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Warum ältere Menschen ihrem Durstgefühl nicht zu sehr vertrauen dürfen

Hitze führt leicht zu Flüssigkeitsmangel – mit manchmal fatalen Folgen.

Senioren fehlt oft der Durst (Foto: Günther gumhold/pixelio.de)

Senioren fehlt oft der Durst (Foto: Günther gumhold/pixelio.de)

Die schwüle Hitze macht vor allem älteren Menschen zu schaffen. Trinken sie dann noch zu wenig, kann es zu ernsten Problemen kommen. Ältere haben ein geringeres Durstgefühl und weniger Körperwasser als jüngere, sagt Prof. Ralf-Joachim Schulz, Leiter des Lehrstuhls für Geriatrie an der Universität zu Köln.

Anzeichen für Flüssigkeitsmangel seien Konzentrationsstörungen, Antriebsarmut oder Unruhe. Er empfiehlt, täglich 30 Milliliter Flüssigkeit pro Kilogramm Körpergewicht zu trinken. Das macht bei 60 Kilogramm knapp zwei Liter. Bei großer Hitze rät Schulz zu einem Dreiviertelliter mehr – auch ohne Durstgefühl.

Morgendliches Wiegen vor dem Essen zeige dem Senior außerdem, ob er schnell Gewicht verliere. Das könne am Flüssigkeitsverlust liegen. Und: Bei hoher Luftfeuchtigkeit produziert der Körper mehr Schweiß und verliert so noch mehr Flüssigkeit.

Zunehmendes Problem in Krankenhäusern

Flüssigkeitsmangel ist auch ein zunehmendes Problem in Krankenhäusern, so der Professor. Bleibe das Problem während einer Behandlung unentdeckt, sei das Risiko, dass der Patient wegen einer Komplikation stirbt, doppelt so hoch. „Dehydratation ist keine Bagatelle.“

Was tun etwa Altenheime gegen Flüssigkeitsmangel? Wegen des geringeren Durstgefühls sei es wichtig, auf den individuellen Geschmack der Senioren einzugehen, sagt Rudolf Michel-Fabian. Er ist Referent für stationäre Altenarbeit bei der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe. „Nichts ist motivierender als ein wohlschmeckendes Getränk.“

Ein Beispiel nennt Kerstin Schönlau, Prokuristin der Seniorenhilfe des Diakonischen Werks Gladbeck-Bottrop-Dorsten. Die Mitarbeiter dort geben Zitronenscheiben ins Wasser, berichtet sie. „Das ist ein kreatives Getränk, das auf der Zunge prickelt.“

(dpa/tmn)

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