""

Rollstuhlbasketball: Mainhatten Skywheelers verlieren gegen den Meister

Dennoch macht der Frankfurter Coach der Liga Hoffnung: „Lahn-Dill ist keineswegs unschlagbar.“

RSV-Center Joe Bestwick (#4) nimmt Maß, vorne v.l.: Steve Serio (#16), Lars Lehmann (#7), Sebastian Magenheim (#9), Sebastian Wolk (#12). (Foto: Andreas Joneck)

RSV-Center Joe Bestwick (#4) nimmt Maß, vorne v.l.: Steve Serio (#16), Lars Lehmann (#7), Sebastian Magenheim (#9), Sebastian Wolk (#12). (Foto: Andreas Joneck)

Titelverteidiger und Tabellenführer RSV Lahn-Dill hat mit einem 68:52 (16:17/37:26/58:36)-Erfolg bei den Mainhatten Skywheelers seine Tabellenführung in der Rollstuhlbasketball-Bundesliga (RBBL) behauptet. Die beiden Play-off-Finalisten der vergangenen Meisterschaft zeigten von Beginn an ein sehr körperbetontes Hessenderby. Die Wetzlarer Rollis ließen sich dadurch zunächst aus dem Konzept bringen, ehe sie im zweiten Viertel ihre Souveränität zurückfanden und mit diesem Rückenwind die Partie in Frankfurt sicher dominierten.

Freundschaftliche Atmosphäre trotz eines bissigen Derbys, RSV v.l.: Michael Paye, Jan Haller, Björn Lohmann, Christopher Huber, Marco Zwerger; Skywheelers v.l.: Johannes Hengst, Anne Brießmann, Sebastian Wolk, Andreas Kress, Maria Kühn, Sebastian Magenheim, Thomas Becker (Foto: Andreas Joneck)

Freundschaftliche Atmosphäre trotz eines bissigen Derbys, RSV v.l.: Michael Paye, Jan Haller, Björn Lohmann, Christopher Huber, Marco Zwerger; Skywheelers v.l.: Johannes Hengst, Anne Brießmann, Sebastian Wolk, Andreas Kress, Maria Kühn, Sebastian Magenheim, Thomas Becker (Foto: Andreas Joneck)

„Wir haben mit einer zur Vorwoche veränderten Startformation am Anfang etwas Souveränität vermissen lassen und uns von der Atmosphäre auf dem Parkett anstecken lassen“, war RSV-Trainer Nicolai Zeltinger mit dem Auftakt nicht zufrieden. Die rund 500 Besucher in der Frankfurter Franz-Böhm-Sporthalle sahen zwar zunächst das 6:2 (4.) und wenig später das 11:6 (7.) nach einem Drei-Punkte-Spiel von Jan Haller.

Böhme bringt die Wende

Doch in der Folge schien zunächst das Konzept der Gastgeber, mit viel Aggressivität zu operieren, aufzugehen, während sich der RSV in Wortgefechte verstrickte. Zusätzlich klemmte es in dieser Phase bei den Außenschützen des RSV, deren Würfe aus der Mitteldistanz selten ihr Ziel in der Frankfurter Reuse fanden.

So lagen die Skywheelers durch Sebastian Magenheims 12:11 in der neunten Spielminute erstmals in Front und gingen mit einem Drei-Punkte-Spiel durch Neuzugang Thomas Becker zu Beginn des zweiten Spielviertels sogar mit 20:16 (12.) in Führung.

Erst jetzt, mit der zusätzlichen Einwechselung von Thomas Böhme, zog der zehnfache Deutsche Meister das Spiel an sich, erkämpfte sich die Führung durch Center Dirk Köhler zum 26:24 (14.) schnell zurück und ließ mit einer nun sattelfesten Defensive den nicht von ihrer Taktik abweichenden Frankfurtern in der Folge kaum noch eigene Chancen. So wuchs die Führung über 31:24 (17.) bis zur Halbzeit bereits auf 37:26 an.

Joe Bestwick bestens in Szene gesetzt

Auch nach dem Seitenwechsel setzte sich diese Tendenz fort. Kapitän Michael Paye erhöhte mit einer schönen Einzelleistung zum 41:28 (21.), und Nationalspielerin Annabel Breuer ließ das 49:28 (26.) folgen, ehe vor allem der britische Center Joe Bestwick immer wieder von seinen Teamkollegen in bestens Szene gesetzt werden konnte. Der Europameister markierte so elf Punkte nahezu in Serie und schraubte das Ergebnis beim 58:32 (29.) zwischenzeitlich auf die höchste Führung während der gesamten Partie.

Topscorer Joe Bestwick (#4) wird von Lars Lehmann (#7) attackiert, rechts Anne Brießmann (#14), im Hintergrund Sebastian Magenheim (#9) und Michael Paye (#5). (Foto: Andreas Joneck)

Topscorer Joe Bestwick (#4) wird von Lars Lehmann (#7) attackiert, rechts Anne Brießmann (#14), im Hintergrund Sebastian Magenheim (#9) und Michael Paye (#5). (Foto: Andreas Joneck)

Konnte RSV Head Coach Zeltinger mit den Vierteln zwei und drei absolut zufrieden sein, schlich sich in der Schlussphase diesmal der Schlendrian bei seinem Team ein. Viel zu passiv und verhalten agierte der Gast aus Mittelhessen in Anbetracht der hohen Führung, während die Frankfurter dies eiskalt ausnutzten und über das Nationalmannschafts-Duo Thomas Becker und Sebastian Wolk zu einer klaren Ergebniskosmetik kamen.

„Das dritte Viertel war wirklich perfekt, aber wie wir uns danach auf uns gegenseitig verlassen haben, ohne selbst das Heft in die Hand zu nehmen, bedarf noch einer klaren Nachbesprechung“, so Nicolai Zeltinger wenige Tage vor seinem 42. Geburtstag.

18 starke Minuten genügen nicht

„Unzufrieden bin ich nicht. Man merkt weiterhin, dass uns eine Saisonvorbereitung fehlt. Die Abstimmung wird allerdings von Spiel zu Spiel besser“, lautete hingegen das Fazit von Skywheelers-Coach Malik Zahary nach dem Schlusspfiff. „Im Anschluss sind wir etwas nachlässig geworden und haben uns nicht mehr an unsere Prinzipien gehalten. Gegen so eine Spitzenmannschaft wie den RSV Lahn-Dill genügen eben nicht nur starke 18 Minuten, da musst du 40 Minuten auf deinem Level spielen“.

Bei den Skywheelers zeigte Neuzugang Thomas Becker, der vor Rundenbeginn aus Köln an den Main wechselte, eine starke Leistung und streute 16 Punkte ein. „Thomas ist in Frankfurt angekommen“, freut sich Zahary über die Leistung des National-Centers und macht der Liga Hoffnung: „Lahn-Dill ist keineswegs unschlagbar. Für mich ist das Ergebnis am Ende deutlicher, als der Spielverlauf war.“

Frankfurt: Thomas Becker (14), Sebastian Magenheim (14), Andi Kress (9), Sebastian Wolk (7), Anne Brießmann (4), Lars Lehmann (4), Maria Kühn, Tim Diedrich (n.e.), Johannes Hengst (n.e.), Anna Maria Müller (n.e.).

Lahn-Dill: Joe Bestwick (18), Thomas Böhme (12), Michael Paye (12), Dirk Köhler (9), Jan Haller (7), Steve Serio (6), Annabel Breuer (2), Marco Zwerger (2), Christopher Huber, Björn Lohmann, Felix Schell, David Amend (n.e.).

RBBL, 6. Spieltag (2./3.11.2013)

Hannover United – Goldmann Dolphins Trier: 46:92
Mainhatten Skywheelers – RSV Lahn-Dill: 52:68
RSC Rollis Zwickau – BG Baskets Hamburg: 78 :77
Roller Bulls – Köln 99ers: 74:65
Rolling Chocolate Heidelberg – Oettinger RSB Team: 55:77

Tabelle

1. RSV Lahn-Dill 12:0 (461:268)
2. Oettinger RSB Team 10:2 (456 : 345)
3. RSC Rollis Zwickau 10:2 (433:368)
4. BG Baskets Hamburg 8:4 (448:384)
5. Köln 99ers 6:6 (373:393)
6. Goldmann Dolphins Trier 4:8 (413:411)
7. Mainhatten Skywheelers 4:8 (369:392)
8. Roller Bulls 4:8 (331:444)
9. Rolling Chocolate Heidelberg 2:10 (355:444)
10. Hannover United 0:12 (298 :488)

(RP/aj/sl)

Diesen Artikel teilen:
ROLLINGPLANET

ROLLINGPLANET

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

KOMMENTAR SCHREIBEN