Samuel Koch ist eigentlich schon zu alt für eine Frau

Steffen Hallaschka zeigte am Mittwochabend Günther Jauch, was dem am Sonntag nicht gelang: wie man sich anständig Zeit für Samuel Koch nimmt.

Samuel Koch mit nacktem Oberkörper

Samuel Koch vor seinem Unfall (Screenshot sternTV)

Samuel Kochs Promotiontour für sein Buch „Zwei Leben“ geht weiter und führte ihn am Mittwochabend zu „sternTV“. Die Publicity war weitaus geringer als am Sonntag – der ganz große Exklusiveffekt war weg, aber auch deshalb, weil noch der Fußballkrimi Real Madrid gegen Bayern München auf Sat.1 lief. Immerhin: Bei Steffen Hallaschka, Jauchs Nachfolger bei „sternTV“, blieb Samuel Koch und uns der Jauch-Talk-Eintopf erspart.

Koch erzählte, warum er wieder zur Schauspielschule geht: „Es ist die Umgebung, in der ich mich zurzeit am wohlsten fühle“. Es sei eine Art Selbststudium und Experiment für ihn und die Dozenten. Er sei froh um die Momente, in denen er keine Schmerzen habe, das sei bereits ein Privileg. Bei einer MRT-Untersuchung im Krankenhaus habe er gedacht, es gehe mit ihm zu Ende. (MRT steht für Magnetresonanztomographie, auch bekannt als Kernspintomographie.) Sein Kopf war fixiert worden, und da sei ihm die Erkenntnis gekommen, hilflos zu sein. Die Schmerzen seien so groß gewesen, dass er zusammenbrach („kollabierte“).

“Krumme Wege gerade machen“

Seine Kraft beziehe er aus seinem Glauben an Gott. Dennoch glaube er manchmal, dass er nicht mit dem Unfall gemeint sei: „Ich glaub’, das ist ein Missverständnis“, wiederholte er seine inzwischen schon öfter vorgetragene Beschwerde. Er müsse der Falsche sein, denn er sei derjenige, der am schlechtesten damit umgehen könne, seinen Körper nicht mehr benutzen zu können. Dennoch wisse er: „Gott kann auch krumme Wege gerade machen.“

Per Skype konnten Zuschauer Fragen an den 24-Jährigen stellen. Eine Zuschauerin wollte wissen, ob er jemals eine Frau in sein Leben lassen würde. „Eigentlich habe ich dafür keine Zeit, aus dem Alter bin ich auch fast raus“, sagte Samuel Koch amüsiert und mit dem ihm, wie wir inzwischen als treue Zuschauer der Fernsehkochsendungen wissen, eigenen Schalk im Nacken.

„Das kriegen wir hin“

Hallaschka hatte noch einen Überraschungsgast ins Studio eingeladen – der konnte allerdings nicht mit dem Joker von Günther Jauch mithalten: Während am Sonntag Philippe Pozzo di Borgo mit einem bewegenden Gruß von Tetra zu Tetra (Infos für Nichtrollstuhlfahrer) rührte, versuchte sich gestern Eberhard Gienger, CDU-Politiker und ehemaliger Kunstturn-Weltmeister, als Aufbaumännchen. Gienger hatte Samuel Koch in der Reha in der Schweiz besucht – als Motivationshilfe und auch damals ganz überraschend. Er versprach ihm damals einen Tandem-Fallschirmsprung. Samuel Koch ganz cool: „Das kriegen wir hin.“

Fast zehn Millionen Menschen hatten am 4. Dezember 2010 zugeschaut, als Samuel Koch bei „Wetten, dass …?“ verunglückte.


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1 Kommentar

  • R.S.

    Ich habe die Sendung nicht gesehen, vielleicht hat es Samuel ja in der Sendung beantwortet. Aber ich frage mich, wie aussichtsreich es ist, Schauspielerei zu studieren. Ich kann mir nicht vorstellen dass es für hocgelähmte Rollstuhlfahrer so viele Rollen gibt.

    26. April 2012 at 19:44

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