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Senioren stehen im Regen: Arbeitsmarkt bleibt „Zwei-Klassen-Gesellschaft“

(Foto: Markus Vogelbacher /pixelio.de)

Über eine halbe Million Menschen der Altersgruppe 55 bis 65 finden in Deutschland keine Beschäftigung. Nach Ansicht des Bundesgeschäftsführers des BDH Bundesverband Rehabilitation, Josef Bauer, führen die geringen Beschäftigungspotenziale älterer Menschen am Arbeitsmarkt zu einem Rentendesaster.

Der Bundesgeschäftsführers des BDH Bundesverband Rehabilitation, Josef Bauer, erklärt:

Wenn es darum geht, älteren Menschen oder Menschen mit Handicap eine Beschäftigung zu vermitteln, scheitert Deutschland auf ganzer Linie. Vorurteile und Kostendiskussionen erschweren Vielen den Eintritt in den Arbeitsmarkt und schaffen Barrieren, wo keine sein dürfen. Und dies, obwohl erfolgreiche Unternehmen auf die individuelle Kompetenz erfahrener Mitarbeiter nicht verzichten können. Neben jahrelang erworbenen, beruflich-spezifischen Kenntnissen baut gerade der Mittelstand auf die soziale Kompetenz älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und sollte die Gelegenheit nutzen, in die Weiterbildung älterer Arbeitnehmer zu investieren. Das Kapital der Wirtschaft liegt in den Belegschaften der Unternehmen. Es ist also sinnvoll, auch hier die Vielheit zu fördern.

Der BDH warnt angesichts der hohen Altersarbeitslosigkeit vor den Folgen des höheren Renteneintrittsalters. Viele, die keine Beschäftigung fänden, müssten sich so mit einer versteckten Rentenkürzung abfinden.

„Viele Unternehmen wünschen sich die Eingliederung Älterer in den Arbeitsmarkt und sind auch bereit, in Qualifikationsmaßnahmen zu investieren. Das Ergebnis einer erfolgreichen Arbeitsmarktpolitik und der Integration Älterer oder von Menschen mit Handicap wäre eine richtungsweisende Kultur der Verantwortung. Wir müssen entscheiden, welchen Stellenwert wir dem Wohlstand älterer Menschen in Deutschland einräumen. Angesichts der geringen Beschäftigungschancen Älterer und behinderter Menschen und dem Boom prekärer Arbeitsverhältnisse mutiert die Rente mit 67 zu einem bedenklichen Rentenkürzungsprogramm“, so Bauer.

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