Schön geredet: Bayerische Staatsregierung sieht sich bei Barrierefreiheit auf gutem Weg

Bis 2023 wird das aber wohl nix mit Seehofers großem Versprechen: Öffentliche Barrieren selbst bei Bahnhöfen, Pflegeheimen und Arztpraxen.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (Foto: dpa)

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (Foto: dpa)

Die Staatsregierung sieht sich auf gutem Weg, ein Versprechen von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) einzulösen und Bayern bis 2023 komplett barrierefrei zu machen. Man sei schon ein gutes Stück vorangekommen, sagte Staatskanzleichef Marcel Huber (CSU) nach der Kabinettssitzung am Dienstag in München. Sozialministerin Emilia Müller (CSU) hatte dabei über den Stand des Sonderprogramms „Bayern barrierefrei 2023“ berichtet. Huber räumte aber ein: „Es ist uns bewusst, dass wir nicht nachlassen dürfen in unseren Bemühungen, um das Ziel zu erreichen.“

Sozialverbände und die Opposition hatten schon wiederholt kritisiert, dass der barrierefreie Ausbau etwa von Bahnhöfen und öffentlichen Gebäuden zu langsam vorangehe. So sind von insgesamt 1040 Bahnhöfen in Bayern bislang nur 400 vollständig barrierefrei ausgebaut.

Noch großer Nachholbedarf

Die Staatsregierung hofft nun auch auf Fortschritte in anderen Bereichen – und appelliert deshalb an die Privatwirtschaft und die gesamte Gesellschaft, noch mehr mitzuziehen. Nachholbedarf gebe es sogar auch noch bei Pflegeheimen und bei Arztpraxen, sagte Huber.

Seehofer hatte nach der Landtagswahl 2013 versprochen, sämtliche öffentlichen Bauten innerhalb von zehn Jahren barrierefrei zu machen. Beim derzeitigen Tempo wird das allerdings noch Jahrzehnte dauern, wie auch CSU-Politiker/innen hinter vorgehaltener Hand zugeben. Die SPD-Opposition kritisierte bereits vor einiger Zeit die Ankündigung des Ministerpräsidenten und ihre Umsetzung als „eine Sauerei“. Auch die Kommunen warnten vor falschen Hoffnungen.

(RP/mit Materialien von dpa/lby)

Diesen Artikel teilen:
ROLLINGPLANET

ROLLINGPLANET

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

2 Kommentare

  • Gaby Burk-Pöhlmann

    Davon merkt man leider auf dem Land noch gar nix!

    2. Februar 2016 at 17:16
  • Alexandra Görner

    Seehofer errichtet eben lieber Barrieren, als sie abzubauen 😉

    2. Februar 2016 at 17:37

KOMMENTAR SCHREIBEN