""

Sat.1-Film „Im Alleingang“: Elemente des Zweifels und einer fröhlichen Rollstuhlfahrerin

Nach dem Erfolg von „Die Stunde der Krähen“: Am Dienstag rollt Stefanie Stappenbeck wieder an – und darf diesmal ihre Rolle als Behinderte emotionaler verkörpern.

Duellieren sich erneut vor Gericht: Maria Schwadorf (Stefanie Stappenbeck) und Dr. Georg Actis (Hannes Jaenicke) (Foto: Sat.1)

Früher war sie frech und pfiffig und auch mal tragisch larmoyant. Das alles liegt weit zurück. Die Berlinerin Stefanie Stappenbeck hat sich in ihrem Rollenspektrum weiterentwickelt, die kleine Kecke wurde zur ernsthaften Charakterdarstellerin ganz unterschiedlicher Typen. Eine Rolle mochte dazu besonders beigetragen haben: Die auf ihren Rollstuhl angewiesene Anwältin Maria, die sich beißend böse Wortduelle mit ihrem Kollegen, Widersacher und früherem Lover Georg Actis liefert, schön kaltschnäuzig mit einem Funken Feingefühl dazwischen von Hannes Jaenicke gespielt.

Die niedliche Stappenbeck also als Kratzbürste und dazu noch im Rollstuhl? Kommt so etwas beim Publikum an? Offenbar. Der im Februar 2012 bei Sat.1 ausgestrahlte Film „Im Alleingang – die Stunde der Krähen“ brachte es immerhin auf über vier Millionen Zuschauer, und ROLLINGPLANET schrieb: „Na endlich, eine sexy Rechtsanwältin im Rollstuhl mit Minirock.“

Rollstuhlfahren verlernt man nicht

Nun also, an diesem Dienstag (20.15 Uhr), setzt sich Stappenbeck unter der Regie von Jan Rucizka und einem Buch von Hardi Sturm ein zweites Mal in den Rollstuhl, um Widersacher Jaenicke Paroli zu bieten. „Ich hatte Angst davor, ob ich das mit dem Rollstuhl noch so beherrsche. Aber damit ist es wohl wie mit dem Fahrrad fahren. Einmal gekonnt, verlernt man es nicht.“

Sehr anders diesmal Geschichte. Beim ersten Mal war es noch um einen medizinischen Kunstfehler gegangen. Diesmal soll in „Elemente des Zweifels“ ein Promi eine junge Frau vergewaltigt haben.

Tücke eins: Die junge Dame steht im Ruf nymphomaner Neigungen. Tücke zwei: Der vermeintliche oder tatsächliche Täter ist Freund und Mandant von Actis. Tücke drei: Actis selbst gerät in den Verdacht, der Täter zu sein.

„Wir haben eine Fülle interessanter Typen im Film“, freut sich Stefanie Stappenbeck über das gut sortierte Ensemble. Neben Täter und Opfer sind da noch die Ehefrau des Beschuldigten, die um jeden Preis an ihrer längst kaputten Ehe festhält. Und Georgs Frau, die sich vor den ständigen Ehe-Eskapaden ihres Mannes in den Alkohol flüchtet. „Von allen drei“, meint Stefanie Stappenbeck, „habe ich einen Farbton selbst in mir.“

Oha, Rolli mit Emotionen

Mehr als 4 Mio. Zuschauer sahen die erste Folge „Die Stunde der Krähen“ (Foto: Sat.1)

Im übrigen sei ihre Marie doch schon sehr anders als im ersten Film: „Damals war sie doch sehr kalt und verschlossen, Marie musste erst einmal mit ihrem eigenen Schicksal fertig werden“, so Stefanie Stappenbeck, „jetzt ist sie viel freier, offener, erlaubt sich auch schon mal Emotionen.“

Auch ihrem Partner und Gegner gegenüber. In wenigstens zwei Szenen merkt man, dass da noch der alte Funke glimmt. Am Ende allerdings steht wieder der Hass und ein krasses Rivalitätsdenken. „Ich werde dich vernichten!“, schwört gegen Schluss Georg. Und das dürfte dann für einen dritten Teil reichen.

(dpa)

Diesen Artikel teilen:
ROLLINGPLANET

ROLLINGPLANET

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

KOMMENTAR SCHREIBEN