""

„Sick Selfies“: Jetzt gehört nicht mal mehr Mitleid allein uns Behinderten

Neuer Trend in sozialen Netzwerken: User präsentieren sich als kranke Elendshäufchen. Warum?

tumblr_n6h10opVMw1qfwwwxo1_500

tumblr_n46nmycd9N1s9dlano1_500

sPiybm8

tumblr_n42311BtkT1qd8lvwo1_500

Sick selfies von Tumblr-Nutzern

Sogenannte „Sick Selfies“ werden immer öfter in sozialen Netzwerken gepostet, wobei sich Nutzer in einer schlechten gesundheitlichen Verfassung zeigen – auch wenn sie es nicht sind. Oftmals werden die Fotos im eigenen Bett aufgenommen oder etwa mit einem Arzneimittel und einer symbolischen Tasse Tee. Das Internet-Unternehmen vouchercloud hat jüngst eine Studie zu diesem Phänomen durchgeführt.

Mehr Aufmerksamkeit

Bei der von Vouchercloud durchgeführten Studie wurden 2.300 Internetnutzer zwischen dem 18. und 45. Lebensjahr zu ihren Interessen beim Selfie-Posting befragt – dabei kam heraus: Viele wollen Mitleid heischen. 19 Prozent der Interviewten gaben an, dass sie im Krankenstand gelegentlich Sick Selfies online stellen. Beinahe die Hälfte der Studienteilnehmer beichtete sogar, manchmal bloß vorgetäuschte Sick Selfies zu posten.

Die Gründe dafür fielen bei der Nachfrage relativ identisch aus. Zum einen erhofften sich 15 Prozent der Selfie-Poster möglichst viel Sympathie von Freunden und Kollegen. Darüber hinaus ist das Posten eines unvorteilhaften Sick Selfies für neun Prozent der Befragten auch eine Maßnahme, um in sozialen Netzwerken mehr Aufmerksamkeit zu bekommen und sich die Zeit zu vertreiben.

Selfie statt Attest?

Da es durch Gruppenzwang heutzutage oft gang und gäbe ist, auch Arbeitskollegen oder sogar den eigenen Chef in seine Freundesliste zu setzen, sind auch diese potenzielle Ziele der Sick Selfies.

Einige Befragte aus der Studie erhoffte sich von ihrem Vorgesetzten nämlich auch mehr Verständnis für ihren Fehltag, wenn sie während ihrer Abwesenheit ein Selfie gepostet hatten und darauf krank aussahen.

(pte)

Diesen Artikel teilen:
ROLLINGPLANET

ROLLINGPLANET

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

KOMMENTAR SCHREIBEN