Sexualität und Behinderung – selbstbestimmt

Der Arbeitskreis Inklusion an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt lud zu diesem Thema und zu einer Podiumsdiskussion ein.

Auf dem Podium (von l.n.r..): Julian Wendel, Ilse Achilles, Deva Bhusah Glöckner, Michael Veh, Klaus Streicher, Katja Alekseev und Silke Trost.

Auf dem Podium (von l.n.r..): Julian Wendel, Ilse Achilles, Deva Bhusah Glöckner, Michael Veh, Klaus Streicher, Katja Alekseev und Silke Trost.

Selbstbestimmte Sexualität ist ein Menschenrecht für alle Menschen und in der Charta der Grundrechte der Europäischen Union verankert. Der Arbeitskreis Inklusion des Campus Community Dialogue der Fakultät für angewandte Sozialwissenschaften an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt (Bayern) führte eine Veranstaltung zu diesem Thema inklusive einer Podiumsdiskussion durch.

Der Leiter des Fachforums Inklusion, Professor Dr. Dieter Kulke, zeigte zur Einleitung ins Thema den Film „No more tabus! Sex und Behinderung“ aus der Reihe „selbstbestimmt!“ des Mitteldeutschen Rundfunks: Drei Menschen mit einer Körperbehinderung holen dabei durch ihre offene Art das Thema Sexualität und Behinderung aus der Tabuzone – empfinden Menschen mit Behinderung Lust? Haben sie ein Sexualleben? Was ist ein „barrierefreies Bordell“?

Die Referentin Ilse Achilles, Journalistin und Mutter dreier Kinder, sprach über die „drei Hürden zur selbstbestimmten Sexualität behinderter Menschen“. Ihr Sohn, der eine geistige Behinderung hat, habe sie immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt – auch im Hinblick auf seine Sexualität. „Was macht Ihr Sohn denn da?“ – ein Satz, den sie von einem Bademeister bei dem Besuch eines Freibades hörte und den sie zum Titel eines ihrer Bücher wählte.

Entwicklung und Grenzen

Im Fokus: Wie kann sie ihrem Sohn eine selbstbestimmte sexuelle Entwicklung ermöglichen und ihm trotzdem Grenzen aufzeigen? In ihrem Vortrag beschäftigte sie sich mit drei Hürden einer selbstbestimmten Sexualität behinderter Menschen und verortete diese in den Haltungen der Angehörigen, den Einrichtungen und Diensten und den behinderten Menschen selbst.

Zum Abschluss der Veranstaltung begrüßten die Moderatoren Silke Trost vom Diakonischen Werk Würzburg und Julian Wendel von der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke die Gäste der Podiumsdiskussion: die Journalistin Ilse Achilles, die Bloggerin Katja Alekseev, die Sexualbegleiterin Deva Bhusha Glöckner, Klaus Streicher vom Zentrum für Körperbehinderte sowie Michael Veh von pro familia Würzburg. Fragen wurden diskutiert wie beispielsweise, wie Heimbewohnern ein Sexualleben ermöglicht werden kann und welche Formen von Sexualbegleitung es gibt.

Der FHWS Campus Community Dialogue (FHWS – CCD) stellt eine Strategie zur institutionalisierten Vernetzung und zum vor allem regional ausgerichteten Austausch von Wissenschaft und Lehre sowie Praxis und Gemeinwesen dar.

(PM)

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