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Schädel-Hirn-Trauma: Entzündungen auf der Spur

Forscher haben einen neuen Mechanismus identifiziert: Mikropartikel sind Grund für neurodegenerative Erkrankungen.

Von rund 250.000 Schädel-Hirn-Traumata jährlich erleiden in Deutschland rund 27.000 Menschen ein schweres Hirntrauma. Die Folgen solcher Verletzungen sind häufig nicht gleich abzuschätzen und reichen von Kopfschmerzen und Übelkeit bis hin zu lebensgefährlichen Zuständen, Wachkoma und irreparablen Hirnverletzungen. Rund 40 Prozent der Patienten mit einer schweren Ausprägung versterben. Ein Sechstel von ihnen bleibt im Koma. Zehn bis 30 Prozent bleiben nach einer Therapie und Operation schwer behindert. (Foto: IWN)

Von rund 250.000 Schädel-Hirn-Traumata jährlich erleiden in Deutschland rund 27.000 Menschen ein schweres Hirntrauma. Die Folgen solcher Verletzungen sind häufig nicht gleich abzuschätzen und reichen von Kopfschmerzen und Übelkeit bis hin zu lebensgefährlichen Zuständen, Wachkoma und irreparablen Hirnverletzungen. Rund 40 Prozent der Patienten mit einer schweren Ausprägung versterben. Ein Sechstel von ihnen bleibt im Koma. Zehn bis 30 Prozent bleiben nach einer Therapie und Operation schwer behindert. (Foto: IWN)

Wissenschaftler der University of Maryland School of Medicine haben einen neuen Mechanismus identifiziert, über den sich nach einer Verletzung eine Entzündung im Gehirn ausbreiten kann. Dieser Mechanismus erklärt die umfassende und lang anhaltende Entzündung, die nach einem Schädel-Hirn-Trauma auftritt. Er könnte auch eine Rolle bei anderen neurodegenerativen Erkrankungen spielen.

Der neue Ansatz könnte das Verständnis von Entzündungen des Gehirns verändern und damit auch am Ende die Art der Behandlung. Das Team um Alan Faden hat nachgewiesen, dass Mikropartikel, die von Entzündungszellen des Gehirns stammen, nach einem Schädel-Hirn-Trauma im Gehirn und im Blut in deutlich höherem Ausmaß nachweisbar sind. Diese Mikropartikel transportieren Faktoren, die eine Entzündung fördern und normale Immunzellen aktivieren können. Damit werden sie für die Neuronen im Gehirn potenziell giftig.

Experimente mit Mäusen

Werden derartige Mikropartikel in die Hirne unverletzter Mäusen injiziert, kommt es rund um den Einstich zur Entzündung und schließlich auch in weiter entfernten Bereichen. Die Forschung hat bereits nachgewiesen, dass eine Neuroinflammation noch Jahre nach einem Schädel-Hirn-Trauma bestehen kann und es so zur chronischen Schädigung des Gehirns kommt. Laut den jetzt im „Journal of Neuroinflammation“ veröffentlichten Forschungsergebnissen dürften diese Mikropartikel bei diesem Vorgang eine entscheidende Rolle spielen.

(pte)

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