köln 99ers für die Meisterschaft (Foto: RBC Köln 99ers)

Bisher zeigte der deutsche Abonnementmeister RSV Lahn-Dill – und Vorreiter im Bereich Marketing im Behindertensport – seine Spieler stets vor einer schwarzen Leinwand. Dieses Jahr haben sich die Hessen für eine neue Hintergrundfarbe entschieden: Weiß.

Nicht die einzige Neuerung, wenn an diesem Wochenende die Rollstuhlbasketball-Bundesliga (RBBL) zum 35. Mal angepfiffen wird. Sie startet mit dem berechtigten Anspruch, die stärkste Liga in Europa zu sein. Die Saison 2013/2014 präsentiert so viele deutsche und internationale Stars wie noch nie.

Internationale und nationale Stars

So zum Bespiel die beiden US-Boys Joe Chambers (RSC-Rollis Zwickau) und Steve Serio (RSV Lahn-Dill). Aber auch der belgische Ausnahmespieler Samir Bader (Rolling Bulls St. Vith), der deutsche U23-Weltmeister Kai Möller, der tschechische Center Lukas Hartig oder Paralympicssiegerin Annika Zeyen – sie alle sind zwischen Flensburg und Passau auf Korbjagd.

Hinzu kommen mit dem britischen EM-Allstar Abdillah Jama (Zwickau), den fünf niederländischen Nationalspielern Frank de Goede, Edwin Schalkx und Paul Toes (alle Köln) sowie Marc van de Kuilen, Robin Poggenwisch und dem japanischen Scharfschützen Hiroaki Kozai (alle Hamburg) weitere exzellente Qualität.

Die zehn Bundesligisten 2013/2014

Mit Sternchen sind die Titel-Kandidaten gekennzeichnet.
BG Baskets Hamburg
Goldmann Dolphins Trier
Hannover United
Köln 99ers
Mainhatten Skywheelers*
Oettinger RSB Team*
Roller Bulls
Rolling Chocolate Heidelberg
RSC Rollis Zwickau*
RSV Lahn-Dill*

In Hamburg ist (fast) alles neu

Freuen dürfen wir uns auch über die Rückkehrer SGK Heidelberg – der ehemalige Meister von 2003 kehrt nach neunjähriger Bundesliga-Abstinenz zurück und stellt eigenen Aussagen zufolge das jüngste Team in der hächsten Spielklasse – und Hannover United. Beide wollen als Aufsteiger wieder im Oberhaus für Furore sorgen.

Holger Glinicki (hier bei den Paralympics 2012 in Londdon) ist Trainer von BG Baskets Hamburg (Foto: dpa)

Holger Glinicki (hier bei den Paralympics 2012 in Londdon) ist Trainer von BG Baskets Hamburg (Foto: dpa)

Nicht neu, aber mit neuem Namen geht der Vorjahres-Aufsteiger Hamburger SV ins Rennen. Die Norddeutschen mit ihrem Kulttrainer Holger Glinicki (auch Nationaltrainer der Damen) treten nun unter dem Namen BG Baskets Hamburg an und brachten die personell größte Runderneuerung hinter sich.

Gleich sieben Neuzugänge verwandeln das Gesicht der Hanseaten deutlich. Fast komplett neue Teams präsentieren auch Roller Bulls, Köln und und Zwickau, bei denen bis zu sechs neue Spieler dazugekommen sind.

Trotz starker Konkurrenz: RSV ist Top-Favorit

Steve Serio: Der 26-jährige US-Amerikaner trägt nach 16 Monaten wieder das Trikot der Wetzlarer Rollis (Foto: MEDIASHOTS werbefotografie

Steve Serio: Der 26-jährige US-Amerikaner trägt nach 16 Monaten wieder das Trikot der Wetzlarer Rollis (Foto: MEDIASHOTS werbefotografie)

Mit Vorjahres-Halbfinalist Oettinger RSB Team Thüringen – er hat den neuen Trainer Lars Christink –, dem zweifachen Meister Zwickau, dem letztjährigen Finalisten Mainhatten Skywheelers und dem Titelverteidiger RSV Lahn-Dill ist der Favoritenkreis auf die Meisterschaft breit wie nie aufgestellt – dank Rückkehrer Steve Serio ist der RSV aber laut ROLLINGPLANET-Einschätzung Top-Kandidat auf den Titel.

Außerdem lauern im Hintergrund mit Trier und der allein unterhaltenden Wurfmaschine Dirk Passiwan, Köln und den BG Baskets Hamburg drei Kandidaten, die sicher deutlich mehr wollen und können als nur mitzuspielen.

Bier, Bumsen, Basketball

Ein prominenter Name allerdings wird dieses Jahr fehlen: Der Rekordmeister und aktuelle Vizepokalsieger USC München (Schlachtruf: „Bier, Bumsen, Basketball“) hat sich nach monatelangen internen Querelen aus der Bundesliga zurückgezogen – ein Paukenschlag (ROLLINGPLANET berichtete).

Der USC tritt nun in der Zweiten Liga an. Die ehemalige erste Mannschaft der Münchner um Spielertrainer Benjamin Ryklin und Paralympicssiegerin Johanna Welin hat sich selbstständig gemacht und wird als Neuling mit einer Sondergenehmigung in der bayerischen Regionalliga anfangen.

(RP/aj)

Deutsche Meister seit 1973

1973: USC München
1974: USC München
1975: USC München
1976: USC München
1977: BSG Duisburg
1978: BSG Duisburg
1979: BSG Duisburg
1980: RSC Frankfurt
1981: BSG Duisburg
1982: RSC Hamburg
1983: RSC Frankfurt
1984: BSG Duisburg
1985: USC München
1986: BSG Duisburg
1987: USC München
1988: USC München
1989: USC München
1990: USC München
1991: BSG Duisburg
1992: USC München
1993: USC München
1994: RSC Frankfurt
1995: USC München
1996: USC München
1997: RSC Osnabrück
1998: RSV Lahn-Dill
1999: ASV Bonn
2000: ASV Bonn
2001: ASV Bonn
2002: AS Zwickau
2003: SGK Heidelberg
2004: RSV Lahn-Dill
2005: RSV Lahn-Dill
2006: RSV Lahn-Dill
2007: RSV Lahn-Dill
2008: RSV Lahn-Dill
2009: RSC-Rollis Zwickau
2010: RSV Lahn-Dill
2011: RSV Lahn-Dill
2012: RSV Lahn-Dill
2013: RSV Lahn-Dill

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