Shabby-Shabby? Shabby-Shabby!

Wie muss eine barrierefreie Stadt der Zukunft aussehen? Ein spektakuläres Projekt der Münchner Kammerspiele ermöglichte es, auch über diese Frage zu diskutieren.

Zu Besuch im Shabbyshabby Camp (v.l.n.r.): Bernhard Reindl, Christa Schüßler (Verein Stadtteilarbeit e.V.) Matthias Lilienthal (Intendant der Münchner Kammerspiele), vorne: Oswald Utz (Behindertenbeauftragter und Stadtrat)

Zu Besuch im Shabbyshabby Camp (v.l.n.r.): Bernhard Reindl, Christa Schüßler (Verein Stadtteilarbeit e.V.), Matthias Lilienthal (Intendant der Münchner Kammerspiele), vorne: Oswald Utz (Behindertenbeauftragter und Stadtrat)

Shabby-Shabby bedeutet: schäbig, heruntergekommen, lumpig, marode, minderwertig, verwahrlost, shabby, shabby halt! Neugierige konnten am Mittwoch, den 30. September 2015, beim Cometogether in der Münchner Jurte „Zur feinsten Seide“ mehr dazu erfahren. (Anm.d.Red.: Als Jurte bezeichnet man normalerweise ein zerlegbares, rundes, mit Filzdecken belegtes Zelt der Nomaden in West- und Zentralasien.) Der Verein Stadtteilarbeit und die UN-BRK von unten hatten sich an diesem Abend hier eingemietet.

Die Initiative zu dieser ungewöhnlichen Unterkunft ging von den Münchner Kammerspielen mit ihrem Intendanten Matthias Lilienthal sowie dem Raumlabor Berlin aus. Im Rahmen eines Wohn- und Kunstprojekts wurden mehrere Shabbyshabby-Apartments in München aufgestellt und vermietet.

Oswald Utz, Münchner Behindertenbeauftragter und Stadtrat, besuchte die Mieter der Jurte „Zur feinsten Seide“ und nahm an der Diskussionen teil. Dabei wurden Fragen, wie eine barrierefrei Stadt der Zukunft aussehen muss und ob Menschen auf dem hart umkämpften Münchner Wohnungsmarkt noch Chancen haben, diskutiert.

Utz zeigte sich beeindruckt: „Den Kooperationspartner und den einzelnen Akteuren, die dieses Projekt ermöglicht haben, gebührt für diese Aktion höchster Respekt. Ihre Initiative ist wahrlich nicht ,Shabby shabby‘!“

Zur Feinsten Seide
„Zur feinsten Seide“ ist eines von vielen Shabbyshabby-Appartments, die derzeit in München vermietet werden und zum Nachdenken anregen. (Foto: Matthias Kestel/Münchner Kammerspiele)

„Zur feinsten Seide“ ist eines von vielen Shabbyshabby-Appartments, die derzeit in München vermietet werden und zum Nachdenken anregen. (Foto: Matthias Kestel/Münchner Kammerspiele)

Wohin mit dem Ledermini, der einen kurzen Sommer lang die Hüften umfasste, doch jetzt nur noch den Schrank vollstopft? Die Altkleidersammlungen sind in Verruf geraten, illegale Sammler drängen auf den Markt, und die Abgabe an profitorientierte Händler statt an Bedürftige macht Schlagzeilen. Eine Linzer Gruppe hat die Lösung: Her mit den Altkleidern, lasst uns Häuser daraus bauen! So wie hier in einer Parkbucht auf der Maximilianstraße.
Mit Gummistiefeln, Mänteln, Pullis, Röcken und vielen, vielen Strümpfen bauten die Wohnraumkünstler Laurin Döpfner, Lorena Höllrigl, Josepha Krueger, Birgit Lehner, Veronika Schwaninger und Nathalie Zimmermann auf Deutschlands führender Mode-Meile zwischen Hermès und Chanel ein Häuschen, das sich sehen lassen kann.
Dieses Shabbyshabby-Apartment lässt sich im Rahmen des ungewöhnlichen Wohnprojektes noch bis 13. Oktober 2015 mieten (35 EUR, erm. 28 EUR pro Nacht, inklusive Frühstück).
Webseite: Shabbyshabby Apartments

(RP/PM)

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