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Schlechte Spermien, Brustkrebs und andere Folgen: Warnung vor Kosmetika mit Methylparaben

Duschgel, Zahnpasta oder Sonnencreme – fast ein Drittel der Körperpflegeprodukte enthält hormonell wirksame Stoffe.

Duschen kann gefährlicher sein als gedacht... (Foto: iwdn)

Duschen kann gefährlicher sein als gedacht… (Foto: iwdn)

Einer aktuellen Studie des BUND zufolge stecken in fast jedem dritten Kosmetikprodukt hormonell wirksame Chemikalien. Wer die Belastung minimieren will, sollte beim Einkauf Produkte mit bestimmten Inhaltsstoffen meiden. Eine App und Einkaufsratgeber helfen dabei.

Wollen Verbraucher Kosmetika mit hormonell wirksamen Substanzen umgehen, kaufen sie besser keine Produkte mit Konservierungsstoffen wie Methylparaben oder Ethylparaben. Darauf weist der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hin, der in einer Studie die Angaben zu mehr als 60.000 Körperpflegeprodukten ausgewertet hat.

Nicht im Einkaufskorb landen sollte zum Beispiel auch Ware mit den Konservierungsmitteln Propylparaben oder Butylparaben sowie Sonnenschutz mit Ethylhexyl Methoxycinnamate oder Benzophenon (1 und 2).

15 besonders schädliche Chemikalien

Vor diesen Inhaltsstoffen warnt BUND:
Methylparaben, Propylparaben, Ethylparaben und Butylparaben, die vor allem als Konservierungsmittel dienen
Ethylhexyl Methoxycinnamate (OMC), 4-Methylbenzylidene Camphor, 3-Benzylidene Camphor, die in UV-Filtern vorkommen
Bezophenone-1 und Benzophenone-2 als UV-Absorber
Resorcinol als Haarfärbemittel
Cyclotetrasiloxane als Conditioner für Haut und Haare
Hydroxycinnamic acid als Hautpflegemittel
Dihydroxybiphenyl als Hautschutzmittel
Butylhydroxyanisol (BHA) als Antioxidationsmittel
Boric Acid zum Schutz vor Bakterien
Diethyl phthalate als Denaturierungsmittel

Gefährlicher Hormon-Cocktail

Alle Inhaltsstoffe eines Produkts sind auf der Verpackung aufgelistet, darunter auch die hormonell wirksamen Chemikalien. Sie dienen dem BUND zufolge in Kosmetika vor allem als Konservierungsmittel oder UV-Filter und können sich negativ auf die körperliche und geistige Entwicklung auswirken.

Wissenschaftler vermuten, dass sie zu Problemen wie reduzierter Spermienqualität, verfrühter Pubertät und Brustkrebs führen.

Grundsätzlich könne durch den Gebrauch vieler verschiedener Produkte mit bedenklichem Inhalt ein gefährlicher „Hormon-Cocktail“ entstehen, erläutert der BUND. Daher sei es sinnvoll, die Belastung so klein wie möglich zu halten.

Wie Sie sich informieren


Kosmetika
(Foto: dpa)
Wollen Verbraucher wissen, ob ein Körperpflegeartikel hormonell wirksame Chemikalien enthält, können sie eine kostenlose App oder ein Web-Formular des BUND nutzen. Die App ist ab sofort kostenlos im iTunes-App-Store erhältlich.

Für Verbraucher ohne iPhone steht der sogenannte „ToxFox“ als Web-Formular und für die Nutzung auf anderen Smartphones als mobile Seite unter www.bund.net/toxfox zur Verfügung. Dort gibt es auch einen Einkaufsratgeber zum Herunterladen, der die häufigsten kritischen Stoffe auflistet. Belastet sein können zum Beispiel Duschgel, Rasierschaum, Zahnpasta oder Lippenstift.

Wer besonders gefährdet ist

Angebrochene Ware mit fraglichem Inhalt können Erwachsene aber noch aufbrauchen, da ein einzelnes Produkt noch nicht krank mache. Abzuraten sei davon jedoch Schwangeren, Eltern und Teenagern. Das gelte insbesondere, wenn Mittel wie Bodylotion oder Sonnenschutz länger auf dem Körper bleiben.

Denn Ungeborene, Kleinkinder und pubertierende Jugendliche seien besonders empfindlich, weil ihre Organe noch nicht vollständig entwickelt sind.

(dpa/tmn)

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