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Rollstuhlbasketball: Die Playoffs um die Deutsche Meisterschaft starten

RSV Lahn-Dill gegen USC München

Aus dem Hauptrundenspiel zwischen RSV Lahn-Dill gegen USC München: Felix Schell (#14) – der am Samstag nicht mitwirken kann – im Duell mit Benjamin Ryklin (#7), links Sebastian Magenheim (#11). (Foto: Armin Diekmann)

Am Samstag kämpfen Rekordmeister USC München gegen den Titelverteidiger RSV Lahn-Dill und Sensationsaufsteiger Oettinger RSB Team Thüringen gegen Deutschlands Nummer Zwei, RSC-Rollis Zwickau, um den Einzug ins Finale.

München

(aj) – Titelverteidiger RSV Lahn-Dill muss im ersten Playoff-Halbfinale am Samstag um 17 Uhr beim deutschen Rekordmeister USC München antreten, um sich für das entscheidende Rückspiel eine Woche später in Wetzlar eine gute Ausgangsposition zu verschaffen. Der Sieger qualifiziert sich für das Finale „Best-of-Three“ am 14./15. und 21./22. April.

An der Säbener Straße trifft die Mannschaft von Trainer Nicolai Zeltinger dabei auf einen Gegner, dem es in dieser Saison als bisher einzigem Team gelang, dem RSV eine Pflichtspielniederlage zuzufügen. Die 57:67-Heimpleite am 20. November des vergangenen Jahres ist im Halbfinale aber gleichzeitig die Motivationsspritze für den achtfachen Meister aus Mittelhessen.

„Gegen München muss ich meine Mannschaft nicht motivieren, das ist nach der für uns lehrreichen Heimniederlage ein Automatismus“, so der 40-Jährige Headcoach des amtierenden Titelträgers aus Wetzlar, der hinzufügt: „Und natürlich darf es für uns nur ein Ziel geben, und das muss Finale heißen!“.

Gegen die erfahrenen Münchner, die bereits dreizehn mal den Titel an die Isar holen konnten, wird dies jedoch kein einfaches Unterfangen, denn die Truppe aus der bayrischen Landeshauptstadt hat nach einer guten Saison, dem Einzug in die Playoffs und dem Final Four um den DRS-Pokal bereits ihr Soll absolut erfüllt. Der USC tritt also ohne jeglichen Druck an, kann als Außenseiter zudem befreit aufspielen und will natürlich selbst der Spielzeit 2011/2012 das i-Tüpfelchen aufsetzen.

Zentrale Figur im Team der Münchner ist dabei vor allem Benjamin Ryklin, der insbesondere in der Offensive überzeugt. Mit einem Schnitt von 21,5 Punkten pro Partie rangiert der 25-Jährige in der Korbschützenliste der Rollstuhlbasketball-Bundesliga hinter Topscorer Dirk Passiwan auf Rang zwei.

Doch Ryklin ist nicht der einzige Trumpf, den der USC in die Waagschale werfen kann. Mit Nationalspieler Sebastian Magenheim (18,0 Punkte pro Spiel) und Ben Döring (16,6) verfügt der RSV-Kontrahent über zwei weitere wichtige Schlüsselspieler. Zudem verstärkte sich der Traditionsverein vor zwei Monaten noch einmal mit der ehemaligen deutschen Nationalspielerin Nu Nguyen-Thi vom BSSV Kaufbeuren.

RSV-Trainer Zeltinger muss in den Halbfinals, wie auch für die gesamte Restsaison, auf Center Felix Schell verzichten, der sich im westfälischen Münster einer Knieoperation unterziehen musste und damit langfristig ausfällt. „Ansonsten ist der gesamte Kader fit und ebenso heiß auf das Duell mit den Münchnern“, ist sich Nicolai Zeltinger auch des emotionalen Aspektes in seinem Team sicher.

Elxleben

(rsc/rsb) – Im zweiten Semifinale stehen sich im Ostderby am Samstag zeitgleich die Überraschungsmannschaft der Saison, das RSB Team Thüringen, und der RSC-Rollis Zwickau gegenüber. Nachdem die Spieler des RSC-Rollis Zwickau ihre Aufgabe auf internationalem Parkett in der letzten Woche mit Bravour gemeistert haben, geht es im Playoff-Halbfinale für die Sachsen auswärts gegen die starken Thüringer vom RSB Team aus Elxleben (Landessportzentrum ,17 Uhr). Eine Woche später gastiert das Team von Joseph Jaglowski auf dem Scheffelberg.

Das Oettinger RSB Team Thüringen war erst in dieser Saison in die erste Bundesliga aufgestiegen und hat seither einen kometenhaften Aufstieg erlebt. Zunächst im Mittelfeld der Tabelle platziert, sicherte sich die Mannschaft Anfang dieses Jahres unter anderem mit Siegen gegen Köln, München, Trier, Frankfurt und auch Zwickau die Teilnahme an den Playoffs.

Der dritte Tabellenplatz als Neuling der Liga ist sensationell. 

Im Duell gegen die Zwickauer Rollis, die bereits seit mehr als zehn Jahren im Oberhaus des deutschen Rollstuhlbasketballs mitspielen, sind die Thüringer alles andere als ein Underdog. Das Team um Topscorer Joakim Linden begegnet den Muldestädtern auf Augenhöhe, zeigt jedoch Respekt: „Die Zwickauer haben sowohl auf nationaler, als auch internationaler Ebene in den letzten Jahren alles gewonnen, was es zu gewinnen gab.“

Coach Josef Jaglowski und Kapitän Taz Capasso können auf den kompletten Kader zurückgreifen. „Wir werden alles geben, um die ungeschlagene Serie 2012 so lange wie möglich zu erhalten“, erklärte der vor Selbstvertrauen strotzende Kapitän Taz Capasso.

In der abgelaufenen Saison belegten RSC-Rollis aus der Schubert-Stadt klar den zweiten Platz in der 1.RBBLiga – obwohl sie unerwartet zum Jahreswechsel den Ausfall ihres amerikanischen Center und Topscorer Jo Chambers hinnehmen mussten. Gegen den Sensationsaufsteiger werden sie an ihre gute Leistung aus dem Euroleague 1 Turnier anknüpfen müssen. Zwickau-Trainerin Manuela Krause ist sich sicher, dass ihre Schützlinge das Potential haben, in das Finale der Bundesliga einzuziehen, wenn jeder einzelne hochkonzentriert bei der Sache ist: „Präsentieren sich die Rollis so wie gegen Besiktas, Santo Stefano und Hyéres vor einer Woche, ist ein Sieg definitiv drin.“

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