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Samuel Koch wird neuer Tatort-Kommissar

So realitätsnah war wohl noch nie ein ARD-Krimi: In seinem ersten Fall jagt der Neue einen Paralympicssieger.

Samuel Koch lässt sich für seine Rolle als Kommissar Rick Riller bereits einen Bart wachsen (Foto: Georg Wendt/dpa)

Samuel Koch lässt sich für seine Rolle als Kommissar Rick Riller bereits einen Bart wachsen (Foto: Georg Wendt/dpa)

Samuel Koch, seit seinem „Wetten, dass…“-Auftritt am 4. Dezember 2010 querschnittgelähmter Tetraplegiker, wird neuer „Tatort“-Held beim NDR. Kochs Rolle als Kommissar Rick Riller wird direkt bei der Kripo Niedersachsen angesiedelt sein. Riller wird in der Großstadt agieren – anders als die von Maria Furtwängler gespielte Charlotte Lindholm, die für das Landeskriminalamt ermittelt. Dies teilte der ARD-Sender am Montag mit.

Koch, der in Hannover an der Hochschule für Musik, Theater und Medien studiert und vor seinem Unfall Regieassistent bei dem Film „4 Tage im Mai“ von Achim von Borries und Eduard Reznik war, freut sich: „Schon als Kind habe ich davon geträumt, einmal als Gast im Schimanski mitzuspielen. Jetzt werde ich selber Kommissar, und zwar in der schönsten Stadt Deutschlands. Ich freue mich wahnsinnig auf diese neue Aufgabe!“

Trotz seiner schweren Behinderung war der 25-Jährige im Dezember erstmals auf die Theaterbühne zurückgekehrt.

V.l.n.r.: Julie Pacino, Samuel Koch und Jennifer DeLia im Februar bei der Berlinale (Foto: Jens Kalaene/dpa)

V.l.n.r.: Julie Pacino, Samuel Koch und Jennifer DeLia im Februar bei der Berlinale (Foto: Jens Kalaene/dpa)

Mit Untertiteln und in einer Hörfilmversion

NDR-Intendant Lutz Marmor betonte: „Die Besten gehören ins Erste. Der ,Tatort‘ ist Deutschlands TV-Krimi Nr. 1. Ich freue mich sehr, dass wir den bekanntesten deutschen Rollstuhlfahrer für den NDR-,Tatort‘ aus Hannover gewinnen konnten und damit ein deutliches Zeichen für die Inklusion setzen. Natürlich werden alle Folgen mit Rick Riller untertitelt und als Hörfilmversion verfügbar sein.“

Samuel Koch (l.) holte sich bereits Rat bei Richy Müller (r.), der seit 2008 im SWR-Tatort als Hauptkommissar Thorsten Lannert zu sehen ist (Foto:  Georg Wendt/dpa)

Samuel Koch (l.) holte sich bereits Rat bei Richy Müller (r.), der seit 2008 im SWR-Tatort als Hauptkommissar Thorsten Lannert zu sehen ist (Foto: Georg Wendt/dpa)

Der erste Fall mit Samuel Koch in der Hauptrolle wird nach jetzigem Planungsstand ab Mai gedreht. Momentan wird das erste Drehbuch für den neuen niedersächsischen „Tatort“-Kommissar entwickelt. Die Krimi-Reihe – bekannt dafür, aktuelle Ereignisse aufzugreifen – wird einen ungewöhnlichen Blick in die Welt behinderter Menschen werfen, wie NDR-Chef Marmor in einem exklusiven Hintergrund-Gespräch mit ROLLINGPLANET ankündigte.

Der erste Fall erinnert stark an Oscar Pistorius

Die Handlung: Otto Pistolius (gespielt von Ryan Gosling), ein flüchtiger Paralympicssieger ohne Beine (aber mit Prothesen), hat seine Freundin erschossen und rennt weg. Samuel Koch alias Rick Riller rollt hinterher. Während seiner Flucht schießt Pistolius auf die Reifen von Rick Riller, dessen Elektro-Rollstuhl daraufhin nicht mehr weiterfahren kann.

Mit einem beherzten Sprung aus seinem Rollstuhl rettet sich Rick Riller vor weiteren Kugeln, kann wie durch ein Osterwunder wieder laufen und nimmt die Verfolgung des verdutzten Pistolius auf. Erfolgreich, wie Marmor gegenüber ROLLINGPLANET andeutete. „Bild“ kommentierte die Ankündigung des NDR euphorisch: „Endlich verlässt Samuel Koch die Finsternis seiner Behinderung.“

(RP)


Alle Nachrichten zu Samuel Koch


2.4.2013: Unsere gestrige Nachricht war (leider) ein Aprilscherz. Weshalb wir die nachfolgenden Kommentare vom 1. April auch erst heute freigeschaltet haben.

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18 Kommentare

  • WS

    Oh Gott wird der Mann gehyped …

    1. April 2013 at 00:32
  • WS

    Von realitätsnähe kann ja wohl keine Rede sein wenn ein Tetraplegiker bei der Pölizei beschäftigt ist. Und ausgerechnet ein Behinderter jagt einen Behinderten. Hier wird auf mehr als nur billige Art und Weise Herr Koch (der seinen Unfall durch exzessive Dumm- und Publicitygeilheit selbst verursacht hat) und die Medienwirksame Geschichte von Oscar Pistorius zu einem möglicherweise quotenträchtigen Krimi verwurstet. WIE REALITÄTSNAH IST DAS DENN WIRKLICH ???“

    1. April 2013 at 00:47
  • WS

    APRIL APRIL 😉

    1. April 2013 at 00:52
  • Petra Samani

    Herrlich! Euch auch einen schönen 1. April!

    1. April 2013 at 03:36
  • Lothar Epe

    die haben mich schon gefragt, ob ich sein Assistent werden, aber ich habe denen sagen müssen, dass ich schon ein paar gute Angebote aus Hollywood habe. Da muss ich mich jetzt entscheiden.

    1. April 2013 at 09:03
  • Cathleen Schlegel

    Aber ansich ist das doch ne tolle idee auch wenn heute der 1. april ist. Vielleicht kommt es ja wirklich dazu und samuel koch wird ein tatort ermittler

    1. April 2013 at 09:51
  • comicfreak

    *phew*
    ..1. April!
    😉

    Bis zum Osterwunder hab ich es (entgeistert) geglaubt; was sagt das jetzt über die Qualität des Tatorts aus?

    1. April 2013 at 10:57
  • Christl

    Tolle Nachricht! Ich gönne das Samuel sehr! Wird er denn für die Dreharbeiten richtig laufen?

    1. April 2013 at 11:31
  • Jürgen

    Dürfte wohl ein April-Scherz sein, aber warum nicht? Wäre eine super Sache.

    1. April 2013 at 12:05
  • Eva Bliemeister

    Irgendwann sehen wir ihn bestimmt als Schauspieler im Fernsehen – auf der Bühne hat es ja schon geklappt – und das war spitze!!

    1. April 2013 at 13:21
  • maria schreiner

    ich finde es gut wenn die medien das thema inklusion behandeln jedoch was nützt es wenn samuel als eine einzelne person von 7,3 Mio schwerbehinderte menschen in deutschlan lebende das momentane thema nr 1 in einem krimi umsetzen soll….d.h. es müsste viel mehr in den medien berichtet werden.inklusion fängt bei jeden einzelnen menschen im kopf an – doch diese brauchen aufklärung was dieses thema betrifft, denn als laie ist es schwierig dieses thema zu verstehen. ich denke das wir fachkraefte die mit behinderten menschen zusammen schaffen dieses thema versuchen in der gesellschaft umzusetzen indem wir z.b. mit unseren behinderten klientel am gesellschaftlichen leben teilhaben(wir sind als unterstützende Assistenz dabei).

    1. April 2013 at 16:47
  • Siggi

    Oh Mann, ich habe das zwei Stunden lang geglaubt!!! Gute Lektion 🙂

    1. April 2013 at 22:29
  • Babs

    ich fand den Beitrawg witzig und hab ihn für 10 Minuten für echt gehalten…..
    Da ich das cool fand habe ich das in einem Forum unter „Aprilscherze“ kundgetan. Was war – keiner fand es lustig, sondern ich wurde beschimpft und schliesslich wurden meine Posts dazu alle gelöscht und ich wurde verwarnt, da ich Behinderte verunglimpfen würde.
    So viel zur „normalen“ Bevölkerung……

    3. April 2013 at 06:00
    • Karsten Seiche

      Da hast Du recht. Genau so ist es. Wie pervers ist man denn solch ein aprilscherz zu machen . .sowas muesste bestraft werden“‚!!!!strafrechtlich verfolgt werden“

      14. Oktober 2016 at 11:59
  • Jamy

    Schämt Euch – so ein Aprilscherz finde ich einfach das Letzte!

    16. April 2013 at 10:47
    • Rollingplanet

      Nö, machen wir nicht. Samuel Koch fand’s witzig.

      16. April 2013 at 11:04
  • Ilse Steidler

    Das ist der geschmackloseste Aprilscherz, der mir je untergekommen ist!

    23. April 2013 at 12:38
  • georg merklein

    ist mal was anderes, man wird sehen, was dabei herauskommt. man kann es ja wenigstens mal probieren. vielleicht ist samuel ja den anderen ermittlern in dieser oder jener hinsicht einen schritt voraus…

    3. Mai 2013 at 22:23

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