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Rollstuhlbasketballer erklären Kindern Behinderung und Inklusion

Wie der Zweitbundesligist Jena Caputs bei einer Projektwoche in der Heinrich Heine Grundschule begeisterte. Von Thomas Henkel

Projektwoche in der Heinrich Heine Grundschule in Jena (Thüringen)

Projektwoche in der Heinrich Heine Grundschule in Jena (Thüringen)

Strahlende Augen – Begeisterung – Emotionen – Erlebnis – so oder ähnlich lässt sich kurz und knapp beschreiben, was die rund 330 Schüler der Heinrich Heine Schule Jena während der „Woche der Integration“ (18.-22.11.2013) erlebten. An der Grundschule ging es vor allem darum, den Kindern das Leben mit Behinderung und Inklusion näher zu bringen. Dabei war der Sportunterricht, in dem die Jena Caputs den begeisterten Schülern Rollstuhlbasketball näher brachten, nur ein Fach, in dem über Behinderung und Integration gesprochen wurde.

In vielen Fächern wurde über das Thema gesprochen und auf verschiedene Weise behandelt. Die Sportart Rollstuhlbasketball, die als integrativste Sportart der Welt gilt, stand die komplette Woche im Mittelpunkt des Sportunterrichts. Von den Jena Caputs waren immer mindestens zwei Spieler vor Ort und führten mit viel Gefühl durch die Sportstunden.

Viele neue Fans gewonnen

Die Schulleiterin Karin Arnold zeigte sich begeistert: „Für die Schüler und Schülerinnen war es ein ganz tolles Erlebnis, diese Erfahrung zu machen und den Umgang mit Menschen mit Behinderungen zu erfahren. Ich denke, durch Eure natürliche Art habt Ihr es geschafft, Berührungsängste abzubauen.“ Außerdem wurden eine Menge neuer Fans gewonnen. Beim Heimspiel gegen den ASV Bonn (51:39) am anschließenden Samstag war ein Großteil der Schüler in der Werner-Seelenbinder-Halle und feuerte die Caputs lautstark an.

Für die Caputs selbst war es das erste Mal, dass eine komplette Woche an einer Schule gestaltet wurde. Die Erst- und Zweitklässler hatten jeweils eine Unterrichsstunde, um die Grundlagen des Rollstuhlbasketballs zu erlernen und einige Koordinationsspiele zu erproben. Am Ende fand ein kurzes Basketballspiel statt.

„Rollstuhlbasketball macht Schule“

In den dritten und vierten Klassen konnten in einer Doppelstunde zusätzlich noch Techniken, zum Beispiel Ballaufnahme aus dem Rollstuhl heraus, spielerisch erlernt werden. Die Schüler konnten ihre Fragen zum Sport und den Sportstühlen stellen. Außerdem war es den Spielern der Jena Caputs wichtig, dass die Schüler sehen, dass Rollstuhlbasketball ein Leistungssport ist und auch Menschen mit Behinderung ihr Leben in geregelten Bahnen und mit Spaß fortführen können.

„Für uns als Verein war die Woche an der Heinrich Heine Schule ein voller Erfolg. Wir hatten Spaß, die Kinder hatten Spaß und am Ende haben wir viele Kinder für unseren Sport begeistern können“, so Daniela Heinecke von den Jena Caputs. Das Projekt in der Heinrich Heine Schule war nur eines von vielen Schulprojekten, die während des gesamten Jahres bei den Caputs angefragt werden. Unter dem Motto „Rollstuhlbasketball macht Schule in Jena“ sind die Spieler des Zweitligisten immer wieder in Schulen aktiv, um den Schülern und auch den Lehrern Rollstuhlbasketball, und damit die integrativste Sportart der Welt näher zu bringen.

(RP)

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