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Seuchen: Warum trifft es eigentlich immer Uganda?

Das Land kennt Ebola, Marburg-Fieber und nun auch das Krim-Kongo-Fieber – erstmals in einer tödlichen Form. Von Henry Wasswa und Carola Frentzen

Sonnenaufgang in Uganda (Foto: Peter Heinrich/pixelio.de)

Sonnenaufgang in Uganda (Foto: Peter Heinrich/pixelio.de)

Wie kaum ein anderes Land in Ostafrika kämpft Uganda immer wieder mit schweren Seuchen. Ob Ebola, Marburg-Virus oder das mysteriöse Kopfnicksyndrom, die Epidemien scheinen kein Ende zu nehmen. Jetzt kommt eine neue Krankheit hinzu, die es zuvor in so schwerer Form in der Region nicht gab: das Krim-Kongo-Fieber (CCHF).

Eine 27-jährige Frau in der Hauptstadt Kampala ist bereits gestorben. Drei Todesfälle in der nördlichen Region Agago werden untersucht. Eine Patientin liegt in Quarantäne und fast 50 weitere, die in Kontakt mit Infizierten waren, werden überwacht.

Tödliches Krim-Kongo-Fieber

„Nie zuvor ist jemand in Uganda an CCHF gestorben“, sagt Issa Makumbi, ein Epidemiologie-Experte des Gesundheitsministeriums. „Das beweist, dass es sich um die schwere Form der Krankheit handelt, die zum Tod führen kann.“ In Afrika gab es bislang nur die milde Form der von Zecken übertragenen Krankheit.

Zu den grippeähnlichen Symptomen gehören Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen und eine Gesichtsrötung. Die lebensgefährliche Verlaufsform kam bisher hauptsächlich in Zentralasien, in Süd-Ost-Europa – speziell der Türkei – und im Mittleren Osten vor. Die Betroffenen sterben meist in der zweiten Woche an Blutungen und Organversagen.

Blutsaugende Parasiten

Uganda hat eine sensationelle Pflanzenwelt.

Uganda hat eine sensationelle Pflanzenwelt.

Das Problem ist Wissenschaftlern zufolge die stetig zunehmende Zahl an Zecken, die sich überwiegend vom Blut von Kühen, Ziegen und Schafen ernähren. „Das macht uns große Sorgen“, erklärt Makumbi.

„Früher wurden Zecken bei Haus- und Nutztieren auf kommunaler Ebene bekämpft, aber jetzt ist es jedem Farmer selbst überlassen, gegen Zecken vorzugehen,“ so Makumbi.

Das Problem der blutsaugenden Parasiten müsse auf nationaler Ebene angegangen werden. „Sonst besteht die Gefahr, dass sich die Krankheit in eine Epidemie ausweitet.“

Übertragungswege von Tier zu Mensch

Denn Menschen können nicht nur durch den Biss einer Zecke krank werden, sondern auch durch den Verzehr infizierten Tierfleisches. Das Krim-Kongo-Fieber ist hochansteckend. Von Mensch zu Mensch wird es über infizierten Speichel oder den Kontakt mit Blut oder Urin übertragen.

„Bei der schweren Form sterben bis zu 40 Prozent aller Infizierten“, warnte Vize-Gesundheitsminister Elioda Tumwesigye vor wenigen Tagen.

Warum immer wieder Uganda?

Warum wird gerade Uganda immer wieder von Ebola und Ebola-ähnlichen Krankheiten heimgesucht? Seit der Jahrtausendwende kehrt die schreckliche Krankheit periodisch zurück, zuletzt 2012, als im nordwestlichen Bezirk Kibaale 16 Menschen starben.

Etwa zur gleichen Zeit wurden aus einer anderen Region fünf Todesfälle wegen Marburg-Fiebers gemeldet, einer Krankheit, die Ebola in ihrem Verlauf gleicht. Beide werden von Viren verursacht und gehen mit inneren Blutungen einher.

Affen sind Träger des Ebola-Virus

„Uganda liegt in der Nähe des Kongo-Beckens, einem Hotspot für diese Krankheiten“, versucht Makumbi eine Erklärung. Vor allem Affen aus der Region sind offenbar Träger des Ebola-Virus.

Die kongolesischen Flüchtlinge, die in immer größerer Zahl im Westen Ugandas leben, haben die Tradition des Essens von Primatenfleisch eingeführt. „Durch den Verzehr dieser Tiere wird das Virus übertragen und eine Seuche kann sich ausbreiten“, erklärt Makumbi.

Kampf gegen weitere Ausbreitung

Tatsächlich tauchte das Ebola-Virus 1976 erstmals in Zaire auf, der heutigen Demokratischen Republik Kongo. Fast gleichzeitig gab es einen Ausbruch im Sudan. Insgesamt starben über 400 Menschen an dem Fieber. Auch das CCHF-Virus wurde 1956 in dem zentralafrikanischen Land erstmals aus menschlichem Blut isoliert.

Die Behörden hoffen, durch die sehr guten Frühwarnsysteme in Uganda und die Überwachung möglicher Virusträger eine weitere Ausbreitung des Virus‘ zu verhindern.

(dpa, Foto Pflanzen: Wikipedia/Manuel Werner. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.5 Generic license.)

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