""

Schwachsinniges E-Scooter-Verbot geht weiter

Behindertenbeauftragter Matthias Rösch: „Hier werden Menschen mit Behinderungen in ihrer Mobilität eingeschränkt.“

Behindertenbeauftragter Matthias Rösch (Foto: RLP)

Behindertenbeauftragter Matthias Rösch (Foto: RLP)

Der rheinland-pfälzische Behindertenbeauftragte Matthias Rösch fordert die Mitnahme von Elektromobilen behinderter Menschen in Bussen. Der generelle Ausschluss der sogenannten E-Scooter sei für ihn nicht nachvollziehbar, sagte er am Donnerstag. „Hier werden Menschen mit Behinderungen in ihrer Mobilität eingeschränkt.“

Die Mainzer „Allgemeine Zeitung“ hatte zuvor den Fall einer behinderten Frau geschildert, die mit ihrem Elektromobil aus Sicherheitsgründen nicht in einem Stadtbus mitgenommen worden war. ROLLINGPLANET hatte über den Bürokratie-Wahnsinn bereits im Dezember berichtet.

Gut, dass es Bestimmungen gibt…

E-Scooter für Behinderte ähneln optisch einem Motorroller, haben aber vier Räder und sind größer als ein Rollstuhl. Ein Sprecher der Mainzer Verkehrsgesellschaft verwies auf die Bestimmungen des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV), die keine Mitnahme vorsähen. In Bussen und Straßenbahnen könnten die schweren Elektromobile ins Rutschen und Kippen geraten. Dies habe auch eine Untersuchung des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen ergeben.

Rösch erklärte dagegen, dass dieses Gutachten von theoretischen Berechnungen ausgehe, aber nicht auf echten Tests beruhe. „Deshalb ist ein weiteres Gutachten in Arbeit, das Ende März vorliegen soll.“

(dpa/lrs)

Diesen Artikel teilen:
ROLLINGPLANET

ROLLINGPLANET

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

8 Kommentare

  • Manfred Schwarz

    Das Scooterverbot ist echt behindert!

    12. März 2015 at 17:17
  • Gabi Bornheimer

    Ich habe mich gerade über den Busverkehr in London informiert. Da wird man darauf hingewiesen, dass man sich beim Hersteller des E-Scooters informieren soll, ob man ihn im Bus mitnehmen darf. Ist also auch anderswo so, dass man Scooter nicht grundsätzlich mit in den Bus nehmen darf. Ich finde man muss auch die Busfahrer verstehen bzw. die Unternehmen, die eine Fürsorgepflicht für ihre Mitarbeiter haben. Ich möchte im Falle eines Falles auch nicht persönlich haftbar gemacht werden.

    12. März 2015 at 19:54
  • Bohnenjoe

    Ist doch einfach zu Erklären.die Rampen in den Bussen sind nur bis 256 Kilo Ausgelegt.Ich und mein E-Scooter bringen
    284 kilo.
    Einfach nur aus Kostengründen

    MFG Bohnenjoe

    12. März 2015 at 19:59
  • georg merklein

    bloedes hosenlatzgebabbel, alles kann ins kippen und rutschen geraten oder stehende fahrgaeste trotz festhaltens zu boden stuerzen, wenn busfahrer fahren und bremsen wie die henker…

    13. März 2015 at 20:23
  • DaniB

    Ich finde ein generelles Verbot problematisch. Allerdings finde ich es ebenso problematisch, wenn alle Scooter mitgenommen werden, ohne dass überprüft wird, wie sie sich im Falle eines Unfalls oder auch nur einer Vollbremsung verhalten.

    Soweit ich weiß wurden in GB umfangreiche Tests mit verschiedenen Modellen durchgeführt. Diejenigen, die mit einem „bus-geeigneten“ Scooter unterwegs sind, bekommen eine Bescheinigung und kommen dann auch problemlos in die Busse.

    So etwas braucht natürlich etwas Zeit, ist m. E. aber eine gute Lösung. Sicherheit für alle geht nun einmal vor.

    Ich bin selbst Rollifahrerin, aber ich muss auch sagen, dass Scooter wirklich extreme „Monster-Dinger“ sein können und wahnsinnig viel Platz wegnehmen. M. E. kann man nicht alles so bauen, dass jedes beliebige Gefährt überall mit hingenommen werden kann. Ein E-Rolli nimmt da deutlich weniger Platz weg und kommt auch problemlos in jeden Bus…

    13. März 2015 at 21:22
  • Handbiker

    Was passiert eigentlich wenn ein Kinderwagen umkippt? Bekommen die dann auch ein Busverbot?

    15. März 2015 at 15:29
  • DaniB

    Ich bin wirklich – schon aus eigenem Interesse – absolut dafür, gehbehinderten Menschen alle Möglichkeiten zu geben, in allen Bereichen voll am Leben teilzunehmen. Aber Vergleiche mit Kinderwagen, Fahrrädern, Gepäckstücken o.ä. anzuführen, führt zu nichts. Der Schwerpunkt ist bei den E-Scootern einfach oft ungünstig und dann wiegen die Teile bis zu mehreren hundert Kilo. Somit erklärt sich dann auch die im Gegensatz zu Kinderwagen, Fahrrädern etc. besondere Gefahr, die davon ausgeht. Was ist am Londoner System so verkehrt? Getestete und für unbedenklich erklärte Scooter kommen problemlos mit. Ich möchte die Befürworter des unbegrenzten Scooter-Transports mal sehen, wenn sie, ihr Partner oder Kind unter einem 200 oder 300-Kilo-Scooter liegen. Ja, ist ein Worst-Case-Szenario. Aber wir kritisieren ja sonst auch oft genug, dass immer erst gehandelt wird, wenn etwas passiert ist.

    17. März 2015 at 23:18
  • Handbiker

    Bei einem Kinderwagen ist der Schwerpunkt viel höher als bei einem Scooter. Außerdem ist er viel leichter und die Bremsen taugen nichts. Ein Kinderwagen kippt viel leichter um als ein Scooter. Ich erlebe sowas öfter. Vor allem wenn noch eine Tasche an den Schiebegriffen hängt. Ich finde da sollte man schon alle Fahrgäste gleich behandeln.

    18. März 2015 at 07:15

KOMMENTAR SCHREIBEN