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Schock für DBS: Vanessa Low startet künftig für Australien

Was die Paralympicssiegerin dazu bewegt hat, nicht mehr unter deutscher Flagge anzutreten.

Künftig nicht mehr mit Adler auf dem Trikot: Vanessa Low (Foto: EPA/Robert Perry)

Künftig nicht mehr mit Adler auf dem Trikot: Vanessa Low (Foto: EPA/Robert Perry)

Paralympicssiegerin Vanessa Low wird künftig für Australien an den Start gehen. Die 26-jährige Weitspringerin und Sprinterin wird nach ihrem Umzug zu ihrem Freund Scott Reardon (ROLLINGPLANET berichtete) in Zukunft nicht mehr für Deutschland, sondern für den fünften Kontinent starten.

„Natürlich sind wir traurig. Der deutsche Behindertensport verliert eines seiner Aushängeschilder“,

sagte der Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes Friedhelm Julius Beucher am Dienstag und betonte: „Aber wir wollten ihr keine Steine in den Weg legen.“

Die beidseitig oberschenkelamputierte Low hatte im vergangenen Sommer bei den Paralympics in Rio de Janeiro mit Gold und Weltrekord im Weitsprung ihre Karriere gekrönt. Zudem gewann sie Silber über 100 Meter. Dafür wurde Low zur „Behindertensportlerin des Jahres“ 2016 gewählt und erhielt zudem den erstmals verliehenen „Keep Fighting Award“ der Familie von Formel 1-Rekordweltmeister Michael Schumacher.

Dankbar für Freigabe

„Der Umzug nach Australien hat rein private Gründe. Der Wechsel nach Australien ist notwendig, weil ich dort sonst kaum Trainingsmöglichkeiten hätte“,

begründete Low ihren Schritt. „Ich bedanke mich von ganzem Herzen beim DBS für die jahrelange Unterstützung – durch qualifizierte Trainer und Betreuer, Ärzte und Physiotherapeuten oder auch durch die finanzielle Förderung. Der DBS hat mir geholfen, zu einer professionellen Athletin zu wachsen und viele internationale Medaillen zu gewinnen. Dafür bin ich ebenso dankbar wie für die Freigabe für Australien aufgrund meines neuen Lebensmittelpunktes.“

An diesem Freitag wird Low in Leverkusen beim 7. Integrativen Sportfest ihren einzigen Wettkampf in diesem Jahr bestreiten und letztmals im Trikot ihres Clubs Bayer Leverkusen starten. Sie hatte zuletzt mehrere Jahre in den USA gelebt und trainiert. Nach Rio war aber ihr Visum abgelaufen.

Beucher und sein Vizepräsident Leistungssport Dr. Karl Quade erklärten in einer Stellingnahme: „Wir wünschen ihr für ihre private und sportliche Zukunft viel Erfolg und alles erdenklich Gute. Vanessa wird sicher auch in Australien eine tolle Botschafterin des paralympischen Sports sein und ihre Wurzeln nicht vergessen. Wir freuen uns aufs Wiedersehen und auf künftige Begegnungen bei internationalen Wettkämpfen.“

(RP/mit Materialien von dpa)

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