Saarland stellt Aktionsplan für Behinderte auf – mit Focadingsda

Mit einem Zehn-Punkte-Aktionsplan will die saarländische Landesregierung die Ziele der UN-Behindertenrechtskonvention umsetzen. Kaum haben wir uns an das Wort Inklusion gewöhnt, sollten wir nun auch noch dressed up to the nines sein.

Sozialminister Andreas Storm (Foto: dapd)

Es gehe darum, die Würde jedes Menschen in seiner Einzigartigkeit in allen gesellschaftlichen Bereichen uneingeschränkt anzuerkennen, sagte Sozialminister Andreas Storm (CDU) heute in Saarbrücken. Unter dem Motto „Saarland inklusiv – unser Land für alle“ sollen Umgestaltungsprozesse in allen Lebensbereichen eingeleitet werden.

Besondere Schwerpunkte will die Landesregierung in der Bildung, dem Gesundheitswesen, dem Arbeitsmarkt und beim barrierefreien Wohnraum setzen. Das Aktionsprogramm soll am 17. August im Ministerrat beschlossen werden. Eine Auftaktveranstaltung des „Bündnisses für Inklusion“ sei für September geplant, kündigte Storm an.

Ach so, nicht Focadingsda, sondern Focal Point

Das Ministerium für Arbeit, Familie, Prävention, Soziales und Sport ist dabei als saarländischer „Focal Point“ (offizielle Anlaufstelle) federführend für die Erstellung des Aktionsplanes. Der Bereich Bildung wird vom Bildungsministerium geleitet. Der Aktionsplan wird sich mit folgenden zehn Themenfeldern befassen:

1. Prävention, Betreuung und Förderung im Vorschulalter
2. Bildung
3. Arbeit, Beschäftigung und Tagesstrukturierung
4. Wohnen
5. Alter und Pflege
6. Gesundheit
7. Barrierefreiheit, Mobilität und Verkehr
8. Gesellschaftliche Partizipation
9. Information und Beratung
10. Gleiche Rechte und Schutz der Persönlichkeit

Diese Themen seien nicht abschließend und sollen „in einem Prozess der gesellschaftlichen Partizipation erarbeitet und weiterentwickelt werden“. Der Aktionsplan soll praxisorientiert sein und konkrete Umsetzungsvorschläge erarbeiten, die an die bestehenden Strukturen anknüpfen. Dabei dürften allerdings die „finanzielle Restriktionen und politischen Prioritätensetzung“ nicht vergessen werden.

Dennoch verspricht die Landesregierung: „Unser Ziel ist eine nachhaltige Verbesserung der Situation behinderter Menschen. Wir setzen im Saarland nicht auf kurzfristige Effekte, sondern wollen dauerhaft die Integration und Inklusion vorantreiben.“

Dressed up to the nines? Bedeutet aufgetakelt.

(dapd/RP)

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