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Sachsen-Anhalt: 5 Millionen Euro für neues Förderprogramm für Schwerbehinderte

Das Bundesland ist bundesweit Schlusslicht bei der Beschäftigung behinderter Menschen. Das soll sich jetzt ändern.

Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen, Frau-von-Selmnitz-Straße 6, Halle (Foto: Panoramio/Meier-Leider)

Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen, Frau-von-Selmnitz-Straße 6, Halle (Foto: Panoramio/Meier-Leider)

Ein neues Förderprogramm soll schwerbehinderten Menschen in Sachsen-Anhalt dabei helfen, leichter auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Wie die Bundesagentur für Arbeit in Halle am Dienstag mitteilte, erhalten Arbeitgeber, die einen „besonders betroffenen Schwerbehinderten“ einstellen, künftig Zuschüsse in Höhe von bis zu 90 Prozent des Lohnes.

„Diese Formulierung ist leider etwas sperrig. Dahinter verbergen sich Menschen, die es wegen ihrer Behinderung ganz besonders schwer haben, einer Beschäftigung nachzugehen“, sagte Kristian Simon Veil, Pressesprecher der Bundesagentur in Sachsen-Anhalt.

5000 Schwerbehinderte arbeitslos

Insgesamt seien derzeit rund 5000 schwerbehinderte Männer und Frauen in Sachsen-Anhalt arbeitslos. Doch nicht alle davon kommen für das neue Förderprogramm infrage. „Wir haben bestimmte Zielgruppen“, erklärte Veil.

Dazu gehörten etwa alleinerziehende Schwerbehinderte oder Menschen, die eine Hilfskraft brauchen, um ihre Arbeit zu erledigen. „Diese Arbeitsplätze müssen häufig individuell eingerichtet werden. Das ist für die Arbeitgeber natürlich sehr aufwendig. Aber da helfen wir auch“, kündigte Veil an.

Die meisten Schwerbehinderten in Sachsen-Anhalt arbeiten aktuell im Verlagswesen, hier beträgt die Quote 5,9 Prozent. Gefolgt vom öffentlichen Dienst und der Verwaltung (5,7 Prozent). Besonders gering sei ihr Anteil hingegen in der Forstwirtschaft (0,9 Prozent). „Das hat vor allem damit zu tun, dass die Arbeit in der Wald- und Forstwirtschaft körperlich sehr viel anstrengender ist als bei einem Verlag“, sagte Veil.

Fünf Millionen Euro für fünf Jahre

Finanziert wird das neue Förderprogramm von den Arbeitsagenturen und Jobcentern, auch das Land beteilige sich an den Kosten, hieß es. Insgesamt stehen fünf Millionen Euro für das Programm bereit. Die Förderung habe eine Laufzeit von fünf Jahren, hieß es.

Bei der Beschäftigung behinderter Menschen ist Sachsen-Anhalt den Angaben zufolge bundesweites Schlusslicht. „Das hat auch mit der Betriebsstruktur im Land zu tun“, erklärte Veil. In größeren Unternehmen arbeiteten erfahrungsgemäß mehr Behinderte. „In Sachsen-Anhalt gibt es aber vor allem viele kleine Betriebe.“

Auch Vorurteile gegenüber Behinderten spielten nach wie vor eine Rolle. „Hier soll das Programm zeigen, wie leistungsfähig Behinderte sind, wenn die ihr Potenzial entfalten können“, betonte Veil.

(dpa)


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