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Segeln: Au Backe, Bernd Zirkelbach ist Trainer des Jahres

Der Dickkopf führte die beiden paralympischen Crews um Heiko Kröger und Jens Kroker zur Silbermedaille in London.

Paralympics-Silbermedaillengewinner Heiko Kröger in seinem Boot: Die erste 2.4mR wurde 1983 in Stockholm gezeichnet. 1992 erhielt die Klasse ihren Status als International Class von der ISAF und ist seit 1998 Paralympische Bootsklasse. (Foto: Heiko Kröger)

Philipp Buhl ist „Segler des Jahres 2012“. Das hat das Sailing Team Germany (STG) am Freitagabend in Hamburg verkündet. Der 23 Jahre alte Laser-Segler aus Sonthofen sicherte sich im vergangenen Jahr den EM-Titel und gewann die Regatta bei der Kieler Woche. Buhl ließ starke Konkurrenten wie den Olympia-Vierten Toni Wilhelm hinter sich.

Der Sportsoldat ist derzeit als Skipper in der Qualifikation zum Jugend-America’s-Cup vor San Francisco im Einsatz und wurde in Abwesenheit geehrt. Mit Blick auf die Olympischen Spiele 2016 zählt der Allgäuer zu den größten Hoffnungsträgern des deutschen Segelsports. Buhl tritt die Nachfolge der Berliner Olympia-Sechsten Robert Stanjek und Frithjof Kleen an. Über die Verleihung des Preises hatten 46 olympische und paralympische Medaillengewinner abgestimmt.

Erfolgreich und unbequem: Bernd Zirkelbach

Bernd Zirkelbach (Foto: STG)

„Trainer des Jahres“ wurde der Berliner Bernd Zirkelbach (60), der die beiden paralympischen Crews um Altmeister Heiko Kröger und Jens Kroker in London überraschend zur Silbermedaille (Einhand-Kielbootklasse) geführt hatte.

Zirkelbach, der bereits seit drei Jahrzehnten Trainer ist (unter anderem auch schon Bundestrainer der Segler und Coach von Deutschlands blinden WM-Seglern) und 1976 als 470er-Segler knapp an der Olympia-Qualifikation scheiterte, gilt als ebenso erfolgsbesessen wie dickköpfig: „Zu DDR-Zeiten kam ich wohl nicht hoch, weil ich nicht in der Partei war. Nach der Wende war es wohl meine unbequeme Art, die einigen Leuten nicht passt. Ich meine, dass absolute Fachleute das Sagen haben müssen.“

Nach dem Erfolg seiner beiden Schützlinge in London lobte der „SegelReporter“: „Für Kröger ist Silber ein großer Erfolg. Vor den Paralympics konnte er nach den letzten internationalen Ergebnissen nicht mit einer Medaille rechnen. Aber die intensive Arbeit mit dem Sailing Team Germany und Trainer Bernd Zirkelbach zahlte sich schließlich aus. Auf den Punkt war der 2.4mR Altmeister fit.“

Zirkelbach – dessen Spitzname „Backe“ ist – erklärte seine ungewöhnlichen Schleifer-Methoden: „Wir haben dreimal so viel gemacht wie sonst, und es gab auch nicht immer nur Zustimmung, aber unsere Segler vertrauen uns, haben sehr viel investiert. So ist beispielsweise Jens Kroker, der ja in Brasilien lebt und arbeitet, sehr, sehr viele Wochenenden immer wieder nach Berlin zum Training eingeflogen.“

Als „Newcomer des Jahres“ wurden die Berliner 470er-Seglerinnen Annika Bochmann und Elisabeth Panuschka ausgezeichnet.

(RP/dpa)

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