Rollstuhlbasketball: RSVize Lahn-Dill endet als Triple-Loser

Einen Tag nach der Massenschlägerei verlieren die Hessen auch ihren dritten Titel – CD Illunion Madrid ist neuer Champions-League-Sieger.

Machte gegen CD Illunion Madrid sein letztes Spiel für RSV Lahn-Dill: Steve Serio (mit Ball) geht zurück nach New York. (Foto: Armin Diekmann)

Machte gegen CD Illunion Madrid sein letztes Spiel für RSV Lahn-Dill: Steve Serio (mit Ball) geht zurück nach New York. (Foto: Armin Diekmann)

Andere wären froh, wenn sie drei Mal Vize würden – doch für das Team aus Wetzlar ist es eine bittere Bilanz: Der RSV Lahn-Dill, bis vor wenigen Wochen noch das Maß aller Dinge im deutschen und europäischen Rollstuhlbasketball, konnte auch seinen dritten Titel nicht verteidigen.

Nachdem die Hessen zuletzt gegen RSB Thuringia Bulls die Deutsche Meisterschaft und den DRS-Pokal verloren, blieb am Sonntag beim letzten Finale dieser Spielzeit ebenfalls der erhoffte Jubel aus: RSV Lahn-Dill unterlag in der Champions League dem spanischen Rekordmeister CD Illunion Madrid klar und verdient mit 45:71 (14:20/31:38/39:56).

Dem neuen Gewinner der Königsklasse gelang damit eine eindrucksvolle Revanche. Im Endspiel des vergangenen Jahres waren sie den Hessen noch mit 54:67 unterlegen gewesen. Für den Verein von der iberischen Halbinsel war es der zweite Champions-League-Triumph nach 19 Jahren.

RSV Lahn-Dill weitgehend chancenlos

Nachdem die Spanier von 6:3 (3.) in der Anfangsphase bis auf 16:9 (6.) davonzogen, gehörte das zweite Viertel zunächst den Mittelhessen, die frühzeitig taktisch umstellten. Nationalspielerin Annabel Breuer und Joe Bestwick brachten neuen Schwung, und nach einem Dreier von Kapitän Michael Paye war es Thomas Böhme, der beim 21:20 (12.) die Führung für die Wetzlarer erzielen konnte. Es war einer seiner wenigen erfolgreichen Ausflüge zum gegnerischen Korb. Insgesamt traf Böhme nur zwei Mal – im Gegensatz zum letztjährigen Finale, als er in Weltklasseform sensationelle 30 Punkte erzielte.

In einem Spiegelbild des damaligen Endspiels, jedoch mit umgekehrten Vorzeichen, ließ sich die Mannschaft um das bärenstarke Trio Alejandro Zarzuela, Rodney Hawkins und Bill Latham nicht aus der Ruhe bringen. Bereits drei Minuten nach der RSV-Führung hatte Madrid beim eigenen 31:23 (15.) durch den Kolumbianer Hawkins bereits wieder die Nase vorn.

Zwickau wird Letzter

Auch nach dem Seitenwechsel boten die Spanier wenig Angriffsfläche, während bei den Mittelhessen mit wachsendem Rückstand die Kräfte nach einem überaus intensiven Turnier in der Königsklasse schwanden. Spätestens beim 60:40 (34.) durch den Australier Latham war die Entscheidung im 41. Champions-League-Endspiel in der Geschichte dieses Wettbewerbs gefallen.

Dritter wurde Unipol Briantea ’84 Cantu nach einem 74:64-Erfolg gegen SSD Santa Lucia Rom. Der zweite deutsche Vertreter in der Champions League, BSC-Rollers Zwickau, verlor das Spiel um Platz 7 mit 52:63 gegen GSD Porto Torres. Die Endrunde mit acht Mannschaften fand in Zwickau statt und wurde am Vortag von einer Massenschlägerei überschattet.

Madrid: Terry Bywater (24/1 Dreier), Bill Latham (17), Alejandro Zarzuela (13), Rodney Hawkins (10), Pablo Zarzuela (7), Jaume Llambi, Rafael Muino, Sara Revuelta, Angel Silvela, Virginia Perez, Daniel Stix, Carlos Vera.

Lahn-Dill: Michael Paye (20/1), Steve Serio (11/1), Joe Bestwick (4), Thomas Böhme (4), Nico Dreimüller (4), Dirk Köhler (1), Felix Schell, Björn Lohmann, Annabel Breuer, Jan Haller, Marco Zwerger, Christopher Huber (n.e.).

(RP/PM)

Diesen Artikel teilen:
ROLLINGPLANET

ROLLINGPLANET

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

KOMMENTAR SCHREIBEN