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Russische Paralympicssieger bekommen genauso viel Geld wie die Olympiasieger

Nicht schlecht: Für Gold gibt es fast 91.000 Euro. Warum Moskau auch sonst einen Schritt weiter als Deutschland ist.

Die deutsche Paralympics-Ikone Verena Bentele – hier nach dem Gewinn der Goldmedaille im 5 km Ski-Langlauf 2010 in Vancouver – wollte ursprünglich auch in Sotschi antreten, ehe sie vor drei Jahren überraschend ankündigte, ihre sportliche Karriere nicht fortzusetzen. (Foto: dpa)

Die deutsche Paralympics-Ikone Verena Bentele – hier nach dem Gewinn der Goldmedaille im 5 km Ski-Langlauf 2010 in Vancouver – wollte ursprünglich auch in Sotschi antreten, ehe sie vor drei Jahren überraschend ankündigte, ihre sportliche Karriere nicht fortzusetzen. (Foto: dpa)

Davon können deutsche Behindertensportler nur träumen: Russische Goldmedaillen-Gewinner bei den Paralympics in Sotschi (7.-16. März 2014) erhalten jeweils vier Millionen Rubel (rund 90.900 Euro) Preisgeld – genauso viel wie die Sieger zuvor vom 7.–23. Februar 2014 bei den Olympischen Winterspielen.

Ministerpräsident Dmitri Medwedew ließ am Samstag in Moskau auf der Internetseite der Regierung den Preiskatalog für die erfolgreichsten Sportler veröffentlichen. Demnach gibt es für eine Silbermedaille 2,5 Millionen Rubel (57.000 Euro) und für eine Bronzemedaille 1,7 Millionen Rubel (38.600 Euro) Preisgeld.

Teurer Sport, teure Propaganda

Die russische Führung will damit Athleten anspornen, im Medaillenspiegel andere Wintersportnationen auszustechen. Sportpolitiker in Moskau hoffen, dass Russland in dem Ranking nicht schlechter abschneidet als mit einem fünften Platz. Mit 37,5 Milliarden Euro gelten die Winterspiele im Schwarzmeerkurort Sotschi als das teuerste Ringe-Spektakel der Geschichte.

In Deutschland war im vergangenen Jahr anlässlich der Paralympischen Spiele in London die Diskussion um unterschiedliche Prämien für nichtbehinderte und behinderte Athleten entbrannt und um die Frage, ob Behindertensport tatsächlich gleichberechtigt behandelt wird.

Für deutsche Behindertensportler gab es 4.500 Euro

Nach Protesten hatte die Deutsche Sporthilfe das Preisgeld für eine Goldmedaille bei den Paralympics von 4.500 Euro auf 7.500 Euro aufgestockt – was immer noch die Hälfte von dem Betrag war, den die deutschen Olympiasieger in London erhielten.

Der inzwischen nicht mehr aktive Leichtathletik-Star Wojtek Czyz hatte daraufhin kritisiert: „Es geht nicht um das Geld, sondern um die Anerkennung. Von einer Gleichbehandlung sind wir leider noch weit entfernt. Das können sie sich sparen, so lange es nicht 15.000 Euro sind. Eine Erhöhung ist keine Anerkennung für unsere Leistungen. Da hätten sie das Geld besser gespart und woanders eingesetzt.”

(RP/dpa)

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