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Rudi Aussauer ist seine Ex endlich endgültig los

Gericht entscheidet: Auch Alzheimer-Kranke können der Ehe entkommen – Scheidung ist ohne abschließenden Willen des Patienten möglich.

Rudi Assauer und Ex-Ehefrau Britta (Foto: dpa)

Rudi Assauer und Ex-Ehefrau Britta (Foto: dpa)

Ein Alzheimer-Patient kann auch dann geschieden werden, wenn er seinen Willen nicht mehr selbst vor Gericht bestätigen kann. Das hat das Oberlandesgericht Hamm am Fall des ehemaligen Managers von Schalke 04, Rudi Assauer, entschieden.

Das Gericht stellte sich mit einem am Montag veröffentlichten Beschluss (Az.: 3 UF 43/13) hinter die erstinstanzliche Entscheidung. Assauers Anwalt bestätigte, dass es sich bei dem Verfahren um die Scheidung des ehemaligen Fußball-Managers handelte.

Ehefrau will sich partout nicht scheiden lassen

Assauer hatte 2011 eine rund 20 Jahre jüngere Frau geheiratet. Nach nur acht Monaten trennte sich das Paar Ende des Jahres wieder. Im Jahr 2012 reichte eine inzwischen bestellte Betreuerin einen Scheidungsantrag ein, dem die Ehefrau widersprach. Ihre Begründung: Der Ehemann wolle weiter an der Ehe festhalten.

Das sah das OLG in Hamm anders. Vor dem Amtsgericht und bestätigt durch eine ärztliche Einschätzung habe der heute 69-jährige Assauer trotz seiner eingeschränkten Gesundheit seinen Willen zur Trennung und Scheidung klar geäußert. Dass er später zum Abschluss des Verfahrens keinen Scheidungswillen mehr mitteilen konnte, habe keinen Einfluss auf die Rechtmäßigkeit der Scheidung.

Wiederaufnahme nicht zu erwarten

Der Familiensenat des OLG zeigte sich davon überzeugt, dass die Ehe gescheitert sei. Aus Sicht des Antragstellers sei die Ehe zerrüttet, eine Wiederaufnahme nicht zu erwarten.

Der heute 69-Jährige hatte seine Alzheimer-Erkrankung im Frühjahr 2012 öffentlich gemacht und war mehrmals im Fernsehen aufgetreten, um über die Krankheit zu berichten.

Mit einem Facebook-Aufruf und einer Strafanzeige gegen seine Ex-Frau kämpft Assauers Tochter Bettina Michel seit Mai um vermisste Erinnerungsstücke ihres Vaters, weil persönliche Gegenstände und Möbel aus dem Besitz verschwunden sein sollen. Die Polizei leitete daraufhin ein Ermittlungsverfahren gegen die nun endgültige Ex ein.

(dpa)

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