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Sehverlust muss nicht zum Arbeitsplatzverlust führen

Zum Tag des weißen Stockes geben Selbsthilfeorganisationen 5 Tipps für den Job.

Bei Sehverlust möglichst rasch zum Arzt gehen  – hier ist es glücklicherweise nur eine Allergie. (Foto: Thorben Wengert/pixelio.de)

Bei Sehverlust möglichst rasch zum Arzt gehen – hier ist es glücklicherweise nur eine Allergie. (Foto: Thorben Wengert/pixelio.de)

Zum „Tag des weißen Stockes“ der Vereinten Nationen am 15. Oktober geben die drei größten deutschen Selbsthilfeorganisationen blinder und sehbehinderter Menschen – Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV), Deutscher Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf (DVBS), Pro Retina Deutschland – 5 Tipps für betroffene Arbeitnehmer:

Gehen Sie zum Augenarzt und zur Sehhilfen-Beratung! Es gilt festzustellen, worauf der Sehverlust zurückzuführen ist. Dann kann in der Regel prognostiziert werden, wie sich das Sehvermögen im Weiteren entwickeln wird. In einer Sehhilfen-Beratung wird untersucht, wie die vorhandene Sehkraft optimal genutzt werden kann. Optische Hilfsmittel von der elektronischen Lupe bis zum Bildschirmlesegerät können die Situation entscheidend verbessern.
Klären Sie, ob eine Sehbehinderung im Sinne des Gesetzes vorliegt! Das ist bei einem Sehvermögen von weniger als 30 Prozent der Fall. Dann sollte schnellstmöglich ein Schwerbehindertenausweis beantragt werden. Denn er eröffnet den Zugang zum staatlichen Unterstützungssystem.
Überprüfen und optimieren Sie gegebenenfalls Ihre Arbeitstechniken! Was geschrieben steht, kann per Scanner und PC hörbar gemacht werden. Ein Computer ist sogar blind bedienbar, wenn man weiß, wie. Es braucht Zeit und einiges an Übung, doch Technik und das nötige Know-how bringen zumeist die Arbeitsfähigkeit zurück.
Informieren Sie sich und Ihren (künftigen) Arbeitgeber über staatliche Hilfen! Die Palette reicht von Gehaltszuschüssen über technische und infrastrukturelle Hilfen bis zur persönlichen Arbeitsplatzassistenz. Viele Arbeitgeber kennen die Unterstützungsmöglichkeiten nicht – Sie sind also als „Experte in eigener Sache“ gefragt.
Schauen Sie sich gegebenenfalls nach neuen beruflichen Perspektiven um! Wenn Sie Ihren bisherigen Job nicht mehr bewältigen können, sollten Sie wissen, welche Möglichkeiten es gibt. Spezielle Einrichtungen bieten zahlreiche Aus- und Fortbildungen an. Fragen Sie nicht „Was kann ich noch tun?“, fragen Sie „Was möchte ich tun?“. Blinde und sehbehinderte Menschen arbeiten in ganz unterschiedlichen Berufen.

Detaillierte Informationen zu Hilfen und Beispiele gelungener beruflicher Integration bietet das „Netzwerk berufliche Teilhabe“ auf seiner Internetseite www.ihre-einstellung.de

(PM)

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