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Sieh an, hier fliegen die Schneebälle ganz normal

Regine-Hildebrandt-Schule Birkenwerder

Regine-Hildebrandt-Schule Birkenwerder (Foto: Schule)

Nachdem Deutschland die UN-Konvention unterschrieben hat, sollten Behinderte und nicht behinderte Kinder bald überall in Regelschulen zusammen lernen. Vieles spricht für diese Inklusion. Doch einige Versuche sind schon gescheitert, berichtet die „Welt“.

Vor einigen Wochen hat die Regine-Hildebrandt-Gesamtschule in Birkenweder den „Jakob-Muth-Preis“ für inklusive Schulen bekommen. Und kurz darauf Besuch von der „Welt“, die zunächst einmal erstaunt beobachtet hat: „Wie auf fast jedem Schulhof fliegen in diesen Tagen auch hier die Schneebälle.“ Aber im nächsten Augenblick geschieht, peng, das:

Dann aber stürzt ein Junge wild gestikulierend ins Schulgebäude. Er leidet an einer Aufmerksamkeitsdefizitstörung und ist durch die Schneeballschlacht schwer erregt worden. Behrendt nimmt ihn in den Arm, beruhigt ihn. Nicht alltäglich ist auch, dass drum herum Schüler in Rollstühlen sitzen, darunter der 17-jährige Fabian. Auf seinem Schoß Jana, 16. Sie ist nicht behindert. Ein solches Paar sieht man bislang an kaum einer Schule.

Zwar soll es laut exklusiver ROLLINGPLANET-Recherche auch nicht behinderte Kinder geben, die plötzlich laut gestikulierend in eine Klasse stürmen. Ungeachtet dessen jedoch will sich ROLLINGPLANET nicht beschweren, dass die „Welt“ dieses Thema aufgreift. Im Hinblick auf die in Deutschland seit März 2009 geltende UN-Konvention zur Inklusion berichtet die Zeitung in ihrem ausführlichen Artikel:

16 Bundesländer bedeuten dabei 16 Geschwindigkeiten. Hamburg und Bremen haben schnell die volle Inklusion beschlossen, auf Kosten der Förderschulen, und damit Eltern behinderter und nicht behinderter Kinder vor den Kopf gestoßen. In Berlin klagt eine inklusive Schule wie die vielfach ausgezeichnete Fläming-Grundschule, dass ihr nach dem Inklusions-Beschluss des Senats der besondere Status abhandenkommt – und damit Geld verloren geht.

In Mecklenburg-Vorpommern wurde die Umsetzung 2011 gar wieder gestoppt. Zu groß die Widerstände.

Die immer noch vorherrschende Skepsis beschreibt die „Welt“:

Nicht nur den Eltern, auch vielen Lehrern bereitet die Inklusion Sorgen. Pädagogen an Regelschulen fürchten Niveauverluste, wenn lernbehinderte Schüler integriert werden müssen. Zudem sei es völlig unzureichend, wenn hin und wieder ein Sonderpädagoge komme, um zu erklären, wie man mit Lernbehinderten oder Verhaltensauffälligen arbeiten solle.

Ganzen Bericht lesen: Welt

Themenschwerpunkt Inklusion in Schulen

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