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Neurologe aus Basel erhält mit 100.00 Euro dotierten Preis für MS-Forschung

ROLLINGPLANET-Tagebuch: Frühchen irrtümlich für tot erklärt +++ Para-Schwimm-WM +++ Barrieren im öffentlichen Nahverkehr +++ Gehörlosengeld in Thüringen soll kommen +++ Rollstuhlfahrer in zu heißem Wasser gebadet – tot


TAGEBUCH
MONTAG, 11. DEZEMBER 2017
Multiple Sklerose

Ludwig Kappos mit Sobek-Forschungspreis ausgezeichnet

Der in Basel tätige Neurologe Ludwig Kappos (64) hat am Freitag in Stuttgart den mit 100.000 Euro dotierten Sobek-Forschungspreis erhalten. Mit der Ehrung zeichnet die Sobek-Stiftung richtungsweisende wissenschaftliche Leistungen im Bereich der Grundlagenforschung für Multiple Sklerose (MS) aus. Es ist die europaweit höchst dotierte Ehrung für Grundlagenforschung. Kappos beschäftigt sich als Chefarzt der Neurologischen Klinik und Poliklinik am Universitätsspital Basel besonders mit angewandter Therapieforschung bei MS. Als bedeutender Experte auf diesem Gebiet gebe Kappos wertvolle Impulse, sagte Ministerialdirektor Ulrich Steinbach vom Wissenschaftsministerium in seiner Laudatio.
Den mit 15.000 Euro dotierten Nachwuchspreis erhielt Anneli Peters, Wissenschaftlerin am Institut für Klinische Neuroimmunologie am
Universitätsklinikum München. Die 35 Jahre alte Medizinerin untersucht, wie die verschiedenen Arten von Immunzellen des Immunsystems bei der MS-Entstehung zusammenwirken.
Die Sobek-Stiftung mit Sitz in Renningen (Kreis Böblingen) wurde 1994
von Marga und Roman Sobek gegründet, nachdem ihr einziges Kind im
Alter von 21 Jahren an MS gestorben war. Die Krankheit ist eine
chronische Entzündung des Nervensystems und unheilbar. (dpa/lsw)

FREITAG, 8. DEZEMBER 2017
Schleswig-Holstein

Landesrechnungshof: Massive Defizite bei der Inklusion an Schulen

Der Landesrechnungshof hat massive Defizite bei der Umsetzung der Inklusion an Schleswig-Holsteins Grundschulen festgestellt. Es fehlten in erheblichem Umfang Lehrer und Sonderpädagogen, sagte die Präsidentin des Rechnungshofes, Gaby Schäfer, heute in Kiel bei der Vorstellung des Berichts „Inklusion an Schulen“.
Statt wie in der Vergangenheit die Inklusionsquote zu erhöhen, müsse erst die Qualität verbessert werden. Für das von der Landesregierung für alle Schularten und Schulen angestrebte inklusive Schulsystem habe Schleswig-Holstein schlichtweg nicht die personellen und finanziellen Ressourcen. (dpa/lno)

Indien

Frühchen irrtümlich für tot erklärt

Nachdem Ärzte eines Krankenhauses in Neu-Delhi ein Frühchen fälschlicherweise für tot erklärt haben, hat die indische Regierung der Klinik die Lizenz entzogen. Das Krankenhaus habe sich der verbrecherischen Fahrlässigkeit schuldig gemacht, teilte das Gesundheitsministerium heute mit. „Das ist das dritte Mal, dass dem Krankenhaus in den vergangenen drei Monaten ein schwerer Fehler unterlaufen ist“, sagte der Gesundheitsminister Satyendra Jain.
Vergangene Woche erklärten Ärzte des Krankenhauses in Neu-Delhi ein neugeborenes Zwillingspaar für tot, obwohl eines der Frühchen noch lebte. Nachdem die Eltern bei der Beerdigung ihrer Kinder Lebenszeichen bei dem Jungen bemerkten, brachten sie ihn in ein anderes Krankenhaus und erstatteten Anzeige. Das Kind starb am Mittwoch an Infektionen. Gegen die behandelnden Ärzte wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. (dpa)

DONNERSTAG, 7. DEZEMBER 2017
Schwimm-Weltmeisterschaft

WM-Gold für Berlinerin Breuer

Janina Breuer mit Trainer Phillip Semechin (Foto: DBS)

Janina Breuer mit Trainer Phillip Semechin (Foto: DBS)

Die Berlinerin Janina Breuer hat bei der WM in Mexiko die insgesamt dritte deutsche Goldmedaille für die Schwimmer des Deutschen Behindertensportverbandes geholt. Die 19-Jährige siegte in der Startklasse der geistig Behinderten über 100 Meter Rücken in 1:11,02 Minuten.
„Janina ist heute ein super Rennen geschwommen. Sie hat passend zum Saison-Highlight auf den Punkt ihre Leistung abgeliefert. Sie hat genau das umgesetzt, was ihr Heimtrainer Phillip Semechin ihr im Vorfeld mitgegeben hat. Wir wussten, dass sie in diesem Bereich schwimmen kann“, sagte Bundestrainerin Ute Schinkitz.
Zuvor hatte die blinde Maike Naomi Schnittger die Titel über 50 und 100 Meter Freistil gewonnen. Denise Grahl und Elena Krawzow mussten ihre Rennen gesundheitsbedingt absagen. Die WM war wegen des schweren Erdbebens vom September verschoben worden, die Deutschen sind nur mit fünf Sportlern am Start. (RP/DBS/dpa)

MONTAG, 4. DEZEMBER 2017
Schwimm-Weltmeisterschaft

Schnittger holt Gold: „Es war das wahrscheinlich härteste Rennen meines Lebens“

Maike Naomi Schnittger gewann erstmals WM-Gold. (Archivfoto/Facebook)

Maike Naomi Schnittger gewann erstmals WM-Gold. (Archivfoto/Facebook)

Die 23-jährige sehbehinderte Para-Schwimmerin Maike Naomi Schnittger, die für den SC Potsdam startet, hat am zweiten Wettkampftag der Schwimm-WM der Behinderten in Mexiko-Stadt den Titel in der Startklasse S 12 über 100 Meter Freistil gewonnen. Sie schlug nach 1:01,50 Minuten als Erste an. Für die Paralympics-Zweite (50 m Freistil) von Rio war es das erste WM-Gold überhaupt.
„Es war das wahrscheinlich härteste Rennen meines Lebens, auch durch die Höhe“, kommentierte Schnittger das Finale. Die WM findet 2250 Meter über Meereshöhe statt. Pech hatten die beiden Berliner Vertreter im kleinen Fünf-Athleten-Aufgebot des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) zum Auftakt. Elena Krawzow (23) und Janina Breuer (19/beide PSC Berlin) mussten erkrankt ihre ersten Starts absagen. (dpa)

SAMSTAG, 2. DEZEMBER 2017
Brandenburg

Behindertenbeauftragter fordert weniger Barrieren im Nahverkehr

Jürgen Dusel ist seit Mai 2010 der Beauftragte der Landesregierung für die Belange der Menschen mit Behinderungen des Landes Brandenburg. (Pressefoto)

Jürgen Dusel ist seit Mai 2010 der Beauftragte der Landesregierung für die Belange der Menschen mit Behinderungen des Landes Brandenburg. (Pressefoto)

Brandenburgs Landesbehindertenbeauftragter Jürgen Dusel hat mehr barrierefreie Angebote im öffentlichen Nahverkehr gefordert. „Beispielsweise müssen viele Straßenbahnen neu beschafft werden, damit diese zukünftig von allen Menschen auch barrierefrei genutzt werden können“, sagte Dusel anlässlich des internationalen Tages der Menschen mit Behinderung an diesem Sonntag (3. Dezember).
Er erinnerte an das jüngst ausgegebene Ziel der rot-roten Koalition, eine „moderne Heimat für alle“ schaffen zu wollen: „Wenn wir von einer ,modernen Heimat für alle‘ sprechen, dann müssen wir aber auch wirklich an alle Menschen im Land denken.“ (dpa/bb)

DONNERSTAG, 30. NOVEMBER 2017
Thüringen

Gehörlosengeld soll rückwirkend zum 1.7.2017 eingeführt werden

Sozialministerin Heike Werner (Linke). (Foto: dpa)

Sozialministerin Heike Werner (Linke). (Foto: dpa)

Thüringens Landesregierung hat am einen Gesetzentwurf zur Einführung eines Gehörlosengelds im Freistaat auf den Weg gebracht. Künftig sollen Betroffene unabhängig von ihrem Einkommen 100 Euro monatlich erhalten, sagte Sozialministerin Heike Werner (Linke) in Erfurt. „Gehörlose Menschen haben unbestreitbar einen Mehraufwand, um am sozialen Leben teilhaben zu können“, so Werner. Dieser Nachteil gegenüber anderen Bevölkerungsgruppe solle mit dem Gehörlosengeld ausgeglichen werden.
Der vom Kabinett beschlossene Gesetzentwurf soll noch im Dezember in den Landtag eingebracht werden. Sollte der Landtag zustimmen, könnte das Gesetz rückwirkend zum 1. Juli 2017 in Kraft treten. (dpa/th)

DIENSTAG, 28. NOVEMBER 2017
Österreich

Rollstuhlfahrer in zu heißem Wasser gebadet – tot

(Symbolfoto: Günther Schad/pixelio.de)

(Symbolfoto: Günther Schad/pixelio.de)

Im Pflegeheim Hartheim in Oberösterreich hat eine Pflegerin einem mehrfach beeinträchtigten Bewohner ein Bad eingelassen, das Wasser war aber viel zu heiß. Der 69-jährige Rollstuhlfahrer erlag nach einer Woche den Verbrühungen. Gegen die Pflegerin wird ermittelt. Kronen Zeitung

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