Schmerzmedizin wird Pflichtfach im Medizinstudium

Schätzungsweise 15 Millionen Menschen in Deutschland haben chronische Schmerzen. Viele Ärzte kennen sich mit dem Thema nicht aus.

Medizinstudenten an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Foto: Jens Schlueter/ddp)

Am 11. Mai 2012 hat der Bundesrat der Verordnung zur Änderung der Approbationsordnung (Zulassungsverfahren) für Ärzte zugestimmt. Damit wird die Schmerzmedizin erstmals Pflichtfach im Medizinstudium.

Alle angehenden Ärzte werden auf dem Gebiet der Diagnostik, Therapie und Prävention chronischer Schmerzen ausgebildet. Ab 2016 müssen Medizinstudenten, die sich zum zweiten Staatsexamen anmelden, entsprechende Leistungsnachweise vorlegen.

Fortschritte in der Schmerzmedizin kamen nicht an

A. Überall (Foto: privat)

„Für Patientinnen und Patienten mit chronischen Schmerzen ist sie ein Durchbruch“, erklärt Privat Dozent Dr. med. Michael A. Überall, Nürnberg, Präsident der Deutschen Schmerzliga e.V.

„Bisher konnten Ärzte ihr Studium und ihre Facharztausbildung abschließen, ohne jemals mit dem Thema in Berührung gekommen zu sein. Die enormen Fortschritte in der Schmerzmedizin kamen bei den Patienten nicht an, weil die Ärzte nicht gelernt hatten, wie sie chronische Schmerzen diagnostizieren, behandeln und ihnen vor allem vorbeugen können.“

Laut der Deutschen Schmerzliga haben hierzulande schätzungsweise 15 Millionen Menschen chronische Schmerzen.

Bei fünf bis sechs Millionen Patientinnen und Patienten hat sich der Schmerz verselbstständigt und zu einem eigenständigen Krankheitsbild entwickelt, der chronischen Schmerzkrankheit.

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