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Rollstuhlfahrer zündet Sprengsatz auf Pekinger Flughafen

Es hat nicht ganz geklappt, das Gebäude in die Luft zu jagen – wäre das nicht eine Geschäftsidee für Behindertenwerkstätten?

Archivfoto: Terminal 3 des Pekinger Flughafens. Fragen hat jetzt auch ROLLINGPLANET.

Archivfoto: Terminal 3 des Pekinger Flughafens. Fragen hat jetzt auch ROLLINGPLANET.

In Deutschland haben wir es, was oft vergessen wird, doch noch recht gut bezüglich Meinungsfreiheit. Wenn einem etwas stinkt, wendet er oder sie sich zum Beispiel an ROLLINGPLANET oder findet eine andere Möglichkeit, seinem oder ihrem Unmut Luft zu machen. Und egal, wie böse wir schreiben, auch ROLLINGPLANET muss nicht fürchten, dass plötzlich Angie vorbeikommt und uns das Licht ausknipst.

Nichtsdestotrotz können wir es zwar keinesfalls unterstützen, aber nachvollziehen, wenn so mancher gerne mal aus Protest eine kleine Bombe um sich werfen würde. Beispielsweise nach einer AirBerlin-Mitarbeiterin, die Sie partout nicht mitnehmen will?

Und was, wenn sich dieses Ich-bin-echt-sauer-Ding im Internet ganz einfach bestellen ließe? Die kleine Behindi-Bombe, so leicht im Gewicht, dass selbst Menschen mit Muskeldystrophie oder Tetraplegiker sie in der Hand halten können? Wir schwören: Das wird ein echter Verkaufsschlager.

Niemand außer sich selbst verletzt

Foto vom Täter (Foto: twitter)

Foto vom Täter (Foto: twitter)

Auf dem Pekinger Flughafen hat ein 33- oder 34-jähriger Mann (die Angaben zum Alter sind nicht einheitlich) am Samstag laut Medienberichten einen Sprengsatz gezündet, allerdings mit wenig durchschlagendem Erfolg.

Der Täter habe in einem Rollstuhl gesessen und wollte Flugzettel verteilen, wie die Zeitung „Jinghua Shibao“ berichtete. Daran hätte ihn jedoch Flughafenpersonal gehindert. Dann habe er einen Sprengsatz mit der Hand in die Luft gehalten. Nach der Detonation sei er verletzt in ein Krankenhaus gebracht worden.

Der Täter stamme aus der ostchinesischen Provinz Shangdong, berichtete der Staatssender Sender CCTV. Außer ihm sei niemand am Terminal 3 des Airports zu Schaden gekommen.

Eine Mitarbeiterin des Flughafens sagte auf Anfrage, dass der Flugverkehr nicht beeinträchtigt sei. Zu der Explosion äußerte sie sich nicht. Nach 90 Minuten waren laut Medienberichten der Spuk und die Aufräumarbeiten vorbei.

Über die Motive des Aufgebrachten wird noch gerätselt. Hinweise geben jedoch chinesische Blogger. Sie berichten, es soll sich um Ji Zhongxing handeln, der seit 2005 behindert ist. Sie berufen sich auf ein Blog von Ji, das die kommunistischen Behörden inzwischen gesperrt haben. Damals soll ihn angeblich die Polizei angehalten und verprügelt haben, weil er als Taxifahrer arbeitete, ohne eine Lizenz zu haben. Es wäre nicht das erste Mal, dass die chinesische Staatsgewalt jemanden zum Krüppel schlägt.

Und nun zu unserer Geschäftsidee

Wie sich herausstellte, handelte es sich bei dem Sprengsatz um Schwarzpulver von Feuerwerkskörpern. Wir kennen uns mit Bomben und dem ganzen Kram nicht aus, könnten uns aber vorstellen, dass es Modelle geben muss, die sich etwas wirkungsvoller oder schneller einsetzen lassen als das Gemisch von Ji Zhongxing. Hier ist deutsche Qualitätsarbeit gefordet.

Wir werden uns deshalb bei der Lebenshilfe Cuxhaven erkundigen, ob die uns das nicht bauen können. Die sucht für ihre Behindertenwerkstatt momentan dringend nach einem neuen lukrativen Auftrag, und wir von ROLLINGPLANET müssen denen ja nicht verraten, was wir mit dem Produkt vorhaben. Und falls uns doch jemand fragen sollte, können wir antworten: Das ist Party-Spielzeug, um schön Krach zu machen.

(RP/mit Materialien von dpa, oberstes Foto Flughafen: Wikipedia/snowyowls)

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4 Kommentare

  • Willi Schroeder

    LULZ !!! 😉

    20. Juli 2013 at 18:06
  • Andreas Lindlar

    Vorsicht die NSA liest mit:-)

    21. Juli 2013 at 13:06
  • gast

    Motive:
    Er scheint seine Behinderung durch Misshandlung chinesischer Autoritäten erworben zu haben
    „He lost the ability to work after severely beaten by some security guards at a factory in 2005, but didn’t get any compensations after repeatedly petitioning to the local govt. “
    mehr:

    https://www.youtube.com/watch?v=R7mnLSS8fpU

    21. Juli 2013 at 15:07
  • Günther Klingler

    Bestelle schon mal ein Dutzend

    23. Juli 2013 at 11:20

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