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Schauspieler Hannes Jaenicke hält nichts von Dr. Flipper

Delfintherapie: „Irgendwelche Therapieeffekte für behinderte Kinder“ findet er unglaublich verlogen.

Hannes-Jaenicke (Foto: Tobias Hase/dpa)

Hannes Jaenicke (Foto: Tobias Hase/dpa)

An der Humboldt-Universität in Berlin (und nicht nur dort) ist man fest davon überzeugt, dass eine Delfintherapie gut ist für Menschen mit Behinderung.

„Die Interaktionsmöglichkeiten mit den Delfinen sind aufgrund ihrer hohen Lernfähigkeit und guten Steuerbarkeit durch Handzeichen der Delfintrainer äußerst vielfältig. Dadurch ergeben sich auch für den Therapeuten vielfältige therapeutische Handlungsmöglichkeiten, die gezielt und systematisch eingesetzt werden können“, erklärt der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Erwin Breitenbach. Geeignet hält er die Delfintherapie für Kinder mit unterschiedlichen Behinderungen – beispielsweise Down-Sydnrom, körperliche Behinderung, geistige Behinderung, Autismus – im Alter von fünf bis zehn Jahren.

Jaenicke fordert Verbot von Delfinarien

Alles Quatsch, findet Hannes Jaenicke. Der Schauspieler kümmert sich seit Jahren für den Tier- und Umweltschutz. Zu der Frage, was jeder Einzelne tun könnte, um Tierarten zu retten, sagte der 53-Jährige in einem Interview mit dem Privatsender Sky:

„Zuallererst sollte man zum Beispiel Delfinarien boykottieren. Dort wird so getan, als hätte es irgendwelche Therapieeffekte für behinderte Kinder, was unglaublich verlogen ist. Außerdem denke ich, dass man Zoos, die Tiere nicht artgerecht halten, meiden sollte und es ist natürlich nicht klug, dass wir so viel Fleisch essen. Das ist nicht umweltverträglich und trägt mit zu der Massentierhaltung bei.“

(RP)

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4 Kommentare

  • Andrea Bröker

    Damit hat er doch auch Recht. Besonders die Delphintherapie ist äußerst umstritten. Diese Therapieform ist nicht evidenzbasiert und aus tierrechtlicher Sicht absolut inakzeptabel. Hinzu kommt, dass gerade diese Therapieform sehr teuer ist und in der Regel nur kurzzeitig in den Ferien stattfinden kann weil die Dephinarien, die eine solche Therapie anbieten in der Regel nicht in Deutschland zu finden sind. So dauert der erzielte Effekt (so dieser überhaupt eintritt) nur kurz an und es kann nicht innerhalb kurzer Zeit darauf aufgebaut werden kann. Da sind andere tiergestützte Therapieformen wie das therapeutische Reiten oder mittels Therapiehund wesentlich besser geeignet. Diese Tiere kann man auch hierzulande artgerecht halten, die Therapie kann regelmäßig stattfinden und ist auch was die Kosten betrifft um einiges günstiger und somit nicht abhängig von mitleidtriefenden Spendenaktionen.

    12. Juni 2013 at 09:55
  • Thomas

    Ich würde der Kommentatorin zustimmen. Sicher ist es für die Kinder gut, wenn sie Beachrtung finden und ihre Probleme ernst genommen werden. Aber was der Dok da von sich gibt ist doch sehr undifferenziert, inwiefern soll es Kindern mit Körperbehinderung wobei helfen, mit Delfinen zu arbeiten? Es gibt Dinge, von denen man weiß, dass sie funktionieren wie Assistenzhunge und man merkt, dass die Hunde das gerne machen, wenn sie vernünftig therapiert wurden.

    12. Juni 2013 at 12:47
  • blöbb

    Ich sehe das ähnlich wie meine beiden Vorredner und Hannes Jaenicke. Delfintherapie ist Mist – für die Tiere Quälerei und für die Kinder unnötig. Auf Arte kam mal ein ganz guter Bericht dazu, in dem gesagt wurde, dass eine ähnliche Therapie mit Hunden mindestens genauso effektiv ist. Irgendwo wurden sogar schon Roboterdelfine entwickelt, bei denen ebenso positive Ergebnisse bei den Kindern beobachtet wurden.

    14. Juni 2013 at 01:11
  • A. Sandra

    Meiner Meinung nach sollte nicht immer so getan werden als müssten behinderte Menschen therapiert werden, so exotisch wie sie oftmals wirken, soll dann auch die Therapiemöglichkeit sein (zu den Delfinen…)das führt dazu dass sie als Aushängeschild für soziales Engagement herhalten müssen, statt dass die Gesellschaft lernt, sie ganz normal zu integrieren- als Beispiel zB die Streichelstunde mit Hunden im Behindertenwohnheim, aber Angehörige/Arbeitnehmer dürfen evntl ihre Vierbeiner nicht mitbringen. das ist auch keine Normalität im Umgang. Ausserdem wird suggerriert „Tiere sind doch ach so gut für Behinderte“, dabei gibt es auch dort tatsächlich Menschen die keine Hunde mögen oder Angst vor ihnen haben oder nicht die nötige Sensibilität (Hund auf den Kopf hauen) ….

    4. März 2014 at 04:48

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