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Rollstuhlbasketball: Final Four um DRS-Pokal steigt in Hannover

Favorit RSV Lahn-Dill will den ersten Titel der Saison nach Wetzlar holen. Dafür muss der Meister aber erst mal Dirk Passiwan stoppen. Von Andreas Joneck

So feierte der RSV Lahn im vergangenen Jahr den DRS-Pokalsieg (Foto: Armin Diekmann)

So feierte der RSV Lahn im vergangenen Jahr den DRS-Pokalsieg (Foto: Armin Diekmann)

Im Final Four um den Pokal des Deutschen Rollstuhl-Sportverbands (DRS) fällt am kommenden Wochenende in der niedersächsischen Landeshauptstadt die erste Titelentscheidung der laufenden Saison.

Im Halbfinale am Samstag stehen sich zunächst Gastgeber Hannover United, frisch gebackener Meister der 2. Bundesliga Nord, und die Mainhatten Skywheelers (15:30 Uhr) in der Sporthalle Stöcken gegenüber, ehe es um 18 Uhr an gleicher Stelle zum Duell der Goldmann Dolphins Trier gegen den Titelverteidiger RSV Lahn-Dill kommt.

RSV Lahn-Dill im Umbruch

Für die neuformierte junge Mannschaft der Wetzlarer Rollis ist der mögliche Griff nach dem Deutschen Pokal die erste ganz große Bewährungsprobe nach dem personellen Umbau im vergangenen Sommer.

Kein ganz einfacher Weg: Bereits in der ersten Hauptrunde hatten es die Mittelhessen mit dem letztjährigen Pokalfinalgegner USC München zu tun, danach musste die Aufgabe beim ambitionierten Meister der 2. Bundesliga Süd aus Heidelberg bewältigt werden.

Im Viertelfinale kurz vor Weihnachten am 22. Dezember stellte die Truppe von Trainer Nicolai Zeltinger ihre mentale Stärke unter Beweis und schaltete Mitfavorit RSB Team Thüringen aus. So stehen nun die Wetzlarer Rollis trotz eines Umbruchs im Final Four um die 29. Entscheidung im Deutschen Pokal und treffen dort auf die Dolphins aus Trier.

Wird Dirk Passiwan wieder ein Alptraum?

Das Team von der Mosel hat in dieser Saison Höhen und Tiefen erlebt und dabei auf einem der Höhepunkte im Viertelfinale den hochgehandelten RSC-Rollis Zwickau mit 100:91 bezwungen.

Überragender Akteur war dabei einmal mehr Scharfschütze Dirk Passiwan, der in diesem Spiel unfassbare 58 Punkte erzielen konnte und damit zum Alptraum der Sachsen wurde. Ihn zu kontrollieren wird die entscheidende Mammutaufgabe für Lahn-Dill um Kapitän Michael Paye im Semifinale am Samstag um 18 Uhr sein.

Außenseiter Trier macht sich Mut. Passiwan, der auch Spielertrainer ist, kündigte an: „Meine Mannschaft wird sich zerreißen, um die Sensation, sprich den Einzug ins Pokal-Finale am Sonntag, zu verwirklichen.“

Frankfurter sind Favoriten gegen Hannover

Eine nur vermeintlich etwas leichtere Aufgabe wartet auf den zweiten hessischen Teilnehmer am Final Four 2013. Die Mainhatten Skywheelers treffen im ersten Halbfinale des Tages bereits um 15:30 Uhr auf den hochmotivierten Gastgeber und frisch gebackenen Aufsteiger in die erste Bundesliga.

Im Viertelfinale hatten die Niedersachsen mit 81:55 beim RSV Lahn-Dill II triumphiert. Die Hannoveraner sind damit das erste Team aus dem Unterhaus, das sich seit 2005 für die Pokalendrunde qualifizieren konnte. Die Frankfurter ihrerseits spazierten relativ locker ins Final Four und buchten mit einem 69:52-Erfolg beim Zweitligisten Hot Rolling Bears Essen zuletzt das Ticket für Hannover.

Wieder ein rein hessisches Duell?

Einen Erfolg im Halbfinale vorausgesetzt, könnte es also im Pokalfinale wie in der Meisterschaft zu einem rein hessischen Duell kommen, das einmal mehr die Leistungsstärke dieses Bundeslandes unterstreichen würde. In einem solchen Endspiel stünden auf beiden Seiten zehn deutsche Nationalspieler, die bei den Paralympics 2012 in London gemeinsam an den Start gegangen sind.

Comeback von Gesche Schünemann

Beim RSV Lahn-Dill kommt es dabei nach über drei Monaten zum Comeback von Goldmedaillengewinnerin Gesche Schünemann, die nach überstandener Fingeroperation im Dezember und sich anschließender Reha erstmals wieder im Kader des neunfachen Pokalsiegers aus Wetzlar steht. Trainer Zeltinger kann darüber hinaus fast auf seinen kompletten Kader zurückgreifen, denn lediglich Schünemanns Goldkollegin Annabel Breuer wird in Hannover nicht im RSV-Trikot zu sehen sein.

Unabhängig von der Schwere der Aufgabe das Endspiel am Sonntag um 14:30 Uhr zu erreichen und dieses eventuell auch noch gewinnen zu können, haben die RSV-Fans die Dienstreise nach Niedersachsen bereits unter das Motto „Mission 10“ gestellt.

RSV Lahn-Dill ist Rekordpokalsieger

Im vergangenen Jahr war es der ehemalige Kapitän Joey Johnson, der nach dem Finalsieg 2012 den DRS-Pokal zum neunten Mal für den RSV nach oben recken durfte. Mit dem hohen 71:45-Endspielerfolg über den USC München, löste Lahn-Dill damals den bisherigen Rekordpokalsieger aus München ab und verpasste sich selbst die neue Rekordmarke in diesem Wettbewerb.

Der DRS-Pokal wurde erstmals 1985 ausgespielt, Premierensieger vor 28. Jahren war damals die RSG Koblenz. Im Jahr 2002 gewann dann der RSV erstmals den Cup, was folgte waren acht weitere stolze Cuperfolge binnen zehn Jahren.

Final Four 2013

Final Four 2013

Halbfinale:
Hannover United – Mainhatten Skywheelers (Sa., 15:30 Uhr)
Goldmann Dolphins Trier – RSV Lahn-Dill (Sa., 18:00 Uhr)

Spiel um Platz drei (So., 12:00 Uhr)

Endspiel um den DRS-Pokal (So., 14:30 Uhr).

(Der Autor ist Manager des RSV Lahn-Dill)

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