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RSV Lahn-Dill ist neuer Deutscher Rekord-Pokalsieger

Rollstuhlbasketball: Durch einen 71:45-Finalerfolg über den bisherigen Rekordsieger USC München ist der europäische Ranglistenerste nun auch in diesem DRS-Wettbewerb die Nummer eins.

DRS Pokalsieger 2012

DRS Pokalsieger 2012: Der RSV Lahn-Dill, v.l.: Harald Webelsiep, Sebastian Mende, Sven Köppe, Florian Leutheuser, Andreas Joneck, Nicolai Zeltinger, David Amend, Gesche Schünemann, Petra Michel-Leutheueser, Pia Briegel, Dirk Köhler; im Rolli v.l.: Michael Paye, Jan Haller, Steve Serio, Thomas Gundert, Thomas Böhme, Mina Mojtahedi, Wataru Horie, Marco Zwerger, Dirk Köhler; vorne: Joey Johnson (Foto: Armin Diekmann)

Jubel bei Dirk Köhler, Jan Haller (#6) und dem OBI-Biber (Foto: Armin Diekmann)

Jubel bei Dirk Köhler, Jan Haller (#6) und dem OBI-Biber (Foto: Armin Diekmann)

(aj) 1.300 Besucher feierten den alten und neuen Deutschen Pokalsieger: Es war 17:08 Uhr am Sonntag, als die Finnin Mina Mojtahedi als Erste die Bühne in der Wetzlarer August-Bebel-Sporthalle erklomm und sich die von den siegesgewissen Mittelhessen bereits vorbereiteten Basecaps mit dem eingestickten Schriftzug „Deutscher Rekord-Pokalsieger“ aufsetzte.

Wenige Minuten später reckte Kapitän Joey Johnson, um dessen Einsatz zuvor noch bis kurz vor Spielbeginn gezittert werden musste, den DRS-Pokal (Deutscher Rollstuhlsport) in die Höhe. Zuvor bezwang der RSV Lahn-Dill den USC München in einem intensiven Match mit 71:45 (20:8/36:21/55:37).

Wie gehabt: RSV Lahn-Dill lässt München keine Chance

„Wir waren heute natürlich durch den Warnschuss vom gestrigen Halbfinale gegen die RSC-Rollis Zwickau mental gerüstet und haben von Beginn an unser druckvolles Spiel in die Waagschale geworfen“, freute sich auch Trainer Nicolai Zeltinger über den vom Papier her deutlichen Erfolg über die Bayern. Diese blieben zwar stets gefährlich, konnten den favorisierten Titelverteidiger jedoch nicht ernsthaft in Bedrängnis bringen. So war es Junioren-Nationalspieler Sercan Ismail, der in der vierten Spielminute die ersten Münchner Punkte erzielen konnte, als der Gastgeber bereits mit 8:0 in Front lag.

In der Folge gaben die Wetzlarer Rollis die Spielkontrolle nicht mehr ab, erhöhten nach zwei Freiwurferfolgen von Kapitän Johnson auf 22:9 (11.) und später durch Topscorer Michael Paye auf 32:14 (15.).

DRS Pokal 2012

Harter Pokalfight: Sebastian Magenheim (rot, USC München, #11) gegen Thomas Böhme (#13, RSV Lahn-Dill) (Foto: Armin Diekmann)

Den bringt nichts um: Joey Johnson

Insbesondere der kanadische Kapitän bot nach seinem schlimmen Sturz am Vortag, bei dem er minutenlang benommen behandelt werden musste, eine großartige kämpferische Leistung, die das Publikum immer wieder mit „Joey Johnson“-Sprechchören würdigte. Auf Fragen zu seinem Gesundheitszustand entgegnete der Hüne nur lapidar: „Diese Frage beantworte ich erst nach dem Finale“.

Auf der anderen Seite war es in dieser Phase USC-Center Benjamin Ryklin, bei dem die Fäden in der Münchner Offensive zusammenliefen. Der 25-Jährige war jedoch an diesem Tag in guten Händen der RSV-Defensive, was insbesondere seinem Teamkollegen Sebastian Magenheim den Freiraum gab, 16 Punkte, fünf Rebounds und zwei Assists für sich zu verbuchen.

Auch nach dem Seitenwechsel änderten sich die Machtverhältnisse auf dem Parkett wenig. Der RSV Lahn-Dill zog, wie beim 49:29 (26.), stets davon und München blieb durch Zwischenspurts auf Tuchfühlung: 51:37 (29.).

RSV Lahn-Dill enttäuscht ROLLINGPLANET

Doch im abschließenden Viertel machte der nun neunfache Cupgewinner den Sack, angetrieben durch die eigenen Fans, frühzeitig und ebenso entschlossen zu. Zwei Punkte von David Amend zum 61:37 (33.) sowie sechs weitere Zähler durch Nationalspieler Thomas Böhme ließen letztlich an der Wachablösung nach über zwei Jahrzehnten keinen Zweifel mehr. Der alte und neue Deutsche Pokalsieger kommt aus Mittelhessen und darf sich nun auch Rekordsieger in diesem Wettbewerb nennen.

Das Ergebnis entlarvt allerdings, dass die ROLLINGPLANET-Sportredaktion keine Ahnung hat: Wir hatten darauf getippt, dass der RSV Lahn-Dill „mit ungefähr 102:32” siegt: Final Four 2012: ROLLINGPLANET gratuliert schon mal dem RSV Lahn-Dill

Lahn-Dill: Michael Paye (23), Joey Johnson (14), Thomas Böhme (12), Steve Serio (8), Dirk Köhler (6), David Amend (4), Jan Haller (2), Gesche Schünemann (2), Thomas Gundert, Wataru Horie, Mina Mojtahedi, Marco Zwerger.

München: Sebastian Magenheim (16), Benjamin Ryklin (11), Markus Wastian (6), Ben Döring (4), Sercan Ismail (4), Florian Fischer (2), Johanna Welin (2), Markus Haberkorn, Florian Mach, Nu Nguyen-Thi (n.e.), Uli Schmölz (n.e.).

Thüringen feiert dritten Platz

(mk) – Sensationsaufsteiger RSB Team Thüringen gelang mit einem 72:71 (18:16/40:36/55:59)-Sieg gegen RSC-Rollis Zwickau der überraschende 3. Platz und krönte damit eine überragende Saison. Die beiden standen sich jüngst auch in den Playoffs um die Deutsche Meisterschaft gegenüber – hier hatten sich die Zwickauer noch mit Mühe und Not durchsetzen können (Hinspiel: 60:61, Rückspiel: 70:65).

Es war erneut ein Krimiduell zwischen den RSC-Rollis Zwickau und dem Oettinger RSB Team Thüringen. Als wären die beiden hochspannenden Partien im Play-Off-Halbfinale nicht schon genug der Aufregung gewesen, lieferten sich die beiden Mannschaften beim Spiel um Platz drei im DRS-Pokal erneut einen Schlagabtausch auf Augenhöhe, ohne, dass sich ein Team je entscheidend absetzen konnte. Die Glücklicheren waren diesmal die Thüringer, die sich wenige Sekunden vor Schluss mit einem Nahdistanzwurf von Aleksander Halouski den hauchdünnen Erfolg sicherten.

Nach der Halbfinalniederlage gegen Lahn-Dill schienen den Zwickauern gegen das RSB Team die Kräfte zu fehlen. Der kleine Kader, der bereits über die gesamte Saison hinweg riesigen Belastungen ausgesetzt war, konnte schlicht nicht mehr die mentale Stärke aufbringen, um gegen ihren Kontrahent aus Thüringen einen Sieg zu landen. Der RSC-Rollis Zwickau will nun alle Konzentration auf das Finale um die deutsche Meisterschaft gegen RSV Lahn-Dill am 15. und 21./22. April richten.

Zwickau: Adam Erben (30), Raimund Beginski (12), Bryce Doody (8), Rainer Müller (8), Marcin Balcerowski (7), Rostislav Pohlmann (5), Günther Mayer (1), Frank Oehme.

Thüringen: Aliaksandr Halouski (24), Joakim Linden (19), Taz Capasso (11), Diana Dadzite (12), Teemu Partanen (6), Jens-Eike Albrecht, Sebastian Cleem (n.e.), Marco Pompe (n.e.), Ronny Steidl (n.e.).

Im Überblick

DRS-Pokal, Final Four in Wetzlar

Halbfinale, 31. März 2012
USC München – RSB Team Thüringen: 50:39
RSC-Rollis Zwickau – RSV Lahn-Dill: 68:47

Spiel um Platz 3, 1. April 2012
RSC-Rollis Zwickau -RSB Team Thüringen: 71:72

Endspiel, 1. April 2012
RSV Lahn-Dill – USC München: 71:45

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