Schwerbehindertenvertreter sollen gestärkt werden

CDU/CSU und Gewerkschaftsbund beraten über die Zukunft der Vertrauenspersonen.

Der CDU-Politiker Uwe Schummer rechnet (Pressefoto)

Der CDU-Politiker Uwe Schummer rechnet (Pressefoto)

Die Unionsfraktion hat am heutigen Donnerstag gemeinsam mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund über die Zukunft der Schwerbehindertenvertretungen beraten. Die Gewerkschaftler fordern eine bessere Freistellung für die Vertrauenspersonen in Betrieben mit mehr als 100 schwerbehinderten Beschäftigten.

Dazu erklärt der Beauftragte für Menschen mit Behinderungen der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Uwe Schummer: „Wir haben im Koalitionsvertrag zugesagt, die Schwerbehindertenvertretungen zu stärken. Dieses Versprechen wollen wir noch in diesem Jahr einlösen.“

Schummer weiter: „Aus der Praxis wissen wir, dass die Schwerbehindertenvertreter vor allem mehr Zeit und gut ausgebildete Stellvertreter brauchen, um ihren vielfältigen Aufgaben gerecht zu werden. Als Co-Manager kümmern sie sich um die betriebliche Wiedereingliederung von erkrankten Mitarbeitern, gestalten Arbeitsplätze für Mitarbeiter mit Behinderungen barrierefrei oder begleiten Antragsverfahren.“

20 Prozent der WfbM-Mitarbeiter psychisch behindert

Viel Zeit investierten sie laut dem Politiker vor allem in Bemühungen, die von Behinderung bedrohten Mitarbeiter im Arbeitsprozess zu halten. Unter diesen seien immer mehr Kolleginnen und Kollegen mit psychischen Erkrankungen. Doch der Einsatz lohne sich für die Unternehmen: Die Kosten für Produktionsausfälle aufgrund psychischer Erkrankungen betragen jährlich rund sechs Milliarden Euro. Damit führte die Arbeit der Schwerbehindertenvertreter zu einer Minderung der Bruttowertschöpfung um 10,5 Milliarden Euro.

Psychische Störungen sind bei 42,7 Prozent der Beschäftigten die Ursache für Frühverrentungen. 20 Prozent der Beschäftigten in Werkstätten haben eine psychische Behinderung – Tendenz steigend. Die Haushalte der Länder und Kommunen werden dadurch mit über einer Milliarde Euro pro Jahr für Eingliederungshilfe belastet.

„In Zeiten des Fachkräftemangels können Schwerbehindertenvertretungen effizient dazu beitragen, Ausfallzeiten zu verkürzen und erfahrene Mitarbeiter zu halten. Sie helfen damit den Unternehmen, enorme Kosten zu sparen“, so Schummer zwar nicht gerade herzlich menschlich, sondern kühl rechnend immerhin ein wichtiges Thema aufgreifend.

(RP/dpa)

Diesen Artikel teilen:
ROLLINGPLANET

ROLLINGPLANET

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

KOMMENTAR SCHREIBEN