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Sir Ludwig Guttmann in die „Hall of Fame“ aufgenommen

Der deutsche Neurologe, der sich besonders um Querschnittgelähmte und Rückenmarksverletzte kümmerte, begründete die Paralympics.

Sir Ludwig Guttman (Foto: Bettmann/Corbis)

Sir Ludwig Guttman (Foto: Bettmann/Corbis)

Zwei Wegbereiter des Sports und zwei Fußball-Weltmeister werden in diesem Jahr in die „Hall of Fame des deutschen Sports“ aufgenommen, wie die Stiftung Deutsche Sporthilfe mitteilt: Sir Ludwig Guttmann als Begründer der Paralympics und Dr. Karl August Willibald Gebhardt, der in Deutschland den Boden für die Olympische Bewegung bereitete, sowie aus dem Fußball Sepp Maier und Gerd Müller, die vor 40 Jahren in München Weltmeister wurden. Die feierliche Aufnahme des Preisträgers findet am 16. Mai in Berlin statt.

Sir Ludwig Guttmann

(3. Juli 1899 in Tost/Oberschlesien – 18. März 1980 in Aylesbury/Großbritannien)

Der deutsche Neurochirurg Ludwig Guttmann gilt als der Begründer der Paralympics und war ein herausragender Förderer des Behindertensports. Im Jahr 1948 organisierte Guttmann parallel zum Start der Olympischen Spiele in London die ersten Stoke Mandeville Games für Behinderte.

1952 beteiligten sich bereits 130 Sportler aus verschiedenen Ländern. Die neunten Stoke Mandeville Games von 1960 sind heute als die ersten Paralympics anerkannt, eine Bezeichnung, die erst später vergeben wurde.

Guttmann stand 1933 im Ruf, Deutschlands bester Neurochirurg zu sein. Er arbeitete als Chefarzt am Wenzel-Hancke-Krankenhaus in Breslau, wurde aber als Jude nach der Machtergreifung der Nazis entlassen.

1939 floh Guttmann nach Großbritannien und erhielt Ende 1943 von der britischen Regierung den Auftrag, das National Spine Injuries Centre im Stoke Mandeville Hospital in Aylesbury aufzubauen, dessen Direktor er bis 1966 blieb.

Guttmann, ab 1945 britischer Staatbürger, entwickelte neuartige Methoden zur Behandlung von Querschnittgelähmten und setzte auf den Sport als Therapie, um Körperkraft und Selbstbewusstsein wieder herzustellen. Damals war das einmalig. 1961 gründete Guttmann den britischen Behindertensportverband.

Die Vorschläge für die Wahl 2014 wurden von den drei Partnern und ideellen Trägern der „Hall of Fame des deutschen Sports“ gemeinsam erstellt: Deutscher Olympischer Sportbund (DOSB), Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) und Stiftung Deutsche Sporthilfe (DSH). Die Jury besteht derzeit aus 66 Personen, darunter auch lebende Mitglieder der „Hall of Fame des deutschen Sports“.

Zur Aufnahme Sir Ludwig Guttmanns sagt der Präsident des Deutschen Behindertensportverbands e.V. (DBS), Friedhelm Julius Beucher: „Mit dieser Ehrung wird eine bedeutende Persönlichkeit ins Blickfeld gerückt, die für den Behindertensport eine enorme, bisher aber nicht ausreichend gewürdigte Bedeutung hatte. Denn Ludwig Guttmann ist der Wegbereiter der Paralympischen Spiele.“

(RP/PM)

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