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Schülerin erfindet „Alarm-Handschuh“ für Menschen mit Sehbehinderung

Alternative zum Taststock: Die 18-Jährige Schülerin erhält für ihre Innovation den „Jugend forscht“-Sonderpreis.

Robin Lauerer (18) hat einen Handschuh entwickelt, der bei jeder Armbewegung Hindernisse mit Ultraschall-Sensoren wahrnimmt und den Träger mit leisen Tönen und Vibration darauf aufmerksam macht. (Foto: CBM/SabineFersch)

Robin Lauerer (18) hat einen Handschuh entwickelt, der bei jeder Armbewegung Hindernisse mit Ultraschall-Sensoren wahrnimmt und den Träger mit leisen Tönen und Vibration darauf aufmerksam macht. (Foto: CBM/SabineFersch)

Robin Lauerer, Schülerin des Herzog-Christian-August-Gymnasiums in Sulzbach-Rosenberg (Bayern), hat eine Orientierungshilfe für Menschen mit Sehbehinderung entwickelt, die bequem an der Hand getragen werden kann. Dafür erhält die 18-Jährige den Sonderpreis „Innovationen für Menschen mit Behinderungen“ der Christoffel-Blindenmission (CBM). Der Preis wird im Rahmen des Landeswettbewerbs Bayern der Stiftung „Jugend forscht“ vergeben.

Aus dem Handgelenk: Türgriffe und Treppen erkennen

Der Taststock ist seit über siebzig Jahren ein wichtiges Hilfsmittel für blinde und sehbehinderte Menschen. Robin fand aber, dass eine Orientierungshilfe moderner, handlicher und sogar besser sein könnte. Deshalb entwickelte sie einen Handschuh, der bei jeder Armbewegung Hindernisse in bis zu drei Meter Entfernung mit Ultraschall-Sensoren wahrnimmt und den Träger mit leisen Tönen und Vibration darauf aufmerksam macht.

Wichtig war ihr dabei, dass der Handschuh selbst leicht und robust ist, ohne den Träger beim Greifen oder Tasten zu stören. Bei ihrem Prototypen hat sie deshalb die Sensoren, die kleinen Vibrationsmotoren, die Batterie, den An-Aus- Schalter und den Minicomputer auf eine kleine Platte installiert, die gerade einmal so groß wie der Handrücken ist. Die gesamte Technik ist mit einem festen Stretch-Stoff umhüllt, auf dem die Schülerin drei leuchtend gelbe Punkte angebracht hat – mit diesem Symbol ist für die Umwelt leicht zu erkennen, dass ein Mensch mit Sehbehinderung diesen Handschuh trägt.

Gemeinsam mit Sehbehinderten getestet

Während der Entwicklungsphase hat die Jugendliche ihren Prototypen immer wieder gemeinsam mit Sehbehinderten getestet und deren Verbesserungsvorschläge und Wünsche in ihr Projekt mit eingebunden. Zum Beispiel hat sie zusätzlich noch einen Notfallknopf in den Handschuh eingebaut. Dieser versendet über einen Bluetooth-Impuls eine SMS mit vorgefasstem Text an einen beliebigen Notfallkontakt.

Der CBM-Sonderpreis zeichnet jedes Jahr kreative Studien und Erfindungen aus. Prämiert werden Arbeiten, die behinderten Menschen den Alltag erleichtern oder sich mit dem Zusammenhang von Krankheit und Behinderung befassen. Gewinnen können außerdem Ideen, die einen Beitrag zu mehr Chancengleichheit hier und in Entwicklungsländern leisten.

(PM)

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