RTL, VOX und MDR werden barrierefreier

Mehr Untertitel für hörgeschädigte TV-Zuschauer: „Let’s Dance“ macht den Anfang. Plus „Deutschlands erste inklusive App“.

Hans Sarpei und Profitänzer Kathrin Menzinger in der RTL-Tanzshow „Let’s Dance“ . (Foto: Rolf Vennenbernd/dpa)

Hans Sarpei und Profitänzer Kathrin Menzinger in der RTL-Tanzshow „Let’s Dance“ . (Foto: Rolf Vennenbernd/dpa)

RTL baut sein Programmangebot um 30 Prozent mit Untertiteln aus. Ab diesem Monat, teilt der Sender mit, werd kontinuierlich bei immer mehr Sendungen an gehörlose und hörgeschädigte Zuschauer gedacht. Pro Abend sollen bis zu zwei so genannte Primetime-Formate mit Untertiteln ausgestrahlt werden. Erstmalig sind jetzt auch Live-Shows dabei. Den Anfang macht dabei am 8. Mai „Let’s Dance“ (wir erinnern uns – dort machte vor drei Jahren die blinde Sängerin Joana Zimmer mit: „Ich bin keine Quotenbehinderte!“). Alle Folgen der Show werden bis zum großen Finale am 5. Juni mit Untertiteln ausgestattet. Im Herbst folgen weitere Show-Events. Weiterhin werden die Serie „Bones – Die Knochenjägerin“ am Dienstagabend, alle Spielfilme am Sonntag und die UEFA European Qualifiers mit Untertiteln ausgestrahlt.

Der Schwesternsender Vox wird neben den Samstagsspielfilmen in Kürze auch beide Spielfilme am Donnerstag, „Outlander“ am Mittwoch und „Law & Order: Special Victims Unit“ am Freitag mit Untertiteln ausstatten. Durch Erweiterungen im Technikzentrum sind auch erstmals Inhalte von RTL Nitro mit Untertiteln verfügbar. Im Kürze können Hörgeschädigte die Krimi-Doku „Medical Detectives“ verfolgen.

„MDR Audio – Das inklusive Hörangebot“

MDR AppAuch der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) kündigt Verbesserungen an. „MDR Audio – Das inklusive Hörangebot“ macht erstmals eine barrierefreie mobile Nutzung sämtlicher Audioformate des MDR möglich – mit der „ersten inklusiven App dieser Art in Deutschland“ (siehe Abbildung). Die Anwendung bündelt sämtliche Livestreams der MDR-Radioprogramme und der ausschließlich im Internet verbreiteten Hörfunk-Channels.

Darüber hinaus macht die neue MDR-App On Demand Audios, Podcasts und Tonspuren von Sendungen mit Audiodeskription Blinden, Sehbehinderten und Vollsehenden gleichermaßen zugänglich. Aktuelle Nachrichten, Wetterinformationen und Verkehrshinweise – auf Wunsch regionalisiert – ergänzen das Angebot.

Für die App tauschten sich die Entwickler mit blinden und sehbehinderten Menschen sowie der Deutschen Zentralbücherei für Blinde in Leipzig (DZB) aus und griffen auf ihre Erfahrungen mit mobilen Endgeräten und deren Bedienung zurück.

„MDR Audio“ ist kostenlos und kann aus dem iTunes Appstore auf allen mobilen Apple-Geräten installiert werden, auf denen mindestens das iOS Betriebssystem 7.0 installiert ist. Die Optimierung für Apple-Geräte erfolgte, weil diese Systeme am häufigsten von Blinden und Sehbehinderten genutzt wird. Weitere Informationen sowie den Link zum Download der MDR-AudioApp finden Sie unter www.mdr.de/barrierefreiheit.

(RP/PM)

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1 Kommentar

  • André Rabe

    Für die gehörlosen und schwerhörigen Menschen freut mich natürlich dieser Wandel bei RTL und Vox. Aber, so frage ich mich, werden auch die blinden und sehbehinderten Menschen als Zuschauer wahrgenommen? Gerade weil die Sendung Lets Dance mit Untertitel versehen werden soll, obwohl die Bemühung dies auch mit Audiodeskription zu machen gescheitert ist….. Hat schon einen bitteren Beigeschmack.

    6. Mai 2015 at 10:40

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