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Sitzvolleyballer Schiewe ist Niedersachsens Behindertensportler des Jahres

Pistorius war da, als Gewichtheber-Olympiasieger Matthias Steiner die Laudatio hielt. Handbiker Vico Merklein belegt Platz zwei.

Torben Schiewe (m.) freut sich über die Auszeichnung. Links:  Gewichtheber-Olympiasieger Matthias Steiner, rechts Karl Finke, Präsident des Behinderten-Sportverband Niedersachsen. /Foto: Sebastian Kahnert/dpa)

Torben Schiewe (m.) freut sich über die Auszeichnung. Links: Gewichtheber-Olympiasieger Matthias Steiner, rechts Karl Finke, Präsident des Behinderten-Sportverbands Niedersachsen. /Foto: Sebastian Kahnert/dpa)

Sitzvolleyballspieler Torben Schiewe aus Celle ist Niedersachsens neuer Behindertensportler des Jahres. Gewichtheber-Olympiasieger Matthias Steiner proklamierte den 27 Jahre alten Paralympics-Teilnehmer am Donnerstagabend in Hannover zum Wahl-Sieger. Bei den Spielen in London 2012 hatte Schiewe mit der deutschen Nationalmannschaft die Bronzemedaille gewonnen – bei der Abstimmung siegte er mit 33 Prozent der Stimmen vor dem Handbiker Vico Merklein aus Nendorf mit 19,5 Prozent.

Schiewe wurde mit einem verdeckten offenen Rücken geboren und ist gehbehindert. Er wurde bereits mit 15 Jahren zum ersten Mal in die Standvolleyball-Nationalmannschaft berufen, inzwischen ist er als Zuspieler sowohl in Stand- als auch in der Sitzvolleyball-Nationalmannschaft die wichtigste Person und ebenso in der Beachvolleyball-Nationalmannschaft. Sein linkes Bein, das sich auch nach drei Operationen muskulär nicht voll entwickeln konnte, sowie die nicht vollständig entwickelten Füße standen ihm beim Sport nie im Weg. „Das liegt wohl daran, dass ich die Behinderung von Anfang an hatte. Ich versuche einfach alles, was geht.“

Teamplayer, der heraussticht

Laudator Steiner, dem vier Jahre nach seinem Olympiasieg in Peking die Hantel in London auf die Schulter gefallen war, lobte bei der Wahl-Gala im GOP-Varieté-Theater die sportliche Leistung des absoluten Teamplayers. „Durch Deine wichtige Position innerhalb der Mannschaft stichst Du eben doch heraus und hast Dir den Titel redlich verdient“, sagte Karl Finke, Präsident des Behinderten-Sportverbandes Niedersachsen (BSN).

Erstmals hatte der BSN fünf Paralympics-Teilnehmer von London als Kandidaten für seine traditionelle Wahl nominiert. Insgesamt wurden 13.780 Stimmen abgegeben. Unter den rund 270 Gästen aus Sport, Politik, Medien und Wirtschaft bei der Wahl-Gala befand sich auch Niedersachsens neuer Innen- und Sportminister Boris Pistorius (SPD).

(RP/dpa)

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