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Schau mal, Lovelyn, das ist behindert!

Weil es ja sonst niemand macht: ROLLINGPLANET erklärt es Germany’s Next Top Model.

Germany's Next Top Model Lovelyn: Die hat aber lange Beine – das erkennt sogar ROLLINGPLANET. Aber was sonst? (Foto: Uli Deck/dpa)

Germany’s Next Top Model Lovelyn: Die hat aber lange Beine – das erkennt sogar ROLLINGPLANET. Aber was sonst? (Foto: Uli Deck/dpa)

„Schönheit über Bildung“

Es ist eine sadistische Show. Heidi Klum gibt sich mütterlich, aber sie zieht Profit daraus, Minderjährige vorzuführen. Sie muss ihrer Verantwortung gerecht werden…

Der Saal, in dem das Finale stattfand, war voller Mädchen von sechs bis 16 Jahren. In einer Pause fragte Klum dann: Wer will hier Topmodel werden? Und alle schrien: Ich! Ich! Ich! Das ist schrecklich. Für eine ganze Generation wird Schönheit über Bildung gesetzt, in dieser Hinsicht sind Klum und ihre Show eine einzige Dreckschleuder.

Die Studentin Hellen Langhorst, die beim Finale als Femen-Aktivistin die Bühne stürmte, in einem Interview mit „Spiegel Online“.

Zunächst einmal: Wir gönnen Lovelyn ihren Sieg bei Germany’s Next Top Model. Auch ROLLINGPLANET mag lange Beine. Aber „Das ist behindert“ geht gar nicht. Schon gar nicht von jemandem, dem wir wünschen, dass er irgendwann mal ein echter Star ist.

Äußerlichkeiten lenken oft davon ab, wie doof / intelligent / liebenswürdig / garstig ein Mensch ist. Wir wollen nicht naiv sein: ROLLINGPLANET würde das auch nach 100 Jahren volkspädagogischer Arbeit nicht ändern können. Aber vielleicht gelingt es uns ja wenigstens, einigen Menschen zu erklären, dass Sprache diskriminieren kann (puh, schwieriges Bildungsthema). Zum Beispiel hier:

Kreisch: Heidi Klum und Lovelyn am 30.5.2013 n der SAP-Arena in Mannheim beim GNTM-Finale (Foto: Uli Deck/dpa)

Kreisch: Heidi Klum und Lovelyn am 30.5.2013 in der SAP-Arena in Mannheim beim GNTM-Finale (Foto: Uli Deck/dpa)

Mit „Das ist behindert“ meckerte sich Germany’s Next Top Model Lovelyn Enebechi (16, 1,78 Meter) aus Hamburg durch die Show, wenn ihr etwas nicht passte (ROLLINGPLANET berichtete) – und weder ProSieben noch die Mehrheit der Zuschauer nahmen daran Anstoß.

Warum auch. Sagt doch heute jeder. Postet auf Facebook jeder. Findest Du etwas widerlich, gründest Du auf Facebook flugs eine Dasistbehindert-Gruppe. Cooler Ausdruck, um seine Verachtung gegenüber einer bestimmten Sache auszudrücken. Dass Worte verletzen können, sollte eigentlich auch Lovelyn wissen – spätestens seit sie Opfer einer Rassismus-Attacke von GNTM-Konkurrentin Maike wurde.

Nun schwärmen also alle, dass Lovelyn soooo süß ist und soooo lange Beine hat. Lange Beine gehören nicht zu den Kernkompetenzen von ROLLINGPLANET, eher kurze und schiefe Beine, weshalb wir an dieser Stelle fünf Menschen zeigen, mit denen wir Lovelyn und anderen mal erklären, was wirklich behindert ist.


5 Menschen, die keine langen Beine haben, aber trotzdem mehr erreicht haben als Lovelyn und ohne Kreischen durchs Leben kommen:


1. Nick Vujicic (Motivationstrainer)

Nick Vujicic mit Ehefrau Kanae Miyahara am Strand (Foto: Vujicic)

Nick Vujicic mit Ehefrau Kanae Miyahara am Strand (Foto: Vujicic)

Das ist behindert: Wenn Du ohne Arme und Beine auf die Welt kommst und einer der bekanntesten Motivationstrainer der Welt wirst, obwohl Du Dich nie bei Heidi Klum oder irgendeinem anderen eingeschleimt hast.

2. Silke Schönfleisch-Backofen (Staatsanwältin)

Schönfleisch-Backofen zusammen mit ihrem Assistenzhund Jack im Frankfurter Landgericht in ihrem Büro (Foto: Jan Haas/dpa) dpa

Schönfleisch-Backofen zusammen mit ihrem Assistenzhund Jack im Frankfurter Landgericht in ihrem Büro (Foto: Jan Haas/dpa)

Das ist behindert: Wenn Du als 114 Zentimeter kurze Powerfrau zwei Meter lange Volldeppen und Kleinkriminelle vor Gericht bringst und als Juristin schlau genug bist, niemals einen Knebelvertrag mit Klums Vater zu unterschreiben.

3. ChrisTine Urspruch (Schauspielerin)

Christine Urspruch als Gerichtsmedizinerin Silke Haller und Josef Liefers als ihr Chef Karl-Friedrich Boerne im "Tatort" Münster (Foto: SWR)

Christine Urspruch als Gerichtsmedizinerin Silke Haller und Josef Liefers als ihr Chef Karl-Friedrich Boerne im „Tatort“ Münster (Foto: SWR)

Das ist behindert: Wenn Du als kleinwüchsige Gerichtsmedizinerin Silke Haller im „Tatort“ nicht nur in einer Staffel, sondern dauerhaft die Zuschauerherzen eroberst, ohne dass Du Dich als halbnacktes Frischfleisch zeigen musst.

4. Verne Troyer (Schauspieler)

In Hollywood angekommen: Verna Troyer (Foto: Photorazzi)

In Hollywood angekommen: Verna Troyer (Foto: Photorazzi)

Das ist behindert: Wenn Du 81 Zentimeter groß, unter anderem durch „Austin Powers“-Filme bekannt geworden und schon längst da bist, wo Lovelyn erst noch hin will: im internationalen Showbiz. Und feststellst, dass lange Beine auf Dauer nicht ausreichen, um glücklich zu sein: War mit dem blonden Model Genevieve Gallen verheiratet, ließ sich nach nur drei Monaten scheiden.

5. Vanessa Low (Leichtathletin)

(Foto: dpa)

(Foto: dpa)

Das ist behindert: Wenn Du beide Beine verlierst, Weltmeisterin im Weitsprung wirst (Bangalore, 2009), bei den Paralympics 2012 in ausverkauften Stadien antrittst, aber trotzdem ganz auf dem Boden der Tatsachsen bleibst und weiterhin um 5 Uhr morgens aufstehst, um als Cutterin bei RTL zu arbeiten – ein Job, ohne den es Stars auf dem TV-Bildschirm nicht gäbe.

Natürlich gibt es weitaus mehr als fünf Beispiele – das ist behindert:

Menschen mit Behinderung, die etwas leisten
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ROLLINGPLANET

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32 Kommentare

  • Roy Go

    Wow, ganz toller Artikel!!!

    1. Juni 2013 at 14:30
  • Jezzie

    Schließe mich an!

    1. Juni 2013 at 14:37
  • Andy Müller

    Ja sehr guter Artikel und was mir dazu einfällt, ist folgendes: Kommt der Erste, tritt rein und sagt Scheiße.
    Kommt der Zweite, der ist ein Bauer und sagt toll guter Dünger.
    Kommt der Dritte, der Archäologe und sagt interessant so haben die also gelebt.
    Kommt der Vierte, der ist Arzt und sagt ah also daran ist er erkrankt.
    Kommt der Fünfte, Bauunternehmer und sagt Wau das ist ein guter Baustoff.
    Kommt der Sechste, der, ist Kriminologe und sagt hey die haben denn also vergiftet.
    Kommt der Siebte, der ist Künstler und sagt das ist Kunst.
    Und ich meine immer noch dieselbe Scheiße will sagen, es kommt darauf an, was du daraus machst.
    P.s. Ich bin Scheiße und der Spruch ist Scheiße, alles ist Scheiße oder nicht?

    1. Juni 2013 at 14:56
  • Angelika Stoof

    gut geschrieben, dem kann ich nur zustimmen

    1. Juni 2013 at 14:58
  • Sönke Franz

    Toller Artikel! Castingshows sind das eine. Das andere ist wirklich diese Wortwahl von Jugendlichen. Als ich das Wort „voll behindert“ das erste mal hörte war das im Berufsbildungswerk. Diesen Satz in einer Behinderteneinrichtung von nicht so behinderten zu hören ist sehr perfide. Vielleicht muss das in Sozialkunde mal abgefrühstückt werden. Was weiß ich: Jeder Schüler muss einen Tag im Rollstuhl sitzen als Projektarbeit oder mal im Sport Rollstuhlbskettball spielen oder mal im dunkeln ein Blindenprojekt mitmachen. Wir müssen Jugendlichen zeigen wie sich die andere Seite anfühlt.

    1. Juni 2013 at 15:12
    • Helge Blankenstein

      Schöne Idee. Bieten wir schon seit Jahren an. Zuletzt in der FH-Stralsund. Hier haben Studierende, Professoren aber auch Mitarbeitern erfahren, wie sich Sehbehinderungen bis Blindheit anfühlen und wie die Hilfsmittel das Leben sinnesbehinderter Menschen erleichtern. Oder Menschen mit motorischen Einschränkungen wie Muskeldystrophie, Spastik oder Kleinwuchs. Den richtigen Umgang mit Rollstühlen konnten die Besucher durch einen Parcours erfahren, gleiches mit Gehstützen und Rollatoren. Daneben konnten sich Interessierte ein Bild machen welche Hilfsmittel und deren Anwendung, Stoma-Patienten benutzen um ein möglichst gleichberechtigtes Leben zu führen.
      Solche Selbsterfahrungsseminare bieten wir seit Jahren bundesweit an. Neben allgemeinbildenden Schulen sind es Hochschulen oder Unternehmen / Interessenverbände die sich informieren. Leider hat sich noch nicht herumgesprochen, dass der Wirtschaftsfaktor „Mensch mit Behinderungen“ eines der am häufigsten unterschätzen Umsatzbringer für viele Branchen ist. Leider haben das viele Betroffene noch nicht erkannt und sehen sich als „reine Last“, gegenüber der Volkswirtschaft. Das führt hier jedoch zu weit. Sorry.
      Doch nochmals zum eigentlichen Thema:
      Nur eine, auf nur äußere Schönheit ausgerichtete Gesellschaft, kann dies natürlich nicht begreifen. Wie auch. Wie soll man dagegen angehen, wenn sich Jugendliche, das Essen regelmäßig wieder auskotzen um für „Mutter Klum“ die Millionen anzuschaffen? Diese Art von Prostitution ist bereits seit Beginn solcher Sendungen im TV nicht mehr einzudämmen. Morgen sind es dann Kinder und Übermorgen wählen wir den hübschesten Embryo? So gesehen, gilt es heute als ausreichend, dass man nur äußere Schönheit wie es „die Klum“ für sich festlegt und den Fernsehzuschauern suggeriert das Maß aller Dinge ist. Oder Bohlen, der vorlebt, dass man mit genügend blöden Betrügereien, dummen Sprüchen und Beleidigungen es auf die Bretter schafft, die angeblich die Welt bedeuten. Unreife Menschen nehmen solche Dinge als ernst an und leben diese bedenklichen Vorgaben nach.
      Die heutigen Menschen im Alter von 16 Jahren sind, was deren geistigen Horizont angeht, noch Kinder. Diese muss man zunächst auf die Welt vorbereiten damit sie erlernen, wie man sich untereinander und wie in der Öffentlichkeit, zu verhalten haben. Hier versagen Klum, Bohlen und alle anderen sogenannten profitgeilen Caster. Es ist einfach zu anstrengend, sich mit wirklichen Herausforderungen unserer Gesellschaft zu befassen. Also sind nicht die Marionetten (Lovlyn u.a.) dafür zu verachten, sondern diejenigen die sich aus der Verantwortung, gegenüber der jüngeren Bevölkerung stehlen oder sogar diese Unreife für den eigenen Profit einsetzen. Klum wird nie einen „sinnes- oder motorisch eingeschränkten Menschen“ zu ihrer Topmodellscheiße einladen. Weil sie nicht weiß, dass rd. 10% der Bevölkerung, Menschen mit Einschränkungen sind. Schon gar nicht, dass rd. 80 % der Bevölkerung die von den Modezaren hergestellten Klamotten überhaupt kaufen und tragen werden. Also hat sie noch nicht erkannt, dass sie mit etwas mehr Nachdenken (sozialer Intelligenz), eventuell erheblich mehr wirtschaftlichen Nutzen aus dem ganzen Blödsinn ziehen könnte. Wenn das aber so ist, dürfen wir uns nicht fragen, warum man Kinderarbeit in der Öffentlichkeit nicht untersagt. Oder zumindest zuerst Umgangsformen vermittelt und dann erst den wirtschaftlichen Erfolg startet.
      Bohlen überkommt das schlechte Gewissen, sieht er auf seiner Bühne einen Menschen mit körperlichen- oder sinnesspezifischen Einschränkungen. Er heult fast wenn jemand im Rollstuhl singt oder mit Gehstützen balanciert. Beides Zeichen absoluter Unreife, ergo Ausdruck von fehlender Sozialintelligenz. Denn wirklich geschafft hat es noch nie ein Vertreter der angeblichen „Behindertenszene“. Nicht die Menschen mit Behinderungen sind es die sich angegriffen oder beleidigt zu sehen haben. Es ist die Gesellschaft. Zu forderst die Eltern, die Lehrer und vor allen die Politik die in Sachen Medienfreiheit, dazu beiträgt, dass eine ganze Gesellschaft verblödet.
      Helge Blankenstein

      1. Juni 2013 at 19:27
  • Teresa

    Sehr guter Artikel! Aber ich würde mal sagen der typische GNTM-Zuschauer und die Fans von Lovelyn werden sich trotzdem sagen, was regen sich denn die Behinderten so auf…

    1. Juni 2013 at 15:33
  • Alicia Richter

    Super Artikel!

    1. Juni 2013 at 16:43
  • Franni Kersch

    toller Artikel!

    1. Juni 2013 at 20:39
  • Bernd

    Aus dem Artikel: „Dass Worte verletzen können, sollte eigentlich auch Lovelyn wissen – spätestens seit sie Opfer einer Rassismus-Attacke von GNTM-Konkurrentin Maike wurde.“

    Das zeigt mir, dass Sie die Sendung nun auch nicht wirklich gesehen haben. Was ich generell niemanden verübeln kann, allerdings sollte man sich dann auch nicht in Artikel darauf beziehen. Dieser „Rassismus-Gate“ war eine zugeben naive Bemerkung eines 19 jährigen Teenagers (wobei sie nicht mal Lovelyn persönlich angesprochen hat, geschweige denn „attakiert“), der von anderen Kandidatinnen und den Machern der Sendung zum „Skandälchen“ hochgepuscht wurde, der Quote wegen. (Die ganze Staffel war ja auf Zickenkriege zwischen den Models aufgebaut).

    Ich finde gut, dass sie Kritik an der ganzen Sendung üben (da gibt es weiß Gott genug, was man kritisieren könnte), nur Vorsicht, dass sie nicht genau in die Falle der Macher reintappen, das Gezeigte (Zusammengeschnittene Meinungsmache) zu ernst zu nehmen.

    1. Juni 2013 at 21:51
  • Hei Ja

    Es würde mich freuen, wenn sie das lesen würde. Vll kann man dann auch best. Menschen wahrnehmen, wenn sie über ihr Verhalten in der Öffentlichkeit nachdenken würde. Jedoch bin ich mir sicher, dass es nicht passiert! 🙂

    2. Juni 2013 at 12:09
  • Stoffi

    Ja, aufpassen nicht in die Falle geraten die selben Mechanismen anzuwenden um eine bestimmte Person aus einer ganzen Sendung zu kritisieren. Man sollte auch nicht die genannten Beispiele zu sehr idealisieren (bei allem Respekt). Manche haben von ihre Besonderheiten profitiert (zbs kleinwüchsig und daher auffallend). Lovelyn sollte weniger das Thema sein sondern eher unsere Geselschaft (inklusive kreischende Teenies) die nach so einer Sendung verlangt…

    2. Juni 2013 at 12:16
    • Marianne Lange

      Vielen Dank für diesen Artikel, der eindrucksvoll zeigt, wie wenig es auf Äußerlichkeiten ankommt, sondern auf das, was Menschen leisten. Dass Rolling Planet Beispiele „idealisiert“ (was ich nicht finde),ist aus meiner Sicht absolut legitim. Es gibt abertausende von nicht „idealisierten“ Beispielen aus dem Alltag. Aber der Bericht soll ja wohl auch Menschen ansprechen, die Germany’s Next Top Model anschauen, und da wäre eine „differenzierte“ Betrachtungsweise vermutlich wenig hilfreich.

      2. Juni 2013 at 14:55
  • Karin Amtmann

    Ich persönlich freue mich das wir alle daran arbeiten, das diese angewöhnte Schimpfsprache bald out ist, in Vergessenheit kommt. Völliges Bewusstsein bei viele kostbare Menschen ins Herz kommt, bei Andere so oft geglaubten perfekten Körpern, ein Umdenken in ihrer so stolzen Sprache kommt. Das wünsch ich mir und uns. Ich bin kein perfekter Mensch, liebe das Leben und versuch viele Menschen zu schätzen.

    2. Juni 2013 at 14:28
  • Sean

    „Nun schwärmen also alle, dass Lovelyn soooo süß ist und soooo lange Beine hat. Das reicht, um die Schule zu schmeißen und sich ganz der Modelkarriere hinzugeben.“

    Sie hätten sich besser informieren sollen. Lovelyn hat nach den Dreharbeiten ihre Abschlussprüfungen nachgeholt und nun den Realschulabschluss. Mit Schuleschmeißen hat das gar nichts zutun. Natürlich würde Ihnen das aber besser in den Kram passen, weil es Thesen aus dem Artikel durchaus unterstützt.

    2. Juni 2013 at 19:16
    • Matthias Herrmann

      Mir persönlich ist es so was von egal, ob sie die Schule abgebrochen hat oder nicht, aber so ein Ausspruch geht gar nicht. Und darum geht es hier ja wohl.

      2. Juni 2013 at 19:45
      • Sean

        Das ist auch Ihr gutes Recht. Ich finde es nunmal nicht gut, wenn Unwahrheiten verbreitet werden und habe es damit richtiggestellt.

        2. Juni 2013 at 21:21
        • Karoline

          Also ist es nicht wahr das Lovelyn ein Jahr Pause von der Schule machen will und ihr Abitur erst später weil sie jetzt modeln will?

          2. Juni 2013 at 22:02
        • Rollingplanet

          @ Sean: Danke für Ihren Hinweis. Wir haben die entsprechende Textstelle gelöscht.

          2. Juni 2013 at 22:11
  • Moritz

    Eine wunderbare Gelegenheit, zu berichten, was mir neulich widerfahren ist, als ich bei einem Pizzaservice eine Pizza bestellen wollte, was mindestens eine halbe Stunde (ich übertreibe nicht!) gedauert hat!
    Ein offensichtlich junger Mann nimmt ab: „Pizzaservice, hallo. Bleibst du in der Leitung.“ Weg ist er, nach einer Minute ist er wieder da: „Was willst du?“
    Ich nenne die Bestellung. 1 x Pizza Mare und 1 x Pizza Speciale bitte.
    „Gibst du mir erst mal deine Telefonnumer!“
    Ich nenne die Telefonnummer.
    „Nicht im System. Äh. Du hast noch nie bei uns bestellt?“
    (Inzwischen klingelt es bei ihm in Hintergrund an einem anderen Telefon. Der Mann unterbricht unser Gespräch, sagt am anderen Telefon: „Pizzaservice, hallo. Bleibst du in der Leitung.“ Kommt dann wieder zu mir zurück. Das wiederholt sich in der kommenden halben Stunde ungefähr 10 Mal.)
    „Dann muss ich Dich erst im Computer als neuen Kunden anlegen.“ Versucht, meinen Namen, meine Telefonnummer und meine Adresse einzugeben. Es scheint Probleme mit dem Computer zu geben, er flucht die ganze Zeit: „Mann, ist das behindert. Scheiß Computer.“ Unterbricht, geht zum anderen Telefon, kommt zurück, versucht von neuem, meine Daten einzugeben, flucht: „Wie behindert ist das denn. Programm spinnt.“
    Ich höre geduldig zu. Nach 20 Minuten und dem fünften „Ist das behindert“ werde ich nervös. „Ich will nur zwei Pizzen bestellen. Vielleicht liegten bei euch ja irgendwo ein Kugelschreiber und ein Stück Papier herum? Dann schreibst du meine Daten auf und du gibst die später in aller Ruhe ein, damit meine Freundin und ich nicht verhungern müssen.“
    „Mann, da kriege ich Probleme mit meinem Chef. Wart mal, wie war noch deine Nummer?“
    Versucht es wieder, klappt offensichtlich nicht. Nach 30 Minuten hängt er entnervt einfach auf. Inzwischen finden es meine Freundin und ich trotz Hungers und anfänglichem Ärger einfach nur noch lustig. Ich rufe noch mal an und lasse ihn nicht aussprechen.
    „Mann, du nimmst jetzt einen Kugelschreiber und notierst dir meine Nummer und Adresse, sonst kriegst du echt Ärger mit deinem Chef, wenn er hört, dass du einfach aufhängst. 1 x Pizza Mare, 1 x Pizza Speziale, ist das klar?“ Verdattert folgt er meinem Befehl und wider Erwarten wird eine Stunde später die Pizza geliefert.
    Mann, wie behindert ist denn das, ein Pizzaverkäufer, der seinen Computer behindert findet, und es selbst nicht schafft, eine Pizzabestellung entgegenzunehmen.

    2. Juni 2013 at 19:23
  • Halli Hallo

    Ich bin zwar durchaus der Meinung, dass dieser Ausspruch zu einem gewissen Grad diskriminierend ist… Allerdings verstehe ich nicht, wieso hier einige etwas über „mehr Verständnis für Behinderte“ (durch Seminare und co.) schreiben? Die Jugendliche, die diesen Ausspruch verwenden, beziehen sich damit ihrer Meinung nach auf etwas ganz anderes. Wenn sie sagen „Das ist behindert!“, dann denken sie gar nicht an behinderte, sondern „Das ist blöd!“. Natürlich hat das einen diskriminierenden Charakter, aber die Absicht ist sicherlich nicht, diskriminieren zu wollen. Das können Jugendliche sein, die sich Behinderten gegenüber vollkommen normal verhalten und ihnen gegenüber auch eine vollkommen normale Einstellung haben („Seminare“, um mehr Verständnis für Behinderte zu schaffen, bringen da also herzlich wenig).
    Sich übrigens so aggressive über die (wahrscheinlich unbedachen) Äußerungen einer 16-Jährigen auszulassen, finde ich nicht gerade besser… Hier in dem Artikel auf „Gutmensch“ machen, aber so sarkastisch und herablassend mit einer Minderjährigen umgehen: das ist eine fragwürdige Doppelmoral
    .

    3. Juni 2013 at 01:15
    • Halli Hallo

      Die aber tausenden Fehler in dem Kommentar („Die JugendlicheN“, „sondern MEINEN „Das ist blöd!““, „die Absicht ist sicherlich nicht zu diskriminieren“, etc.) darf jeder für sich behalten. 😉 Leider habe ich hier keinen Editier-Button gefunden.

      3. Juni 2013 at 01:19
    • agate

      du hast vollkommen recht..

      5. Juni 2013 at 19:48
  • vb

    was ist die Konsequenz aus all dem gutmenschentum? dass die nächste lovelyn sich nur noch „pc“ ausdrückt und sich anstandshalber den weltfrieden wünscht? schmaler grat style

    4. Juni 2013 at 23:52
  • Lui L. Walhorn

    Im Grunde sind doch die meisten Menschen behindert. Ich hab kaputte Knie und der Rücken ist auch nicht das, was er sein sollte, aber die meisten würden mich als „normal“ einstufen. Mein Bruder trägt ne Brille – auch das eine orm einer „Behinderung“ (wenn man das Wort als solches nimmt).
    „Gut aussehen“ liegt auch immer im Auge des Betrachters.
    Viele finden zu dünne Frauen hässlich, hätten aber kein Problem mit einer Beinprothese.
    Soll doch jeder so machen, wie er will. Schade daran ist lediglich, dass die Medien immer noch ein Ideal verkaufen wollen, dass es so kaum noch gibt, die meisten nicht wollen und in den Köpfen mancher Lute ein Trugbild hinterlässt.
    P.S.: Jede Frau, die SO aussieht hat meinen Respekt verdient, aber sexy finde ich das nicht unbedingt…

    5. Juni 2013 at 00:26
  • vb

    man könnte auch andersherum fragen, warum in diesem Artikel kuenstlich versucht wird, eine grenze zwischen behinderten und nicht behinderten aufgezeigt wird. die integration von menschen mit einer behinderung scheint ja so perfekt, dass einer 16 jährigen anhand von beispielen erstmal klar gemacht werden muss, wie man behinderte von nicht behinderten unterscheidet. kann es nicht auch ein grosser verdienst sein, dass das ungeliebte wort „behindert“ quasi von der neuen generation selbstverständlich komplett in einem komplett anderem zusammenhang recyclet wurde?

    5. Juni 2013 at 23:59
    • Jezzie

      Ich lese hier immer wieder, sie ist erst 16 jahre. Wer es geschafft hat, GNTM zu werden und moantelang mit den Kameras gelebt hat,wird keinen Welpenschutz mehr einfordern dürfen. Ich würde es meinem Sohn nicht mal, wenn er erst 10 ist,e rlauben, „das ist behindert“ zu sagen.

      6. Juni 2013 at 09:43
  • Sönke

    Die Jugendlichen sagen stattdessen auch „Ist ja Schwul“ Ist das etwas eine Gleichberechtigung Homosexueller?

    6. Juni 2013 at 09:03
  • Christoph Metzner

    „kann es nicht auch ein grosser verdienst sein, dass das ungeliebte wort “behindert” quasi von der neuen generation selbstverständlich komplett in einem komplett anderem zusammenhang recyclet wurde?“ ….

    das ist behindert im Sinne von doof/widerlich, das soll ein völlig neuer Zusammenhang sein, über den wir uns freuen sollen??? Entschuldigung, aber so eine schwachsinnige Argumentation habe ich in diesem Zusammenhang selten gelesen…

    6. Juni 2013 at 09:45
  • doli

    ich will nur noch bei meiner lovelyn sein

    21. August 2013 at 17:24
  • Dejan Bozic

    respektvoller umgang von menschen mit und ohne behinderung sollte eigentlich selbstverständlich sein.

    7. August 2014 at 12:23

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