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Sachsen wo die schwachsinnigen AfD-Politiker an den Bäumen wachsen

Parteivize Thomas Hartung beleidigt Menschen mit Down-Syndrom. Wir beleidigen jetzt zurück (siehe Überschrift).

Alternative für Deutschland?

Alternative für Deutschland?

Die Alternative für Deutschland heißt für einige unverbesserliche Zeitgenossen vermutlich nicht nur raus aus dem Euro – sondern zurück in die Jahre mit dem Mann, der einen Oberlippenbart trug und auch Menschen mit Behinderung entfernte. Wie kommen wir bloß zu solchen Annahmen?

Weil es Politiker wie Sachsens AfD-Vizen Dr. Thomas Hartung gibt. Der 52-Jährige hat mit einem Eintrag auf seiner Facebook-Seite (glücklicherweise) Empörung ausgelöst. Der sächsische Landtags-Kandidat – der seinen Beruf mit Trainer und Journalist angibt und laut „Bild“ Dozent für Medienproduktion unter anderem an der TU Dresden ist – lästerte im sozialen Netzwerk über Pablo Pineda. Immerhin kann er nun seinen Studierenden erklären, was ein Shitstorm ist.

Wer will schon normal sein

Der Spanier Pineda hat das Down-Syndrom. Er ist seit dem vielbeachteten Spielfilm „Me too – Wer will schon normal sein“ einer breiteren Öffentlichkeit bekannt und seit 2009 nach einem ganz und gar regulären Hochschulabschluss Lehrer (ROLLINGPLANET berichtete: Europas erster Lehrer mit Downsyndrom).

Hartung sieht nicht die Qualifikation von Pineda, sondern wütete (zitiert nach „Bild“):

„Was sagt uns das: Sei nur blöd genug, reise in der Welt herum, die Dummen wenden sich schon ganz allein dir zu. (…)“

„Wo soll das hinführen, wenn es als normal gezeigt wird???“ (…)

„Wollt ihr von jemanden ,belehrt‘ werden, der weniger weiß als ihr?“ (…)

„Ich spreche einem Menschen mit Trisomie 21 die Befähigung ab, in Deutschland den Hochschulberuf eines Lehrers zu ergreifen, und gebe kund, dass ich als Nichtbehinderter von einem solchen nicht unterrichtet werden möchte.“

Gelöschter Facebook-Eintrag des AfD-Politikers

Gelöschter Facebook-Eintrag des AfD-Politikers

Inzwischen hat Hartung seinen Post bei Facebook auf Druck seiner Parteispitze gelöscht, zeigt sich aber deshalb keineswegs einsichtig und will das letzte Wort behalten:

„Da ich gerade keine Lust und Zeit mehr habe, die vielen falsch verstandenen und beleidigenden Kommentare meines Trisomie-21-Posts zu moderieren, ist er hiermit entfernt. Danke.

Übrig bleibt die letzte Bemerkung von Christoph Hille: „Der Autoritätsverfall hat auch vor den Bildungseinrichtungen, Lehrern und Professoren nicht halt gemacht. Man muss sich nicht wundern, wenn Berufe, deren Ansehen verfällt, auch nicht mehr mit der Verantwortung und Sorgfalt wahrgenommen werden, wie es ihrer eigentlichen Bedeutung angemessen ist. Die Gruppe der Lehrer und Professoren gehört zu denen, deren Reputation im Reformzeitalter bewusst demontiert worden ist. Wer will sich schon täglich in seiner Berufsausübung unqualifiziert kritisieren lassen?“ (Zitat Prof. Dr.-Ing. V. Hopp aus seinem demnächst erscheinenden Buch „Mit Worten beginnt es immer – Vom Zerfall des Bildungssystems zur Auflösung einer demokratischen Gesellschaft“)

Übrig bleibt die letzte Bemerkung von ROLLINGPLANET: Sei nur blöd genug, reise in der Welt herum, die dummen Wähler/innen wenden sich schon ganz allein dir zu. (Für Optimisten:) Sei nur blöd genug, reise in der Welt herum, die Wähler/innen wenden sich schon ganz allein von dir ab.

(RP)


TU Dresden erwägt Konsequenzen gegen Sachsens AfD-Vize Hartung
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10 Kommentare

  • Markus Balkenhol

    Wer sich nur dumm genug äußert, erfahrt am eigenen Leibe was ein Shitstorm ist! Echt armselig, der Mann.

    22. Juni 2014 at 18:59
  • Claudia Horst

    richtig so!

    22. Juni 2014 at 20:03
  • dasuxullebt

    Die AfD ist halt nur eine orange lackierte Version der NPD. Ich empfehle

    http://afdodernpd.de/

    Aber die Zivilisationsdecke ist dünn. Und es gefällt Leuten, „besser“ zu sein. Die Empörung wird also nicht lange anhalten.

    22. Juni 2014 at 22:21
  • Heidi Rappold

    Warum erinnert mich diese Idiologie der AfD so sehr an die Zeit 1933-1945? Weil es dieselbe ist.

    23. Juni 2014 at 08:13
  • Irene

    Ein sehr schöner Beitrag, der klar zeigt warum die AfD und Politiker wie Thomas Hartung völlig fehl am Platz sind. Ich hatte bei Herrn Hartung ein Journalismusseminar an der TU Dresden. Und glauben Sie mir, dieser Mann ist didaktisch eine absolute Null. Nicht nur, dass er völlig veraltete Seminare hält und sich selbst überschätzt, er hat einige unangenehme Eigenschaften, die es erschweren ihm zu folgen. Manche würden so etwas auch als Handicap bezeichnen. Er ist also definitiv der Letzte, der sich solche Aussagen erlauben kann!

    23. Juni 2014 at 09:44
  • Günther Bacherer

    In der Gefolgschaft von machtbesessenen und größenwahnsinnigen „Führern“ leicht zu fanatisierende, perspektivlose, meist kleinkriminelle und testosteron-getriebene junge Männer- hier bei uns und überall auf der Welt.

    23. Juni 2014 at 14:09
  • Thomas Weber

    http://de.wikipedia.org/wiki/Down-Syndrom

    „Menschen mit Down-Syndrom weisen in der Regel typische körperliche Merkmale auf und sind in ihren kognitiven Fähigkeiten meist so beeinträchtigt, dass sie geistig behindert sind.“

    Wie man mit einer geistigen Behinderung ein Studium absolvieren?

    23. Juni 2014 at 16:55
    • Evil Hinzke

      Weil es ausnahmen von der Regel gibt?!

      Und wenn er sich durch das Studium oder was auch immer befähigt hat diesen Beruf auszuüben, dann sollten die Menschen ihm Respekt zollen, statt ihm weitere verbale Steine in den Weg zu schmeissen. Einfach nur erbährmlich!

      23. Juni 2014 at 20:50
  • Sozial Umdenken

    GETEILT !

    23. Juni 2014 at 19:30
  • lupo 173

    An Menschen wie Hartung ist die Entwicklung der letzten Jahre offensichtlich vorbeigegangen,glücklicherweise gab es genug Reaktionen und nun auch Konsequenzen für ihn!Bemerkenswert fand ich,dass er sich als „Nichtbehinderten“ bezeichnet, wo doch gerade seine Äußerungen ein großes Handicap im Bezug auf seine Gefühlswelt und seine Herzensbildung zeigent. Aber ändern wird er sich nicht mehr, man sollte ihn jetzt eigentlich nur noch mit Nichtachtung strafen, seine Zeit ist vorbei.

    26. Juni 2014 at 19:36

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