Schwierige Frage: Wie hänge ich einen Rollstuhlfahrer auf?

Am Dienstag will Pakistan das Todesurteil gegen den Rollstuhlfahrer Abdul Basit vollstrecken. Aber der Henker weiß nicht, wie.

Wartet auf seinen Henker: Abdul Basit (Foto: Human Rights Watch)

Wartet auf seinen Henker: Abdul Basit (Foto: Human Rights Watch)

In Pakistan kann man für so gut wie alles aufgehängt werden. Nach dem dort geltenden „Recht“ können 28 Arten von Verbrechen mit dem Tod bestraft werden, nicht nur für Mord und Vergewaltigung, sondern auch für Verrat und Gotteslästerung. Fast täglich wird in dem Land ein Todesurteil vollstreckt. Nach China und Iran steht die islamische Republik in Südasien an dritter Stelle in Sachen Galgen-Akkord.

Morgen soll auch Abdul Basit gehängt werden. Das Problem: Die Barbaren wissen nicht so recht, wie sie das bewerkstelligen sollen. Der heute 43-Jährige wurde 2009 wegen Mordes zum Tode verurteilt. Im Gefängnis erkrankte er an tuberkulöser Meningitis und ist seitdem von der Hüfte abwärts gelähmt.

Anfang September lehnte ein Gericht sein Gesuch ab, die Hinrichtung wegen seiner Behinderung auszusetzen. Seine Anwälte hatten argumentiert, dass es gegen die Vorgaben verstoßen würde, jemanden im Rollstuhl zu hängen. Da er sein eigenes Gewicht nicht tragen könne, sei die Bestimmung eines geeigneten Seils schwierig. Der Tod wäre „entsetzlich“, zitiert der britische „Independent“ einen der Anwälte.

Nun überlegen sich die pakistanischen Behörden, wie sie Basit trotzdem töten können. „Statt sich die ganze Grausamkeit der Todesstrafe bewusst zu machen, rätseln die Justizbeamten über die Frage, wie man einen Mann im Rollstuhl henkt“, klagt der Pakistan-Experte von Human Rights Watch, Brad Adams, an.

(RP/mit Materialien von ntv)

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2 Kommentare

  • Torsten Petermann

    Immer nur Probleme mit uns Behindis 🙂

    21. September 2015 at 21:39
  • dasuxullebt

    Integrativgalgen :3

    Ich finde diese Meldung auf eine extrem tragische und surreale Weise enorm witzig und muss fast schon darüber schmunzeln, bei allem Mitleid für den Mann, und aller Abscheu gegenüber Todesstrafe.

    Aber: ich verstehe nicht ganz das Problem. Ein Longdrop bricht ihm das Genick. Man muss ihn halt auf den Galgen setzen statt stellen.

    Ansonsten können sie ja die Amerikaner um Hilfe bitten. Die haben mit Hinrichtungen doch Erfahrung. Die haben doch auch schon blinde Rollstuhlfahrer vergast, wenn ich das richtig in Erinnerung habe (hab grad keine Lust danach zu Googeln).

    22. September 2015 at 00:38

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